
110
zusammen 24. Auch diese lieferten im nächsten Jahre ihre Beicht
Zettel ab l73>
3o gründlich wurde die Gegenreformation jenseits der Donau
durchgeführt. dass dieser Theil des Landes im 18. Jahrhunderte
als der bestkatbolische galt und dahin unmündige Kinder der nach
Siebenbürgen überführten Protestanten zur Erziehung abgegeben,
wurden.
Diese Einzelheiten gewähren dem Leser einen vollständigen
Einblick in die Art und Weise, in welcher die Oberöfterreichcr znm
katholischen Glaubensbekenntnisse zurückgcbracht wurden.
fortwährend wurden jedoch d i c B e k e h r t c n von
d e it P farrern u n d O b riefelten b eaussi eh tigt; nie
waren sic sicher, dass nicht die Geriehtsdiener oder auch die Kaplaue
ihr Haus in allen Winkeln nach nnkatho lischen Büchern
durchstöberten und an Fasttagen in die Küche des Bauers, des
Häuslers und des Wirtes drangen, um sich zu überzeugen, dass
nicht Fle isch g en o sscn werde. Die unkatholischeu Bücher wurden
vernichtet, die Betretenen wurden mit Geld oder Arrest abgestraft.
Beispielsweise enthalten die Rechnungen über die Strafen bei der
Herrschaft Kvppach aus den Jahren 1685 und 1699 folgende
Empfänge:
„Den 3. Februar 1685 am S a m stag hat der Gerichts-
dicner beim Bäcker Tobias Jmlingcr zu Aichkirchen wegen des
Fleifchesfens vor dem Acittagessen in dessen Knchl visirt und am
Herd in einem Häfen Würste siedend gesunden, deshalb ist er ab
gestraft worden nm 3 Gulden. Ten 29. Mai 1699 hat Haus
Schnözinger auf dem Bauerngut zu Ewalchen an einem S a ui s t a g
eine Speck-Krarnel-Suppe und Speckknödel für sich und seine Hans-
lenke gespeist, dessentwegen er drei Gulden Straf erlegen müssen."
Auch blos deshalb, weil Sebastian Khaltcnpruner an der Khcrbeledt,
Hans Simberer auf dem Mairhof Zu Schuözing die sogenannten
„Sternsingcr" in ihren Häusern tanzen liegen, „darwider die Geist
lichkeit gemurrt und solches für ein Unrecht gehalten gehabt",
musste jeder derselben 2 Gulden Strafe erlegen; gleiche Strafe traf
den Wolfgang Mayr auf dem Lchuergut zu Schnöhing, den Wolf
Mayr auf dem Maierhofe zu Reicheriug und den Matthias Huebmek
auf dem Lachmanngute zu Schlangenham, weil sie in den Ranh-
nüchten tanzen ließen 17*).
In Kirchdorf verklagte der Pfarrer einige Bürger, weil sie
am Bortage vor dem Feste St. Johann des Täufers Fleisch gespeist
hatten, und später den Bürger Peter Eisen, weil derselbe in der
Fasten ohne Bewilligung Fleisch gespeist hatte, als zur Kirche straf-
:17
uö
fällig geworden. Unter der Herrschaft Losensteinleithcu wurde der
Knecht des Hubers in Oberndorf, Pfarre St. Marien, wegen Fleisch
esseus beim Kindelmahle m der Fasten und der Maurer beim Pruu