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kleinen Anhöhe von Josef Werndl erbaute prächtige Schloß Voglsang

(Plan ig) herab, in dem sich heute ein von den Tiroler Franziskanern errichtetes

Knabenkonvikt und eine Privat-Knabenhauptschule befinden. Die Parallelstraße

zur Prevenhuber-Straße, die Redtenbacher-Straße, führt zur Jndustriehalle

(gegenwärtig Kino mit Gastwirtschaft) (Plan 20) und zu den neuen !Wohnbauten

der !Wohnungsfürsorgc- und Resormbaugesellschaft sowie zum schmucken Schlöß­

chen Engelsegg, früher Teufelsegg benannt nach dem in der Mähe befind­

lichen Teufelsbache, der in der Zeit der Schneeschmelze einen hübschen Wasier-

fall bildet.

Kehren wir nun an unseren Ausgangspunkt Zwischcnbrücken zurück und

überschreiten wir die Steyrbrücke (die einen sehr schönen Blick auf das alte Fabrik­

viertel bietet), so fällt uns die aus erhöhtem Platze stehende, doppeltürmige

Mi r ch a e l e r- oder Vorstadtpsarrkirche (Plan 21) auf, an die sich das

ehemalige Jesuitenkloster (gegenwärtig Bundesrealgymnastum und Knabenoolks­

schule Steyrdorf) anschlicßt. Der Kirche gegenüber befindet sich der Psarrhos und

das sogenannte Bürgerspital (Plan 22); letzteres ist ein uraltes Gebäude,

das im Erdgeschoß drei mächtige Säulen aufweist, deren Fuß und Kapitell prächtige

romanische Zierformen tragen; in frühester Zeit befand sich über den Kellern und

dem dazugehörigen TLeinauöschank eine Kirche, wovon Chronist Prevenhuber be­

richtet: „Gedachte Spitalkirch ist erbauet über einen großen Gewölb und Keller,

darinnen man des Spitals Wein auszuschenken pflegt, daher es für ein Wahr­

zeichen gehalten wird, daß einer sey zu Steyer gewest, wann er anzuzeigen weiß,

daß er allda ein Kirchen über ein Wirths-Hauß gesehen." —

Von der Spitalkirche führt uns die schmale Kirchengasse, deren erstes Haus

(Plan 23) links freigclegke Sgraffitos zeigt, während andere Häuser, insbesondere

Mr. 12 und 16 (Plan 23a), sehenswerte, aus dem Mittelalter stammende Höfe

aufweisen, zum „Roten Brunnen"; in dem gegenüberliegenden Lebzelterhause be­

finden sich drei in ihrer Stilreinheit erhaltene Zimmer ans der Wende des 18. Jahr­

hunderts. Die Kirchengasse gabelt sich in die Sicrninger Straße und in die Gleinker-

gasse, die mit dem 1613 erbauten mächtigen, reich verzierten Schnallentor

abschließt, wo sich die Mantstelle befand.

Wenden wir uns von der Spitalkirche durch die Badgastc (Befestigungs­

tor von 1480) der Fabrikstraße zu, so gelangen wir schließlich zu den ehemaligen

Wasfenfabrikanlagen, von denen jedoch nur mehr wenige Objekte für die Fahr­

raderzeugung in Betrieb sind, während der Großteil davon zu Wohnzwecken her­

gerichtet wurde. Von der Vorstadtpfarrkirche begeben wir uns durch die

Schlüsselhofgasse in den Stadtteil „Ort", im Volksmunde „Ortl", welche Be­

zeichnung vielfach von dem Worte „Ertl" oder „Ende" (der Stadt) abgeleitet

wird. Am Ausgange der Schlüsselhofgaste, von der sich bei den Häusern Mr. 15

bis 21 ein herrliches Bild der Stadt und des den Hintergrund bildenden Gebirges

entrollt, befindet sich das Meisteratelier für Stahlschneidekunst, die Prof. Michael

Blümelhubcr (geb. 1865) in wundervollen Schöpfungen zu neuem Leben

erweckt hat. Das am Ende der Straße gelegene Gebäude beherbergt die Bundes­

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