
Am Ende der Berggasse stehen wir vor dem Schlosse, das seit dem
Jahre
1666
im Besitze des Geschlechtes Lamberg ist. Die ursprünglich im
romanischen Stile erbaute Burg ging 1727 in Flammen aus, wobei nur
der sogenannte Römerturm erhalten blieb. Der Neubau wurde vom Linzer Bau
meister Johann Mich. Prnnner durchgesührt; die einstigen Wachtturme, Wehr
gänge, Umfassungsmauern usw. wurden dabei leider größtenteils beseitigt. Das
Schloß, das eine kleine Kapelle enthält, besitzt über 80 außerordentlich prunk
voll ausgestattete Zimmer, breite Gänge und sehr schöne Pserdeställe mit ge
schnitzten Pandurenköpfen. Die den dreieckigen Hof umgebenden Gebäude dienen
Wirtschasts- und Wohnzwecken; in der Mitte des Hofes befindet sich ein Brunnen
7. Josef Werndl-Denkmal.
mit einem wasserspeienden Hunde, dem Wappentier der Lamberge. Aus der Mitte
der Nordsront erhebt sich der vierseitige zierliche Uhrturm. Eine gedeckte, gewölbte
Brücke, von der ein Ausblick auf den einstigen Bärenzwinger möglich ist, führt
zum Wcstportal; von da aus gelangen wir zu den Parkanlagen der Promenade,
die im Jahre 1874 an die Stelle von Stadtwall und Graben traten, — dann
weiter in den gegenwärtig dem Publikum geöffneten, herrlichen alten Schloßpark.
An der ^Westseite der Promenade befindet sich das große Gebäude der
Bürgerschule und mehrere dreistöckige Zinshäuser — in Nr. 12 wohnte einst die
durch ihre kulturhistorischen Romane berühmte Schriftstellerin Enrica von Handel-
Mazzetti. Den Abschluß der Anlagen bildet das mit vier prächtigen Arbeiter-
siguren gezierte, überlebensgroße Bronzestandbild (Plan 18) des Begründers der
Wassenfabrik Joses W e r n d l (geb. 1831, gest. 1889) von Bildhauer Viktor
Tilgner. Aus der gegenüberliegenden Prevenhuber-Straßc blickt das aus einer
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