Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr, Dezember 1951

Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt·Steyr Dezember 1951 Die Ennsschiffahrt von Direktor JOSEF OFNER, Steyr Schmiedearbeiten in Steyr Aus dem unveröffentlichten· ßuch .Gesc hic h t e in Eisen· von JOSEF DRAUSINGER, Steyr Die deutschen Schulen der Stadt Steyr von Direktor JOSEF OFNER, Steyr Die Geschichte der. Entstehung. des Wallfahrtsortes Maria Luschari im Kanaltal, Kärnten

:Ulk 2-kdJte oor , ]J,d1alt-en. Uad1brncl' nur mit <5el1fqmigung i:>es l{ulturamtes ber Stabt Steyr, -Eigentümer, f)erausgeber uni) Derlag: lTTagiftrat .Steyr, Kulturamt. Jür b,en Jnl11lt verä:nhvortlicl): Dr. <Erlefriei) lfrob.atl). Dn1cf: Dereinsbrucl'erei Steyr.

Ireithofbrücke bei Kc-slenreikh um 1820 mif dem im „Flößerfriedhof" talwärts fahrenden Lifenfchiff. (Original im Besitz des städtischen Museums.) Von Direktor Josef 0liier Das am Erzberg in Steiermark gewonnene Eisen wurde in ältester Zeit mit Landfuhrwerken auf der Eisenkammerstraße und mit kleinen Flößen auf der Enns stromabwärts geführt. Dieser Eisentransport war aber sehr unwirtschaftlich, denn ein Floß trug nicht mehr als 60 Zentner, und zur Herstellung der vielen Flöße wurde eine beträchtliche Menge „Rafholz" (Floßholz) benötigt. Doch auch für die Eisengewinnung war dieses Material unentbehrlich, denn gut geblähtes Eisen konnte nur bei reichlicher Verwendung von Holzkohle erzeugt werden. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts waren daher die Wälder in der Umgebung des Erzberges schon stark gelichtet. Ein fühlbarer 3.

> Holzmangel machte sich bemerkbar, der die Regierung veranlahte, die Verfrachtung des Eisens statt auf Flöhen auf Schiffen vorzunehmen. Um diesen Plan aber durchführen zu können, war für die Bergfahrt die Anlage eines Schiff- und Rohweges längs der Enns notwendig. Schon die erste Uferbegehung im Oktober 1533 hatte gezeigt, daß sich der Errichtung einer solchen Weganlage in dem an vielen Stellen felsigen, schluchtartigen Talgelände bedeutende Hindernisse entgegenstellen würden und jedes Hochwasser eine stets wiederkehrende teilweise Erneuerung des Schiffweges zur Folge haben müßte. In den nächsten Jahrzehnten nahm man die Arbeit auch nicht in Angriff, Erst im August des Jahres 1553 wurde die Fluhstrecke von Steyr bis Reifling abermals einer eingehenden „Beschau" unterzogen und in den folgenden Jahren mit dem Bau des Roßweges begonnen. Es war zumeist eine äußerst beschwerliche und gefährliche Arbeit. Zahlreiche Felsen am Ufer und im Wasser mußten gesprengt werden, viele Steine waren aus dem Flußbett zu heben. „Schlachten" gab es aufzurichten und im steilen Gemäuer konnte oftmals nur an Seilen gearbeitet werden. Das Unternehmen litt aus diesem Grunde an Arbeitermangel, denn für diese „genug schieche" Beschäftigung waren nicht allzuviele „Knechte" zu gewinnen. 1562 verzögerten außerdem Hochwasser und ansteckende Krankheiten die Fertigstellung dieses Werkes, so daß es nur langsame Fortschritte machte. Aber trotz aller Schwierigkeiten war der Schiffweg von Steyr bis Haimbach zu Beginn des Jahres 1568 vollendet. Der Innerberger Amtmann und Forstmeister Christoph Frölich richtete deshalb an den Bürgermeister, Richter und Rat der Stadt Steyr im Februar des genannten Jahres die Einladung zur Ueberprüfung der geleisteten Bauarbeiten. Es dürften sich aber doch verschiedene Mängel gezeigt haben, denn von einem Schiffverkehr zwischen Steyr und dem Kasten bei Weyer hören wir erst im Jahre 1565. Das wichtigste Transportmittel waren jedoch immer noch die Flöße. Nach mehrjährigen Verhandlungen schloß Erzherzog Karl im November 1569 mit dem bekannten „Wasserkünstler" Hans Gafteiger einen Vertrag, worin sich letzterer verpflichtete, die Regulierungsarbeiten an der Enns von Haimbach bis Hieflau durchzüführen. Gasteiger, ein Tiroler, war Uhrmacher in München, zog 1554 nach Wien und kam um 1565 nach Großreifling. Wegen seiner hervorragenden technischen Fähigkeiten wurde er 1561 in den Adelsstand erhoben und mit einer goldenen Gnadenkette ausgezeichnet. Zu seinen bedeutendsten Leistungen zählen die Räumung der Donau von Krems bis Wien von zahlreichen Schiffahrtshindernissen, der Rechenbau zu Großreifling und seine Neuerungen auf dem Gebiete der Eisengewinnung und des Eisentransportes. Prevenhuber schildert Gasteiger als einen „grob-bäurischen Mann von kurzer Resolution" und erzählt folgende Anekdote: „Dann als er, bei gehaltenen Augenschein, wohin und an was Ort der Rechen zu Reifling zu erbauen, von Erzherzog Carls zu Oesterreich hierzu deputierten vornehmen Com- misiarien gefragt wurde: Ob man auch bey seinem Vorhaben gesichert sey, daß solchem Rechengebäu vom Wasser künftig ifein Schaden geschehen könne? Hat er mit Unwillen gleich auf den nächsten Berg gezeigt und gemeldet: Ja, wann man die Rechen da hinauf bauen wollte, könnte er vor solchen Schaden wohl stehen. Gedachte Fürstliche Commissarii begehrten unter andern auch von ihm zu wissen: Wie hoch sich beyläufig die Bau-Unkosten belauffen möchten? Das weiß ich nicht, sagte Gafteiger, wann halt ein Sack voller Geld wird leer seyn, muß man den andern, dritten, vierten, und so fortan, hernehmen und angreifen." ' Wenn auch nach den obigen Ausführungen der „kaiserliche Oberbaumeister der Wassergebäude" nicht, wie in mehreren Abhandlungen über die Enns4

schiffahn zu lesen ist, als der erste und alleinige Erbauer des Roßweges angesehen werden kann, so leistete er dennoch eine gewaltige Arbeit. Hochwasser, Teuerung und „Infektion" stellten sich der Ausführung seiner Pläne hindernd in den Weg. Als 1575 an den gefährlichsten Stellen in der Strub und Kripp gearbeitet wurde, sagten die Leute: „Kein Bauer wird mehr leben, wenn an diesen Orten Rosse durchkommen." Aber auch diese Schwierigkeiten wurden gemeistert, doch erlebte Gasteiger die Vollendung seines Werkes nicht mehr. Als er am 26. Dezember 1577 die Augen schloß, war der Schiffweg nur bis zur Wandauerbrücke fertiggestellt. Erst im Jahre 1583 schienen alle Hemmnisse für den Eisentransport auf Schiffen von Hieflau bis Steyr beseitigt, aber die Instandhaltung der ungefähr 80 Kilometer langen Flußstraße blieb immer kostspielig. Wie es sich bald herausstellte, hatte Gasteiger den Roßweg zu tief angelegt; statt ihn durch die Felsen zu bauen, senkte er neben den Wänden Schlachten in die Enns, die dem Hochwasser besonders ausgesetzt waren. Es wurde deshalb schon 1584 dort, wo es notwendig war, der Treppelweg höher angelegt und in der Strub und in der Kripp durch das Gemäuer gebrochen. Die Schiffe, die man für den Warentranspvrt auf der Enns benützte, nannte man „Z.llen" oder „Waldein". Ihre Herstellung besorgten die „SchiffHacker" oder „Schoppenmeister". Vorne, am „Kranzel" („Graust") liefen die Schiffwände in eine Schneide zusammen und waren hier niedriger gebaut als am rückwärtigen Ende, an der „Stuhr" oder dem „Stoir", damit die Zillen beim Bergfahren nicht Wasser schöpften. Sie hatten eine Länge von 14% Klafter, eine Breite von 9% Schuh und einen Tiefgang von 28—29 Zoll, zwei kurze Ruderbäume am vorderen und zwei am rückwärtigen Ende dienten zur Steuerung. Zur Bemannung eines Waldels gehörte der Zillenmeister, auch Nauführer oder Kranzelmeister genannt, der Steurer, einige ordinäre Schisfleute, zwei Schiffreiter und ein Ausleger, der mit einer Stange das Zugseil über die felsigen Hindernisse hiniregleiten mußte. Die Schiffleute werden als durstige, harte und fromme Menschen geschildert, die den hl. Nikolaus als Schutzpatron verehrten. Ihren Jahrtag feierten sie im Gasthaus zum „Goldenen Schiff" am Grllnmarkt. Die Bespannung einer Zille bestand in der Mitte des 19. Jahrhunderts aus vier Pferden, deren Zahl in früheren Zeiten jedoch größer war. Flußaufwärts beförderten die Schiffe Getreide aus den „Frucht- oder Troadkasten" der Innerberger Hauptgewerkschaft (Jnnerbergerstadel) und sonstige Güter. Da der Schiffweg mehrmals das Ufer wechselte, muhten an solchen Stellen die Pferde in der Zille zum gegenüberliegenden Ufer geführt werden. Die Instandhaltung des Schiffweges oblag den „Wafserleuten". Sie hatten angeschwemmte Hindernisse zu beseitigen und mußten Streifbäume auflogen, damit das Zugseil nicht beschädigt wurde. Auf der Rückfahrt nach Steyr bestand die ungefähr 240 bis 280 Zentner schwere Ladung zumeist aus Roheisen, Stahl und Kleineisenzeug, außerdem wurden die zum Gegenziehen verwendeten Pferde im Schiff mitgeführt. Die Talfahrt, die mit einer durchschnittlichen Stundengeschwindigkeit von 10 Kilometern vor sich ging, war nicht ungefährlich. Der Nauführer mußte mit der Flußstrecke genau vertraut sein und die Stromschnellen, Engstellen sowie die im Wasser befindlichen Felsen, die „Kugeln", genau kennen. Manche dienten zur Feststellung des Wasserstandes und trugen besondere Namen, z. B. der Has, die Sau, der Wolf, der Ochs, der Bachofen it. dgl. 5

t o i Die zahlreichen Hammerwerke in den- Seitengräben des Ennstales erhielten über die Ladstätten ihr (Eilen. Solche Landungsplätze waren in Hieflau, Gcoßreifling, Altenmarkt, Kastenreit und Großraming. Die Eröffnung der KronprinzRudolf-Bahn in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts führte das Ende der Ennsschiffahrt herbei, die vor ihrer Stillegung jährlich ungefähr 56.000 Zentner Eisen nau- ... wärts und 20.000 Metzen Getreide Aloßerloverne bet Kaftenretlh. sowie 1200 Zentner andere Güter gegenwärts verfrachtete. Bald wurde es still auf dem Landungsplatz hinter der Dominikanerkirche, der einst mit großen Kosten und Mühen erbaute Treppelweg wurde dem Verfalle preisgegeben, nur an wenigen Stellen vermögen wir noch heute dessen Verlauf Erkennen. Von den bildlichen Darstellungen, die den Schiffzug veranschaulichen, seien erwähnt das Altarbild des einstigen Flößeraltares an der inneren Südwand der Pfarrkirche in Großraming, eine Zeichnung im städt. Museum und das verwitterte Fresko am uralten „Kasten" an der Eisenstraße in Kastenreit. Losenskew um 1800 mif dem bergwärts fahrenden Eifenfchiffe. Nach einer Liloaraphie des Josef Gabriel Frey, Gerbermeisters zu Weyer. 6

slhimedeeiseimMlen clll£ (Steif t' Aus dem unveröffentlichten ßucn „Gedichte in Eisen“ von Josef Drausingei Unmittelbar nach der Einmündung der Steyr in die Enns treten die eiszeitlichen Terrassenbildungen knapp an das linke Flußufer heran und geben neuerlich Gelegenheit zu einer überaus malerischen Gruppierung der Häuser, welche die Bezeichnung „im Ort" führt. Die den Strand begleitenden allen Gebäude sind durch schöne Baumgruppen und Gärten aufgelockert, und von ihnen führen Gäßchen und Stiegen zu einer Uferstraße empor, von der man einen der eindrucksvollsten Blicke auf die Stadt genießt. Alle diese schmalen Steige und Stiegendurchlässe führen keinen Namen, weil sie zu bedeu- lungslos sind, und sie werden daher als Verzweigungen der „Fischergasse" gedeutet und nach dieser benannt, die als einzige, etwas breitere Gasse zuni „Ort" hinabführt. Aber gerade diese alten Oertlichkeiten, die an allen Ecken und Enden Verfallserscheinungen zeigen, bergen manche kunstgewerbliche oder bauliche Kostbarkeit, die umsomehr überraschen, weil die Zeichen großer Bedürftigkeit gar nicht darauf schließen lassen. So entdecken wir etwa an der Tür zum Hause Fischergasse 24 einen Türklopfer und einen Türring in edelster Stahlschnittarbeit, leider schon arg vom Rost entstellt. Betrachten wir zunächst den Türklopfer, ein Gerät, das in unserer Gegend insbesonders auf dem Lande gebräuchlich ist. Die Empfindungswelt der Renaissance umfängt uns wieder, wie am Anfänge unserer Wanderung. In lauterster Klarheit sprechen die einzelnen Teile den Sinn ihres Daseins aus: der eigentliche Türklopfer, feine Befestigung an der Türwand und der Schlagstock. Jede, auch die geringste geistige Ueberlegung wird dadurch ausgeschaltet, und das Gemüt kann ohne jede, Hemmung auf das Wesen des unscheinbaren Werkes ansprechen, das einzig in linearer und plafti- 'cher Schönheit besteht. Vorstellungen aus der antiken Sagenwelt klingen auf: der fein ziselierte Kopf eines Fauns bildet den Griff des Klopfers, und über der Stirn deuten im Halb7

relief edle Spiralen Widderartige Hörner an. Sie legen das Motiv fiejt für die Durchbildung der beiden zu Spiralen eingerollten Bänder, die durch die Schönheit der Linienführung das gesamte Gebilde überstrahlen. Der Stiel des Türklopfers endigt in drei blattähnlichen Abrundungen, welche die Schmuckformen der Befestigungsrosette vorausklingen kaffen. Dagegen lebt der Schlagstock von der Zierform des Türklopfers: feine gekerbten Ringe antworten den Spiralen der Faunshörner und verweisen dadurch auf den logischen Zusammenhang zwischen Klopfer und Schlagstock. Edel, einfach und schön im Aufbau, knapp und bestimmt in der Ausdrucksweise, gemahnt dieses Kleinkunstwerk an den melodischen Silbenfall eines klassischen Epigrammes. War.der Türklopfer zufolge seiner sachlichen Bestimmung an die herkömmliche Form gebunden, so ist der Türring als bloßes Schmuckelement davon fast völlig frei. Aber die Art der Zierformen schließt sich eng an die des Klopfers an, und es ist selbstverständlich, daß der Stil die dort aufgegrifsene Richtung weiterverfolgt. Alle beim Türklopfer verwendeten Schmuckmotive kehren daher beim Türring wieder: der Faunskopf, die Bandspiralen, die Blattrosetten, die Ringkerben, Die stilistische Formgebung wiederum sorgt für ebendieselbe klare Gliederung und Unterteilung, wie wir sie beim Türklopfer feststellen konnten. Der besondere Reiz dieses Türringes besteht jedoch in den schönen Verhältnissen der Teile untereinander und zum Ganzen in der Führung der Linien und in der besonderen Formgebung, die fremde, südliche Einflüsse mit altertümlichen deutschen Formen und Regungen zu verbinden weiß. So entsteht aus der einfachen Grundlinie des Kreises ein sehr eigenwilliges und vielgegliedertes Gebilde, ein Hin- und Zurück-, ein Aufwärts- und Abwärtsstrebendes, das aber sein höchstes Ziel immer nur in Erfülltsein von Schönheit sucht und findet. 8

Die deutschen Schulen der Stadt Steyr zur Zeit der Glaubensspaltung Von Josef Ofner, Die bedeutenden Entdeckungen und Erfindungen am Ausgang des Mittelalters steigerten das Bildungsbedürfnis breiter Volksschichten, Die Verbreitung von Druckwerken, vor allem religiöser Bücher, der erweiterte Handelsverkehr sowie die Reformation drängten in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zur Einführung eines besonderen Volksunterrichtes, der, losgelöst von Fremdsprachen, neben religiösen Unterweisungen die elementaren Kenntnisse des Lesens, Schreibens und Rechnens vermitteln sollte. So vollzog sich denn auch in Steyr um 1530 eine Umgestaltung des Schulwesens, und zwar in der Weise, daß neben der evangelischen Lateinschule, die aus der mittelalterlichen Stadtschule heroorging, sagenannte „teutsche Schulen" errichtet wurden. Erstmalig berichtet hierüber das im Stadtarchiv verwahrte älteste Steuerbuch aus dem Jahre 1543, das außer Andreas Khuttner, dem ersten Rektor der Lateinschule, auch die ersten deutschen Schulmeister Christoph Fraydler u. Wolfgang Perger als Deutschschreiber („teut- schreiber"st) verzeichnet. Zur Eröffnung von zwei deutschen Schulen kam es zuerst in der inneren stadt. Sie waren im „Gemeinen Kasten", im uralten Stadtschulgebäude am Berg und im Neutor untergebracht. Das Jahr ihrer Errichtung ist nicht genau feststellbar. In der Vorstadt Steyrdorf wurde der Unterrichtsbetrieb erst 1590 ausgenommen, aber schon nach sechs Jahren wieder aufgegeben. Wie die Lateinschule standen auch diese Unterrichtsanstalten völlig unter protestantischem Einfluß. Im Zuge der Gegenreformation des Jahves 1599 wurde die Lateinschule geschlossen, doch weilte Rektor Mauritius noch im Jänner 1600 in Steyr.") Auch die deutschen Schulen sollten eingestellt werden?) Die Befolgung dieser Anordnung wurde jedoch bis zum Jahre 1604 hinausgeschoben. Im Juni 1602 erinnerte der Stadtschreiber den Rat an den Befehl des Landeshauptmanns, die unkatholischen deutschen Schulmeister abzuschaffen und deren Stellen mit katholischen „qualifizierten" Personen zu besetzen, da es offenbar geworden sei, „daß diese unkatholischen deutschen Schulmeister sich gar des unkatholischen Religions Exercity und an den sonn- und Feiertagen gar Kinderlehr mit häufigem Zulauf der gemeinen Bürger und Handwerksleut zu halten unterstehen". Der Rar aber war der Ansicht, daß sich dieser Befehl nur auf die lateinische schule beziehen könne?) Als nun kurz darauf, und zwar Ende September, eine neuerliche Verfügung die Abschaffung der unkatholischen Schulmeister forderte, beschloß die Stadtbehörde, dem Landeshauptmann zu berichten, daß sie bereit sei, katholische deutsche Schulmeister anzustellen, wenn sich solche zum Schuldienst melden mürben?) Es kam auch in diesem Jahre noch zur Schließung der Schule am Berg, doch holte man die mit dem Abte zu Garsten im 15. Jahrhundert geschlossenen Verträge „wegen Ersetzung der hierigen Pfarr mit Pfarrern, schulmeistern und Kirchendienern" wieder hervor/), suchte in der Registratur die „Special Gravamina" und beauftragte den Stadtschreiber und 9

Rechenmeister und Schüler 1514. Titelholzschnitt zu: Joh. Böschenstein, Rechenbüchlein, Augsburg, Oeglin, 1514. die Ratsmitglieder Stäuber, Georg Ruedinger und Hans Stadlmeier hieraus einen Bericht zu verfassen. Allein alle Bemühungen, den Fortbestand der evangelischen Schulen zu sichern, führten zu Keinem Erfolg. Das Protokoll vom 2. Juni 1604 vermerkt in Kürze, daß die „Abstellung" der deutschen Schulmeister zu geschehen habe/) Zu Anfang des Jahres 1605 beabsichtigte der Garstner Abt Johann Wilhelm Heller neben der seit zwei Jahren bestehenden katholischen Lateinschule auch eine deutsche Schule in der Stadt zu eröffnen. Ob dieser Plan durchgeführt wurde, läßt sich nicht Nachweisen. Wir wissen nur, daß der Abt die Anstellung des Steyrers Wolf Strobl vom Rate verlangte, der aber in einem Schreiben vom 7. Februar 1605 zum Ausdruck brachte, daß die Ratsmitglieder hinsichtlich der Anstellung deutscher Schulhalter dem Abte zu Garsten „keiner Disposition in ihrem Stadt-Burgfried geständig" seien und Strobl sich durch „absonderlich Supplieren" änzumelden habe. In seiner Antwort vom 11. Februar erklärte der Abt, daß er nicht in die weltliche Jurisdiktion der Stadt eingreifen wollte. Da aber die Stadt keinen katholischen Schulmeister habe, müsse er sich eben selbst um einen solchen umsehen?) Angewiesen auf die evangelischen Stände, sah sich Kaiser Matthias 1609 gezwungen, diesen die ungehinderte Religionsausübung zu gestalten. In Steyr jedoch wurde schon im vorhergehenden Jahre der protestantische Gottesdienst wieder eingesührt und der Unterricht an der Lateinschule und an den deutschen Schulen aufgenommen?) Deutsche Schulmeister unterrichteten nun auch in 10

Ennsdorf und in Aichet. Die Schulmeisterstelle in Steyrdorf wurde neuerlich besetzt und 1616 Im Haus des „Gemeinen Kastens" am Berg gleichfalls eine Schule eröffnet. Demnach verfügte die Stadt kurz vor der Durchführung der Gegenreformation im Oktober 1624, einschließlich der Schule im Neutor, über fünf deutsche Schulen. Hiezu kommt noch die Rechenschule („Raittschuel") des Kanzlisten Balthasar M a i r, die wohl nur vorübergehend bestanden haben l dürfte, da auf die Dauer kein geeigneter Raum ausfindig gemacht werden formte.1") Dieser gedrängte geschichtliche Ueberblick diene zur Einführung in die nun folgende Geschichte der einzelnen Stadtschulen und ihrer Schulmeister. Die Schule im „Gmain Lasten". Der Schulmeister Wolfgang Perger begann, wie er 1570 selbst berichtet, seine unterrichtliche Tätigkeit um 1530. Er unterwies die Jugend im Schreiben und Lesen und machte sie daneben vertraut mit dem Vater unser, den zehn Geboten, dem Inhalt des Katechismus und den Feiertags-Evangelien. Zweimal wöchentlich erteilte er Religionsunterricht.11) Aus einer Notiz in den Ratsprotokollen ist ersichtlich, daß ihm als Schullokal ein Zimmer im „Gmain C asten" zur Verfügung stand.1") Dieses Gebäude befand sich in der Berggafse und unterstand dem Bruderhausverwalter. Im Jahre 1527 stiftete zu dem neuen Kasten Veit Pfeffer! sein Haus am Berg, das aber schon 1531 an den Zinngieher Martin Steinmaurer verkauft wurde.111) Nach dem Steuerbuch aus dem Jahre 1567 war das „Gemein Kasten-Haus" oder nach einer späteren Bezeichnung der „Bruderhauskasten" - das heutige Gebäude Berggafse Nr. 14 (Pfaffenwimmer).11) Der „Gemeine Kasten" war eine von den Protestanten getroffene Einrichtung zur Unterstützung der Armen und entwickelte sich vornehmlich in den Städten.1'') . ' " Auf Perger, der mit 82 Jahren im Jahre 1573 noch den Schuldienst versah,1'1) folgte vorübergehend der Schulmeister Hans Pruner.11) Im Jahre 1574 zeigte das Schulhaus schwere Baugebrechen. Wegen Einsturzgefahr wurde vom Rate die Instandsetzung beschlossen. Um 1575, vielleicht schon einige Zeit vorher, wirkte an dieser Schule C h r ist o p h F r a i d l e r, der gegen Ende dieses Jahres starb. Schon 1570 bezeich- nete er sich als einen „alten schwachen Mann", der 35 Jahre hindurch „mit Getümmel und Geschrei der strengen Jugend nit wenig erlitten" habe.1") Zu Anfang 1576 bewarben sich um diesen Posten Amandus Grunttler aus Waldneukirchen, der deutsche Schulhalter Bartlme Eder aus Enns und die beiden söhne Fraidlers Hans und Christoph?") -Während die fremden Bewerber abgewiesen wurden, gestattete man der Witwe Fraidlers die Fortführung des Unterrichtes durch Ihren Sohn Hans. Allerdings nur vorübergehend bis Georg! (24. April), da er für das „große Schulamt" noch zu jung und unerfahren, feine Handschrift auch „etwas zu gering und unkundig" befunden wurde. Nach Sem Willen des Rates sollte die Stelle mit einer „geübten tauglichen Person" besetzt werden?'1) Diese fand sich schließlich im Schulmeister Christoph 1111= m a n aus Freiberg in Sachsen, der über Empfehlung des Rechenmeisters Kaspar Thierfelder im Mai 1576 in Steyr Aufnahme fand. Auch Ullmans schriftliches Können wurde vom Rate bemängelt. Man fand, daß er eine „schwäre saust" habe und daher noch fleißig üben müsse?") Trotzdem aber wurde er zum deutschen Schulmeister am „Gemeinen Kasten" bestellt und versah 1L

hier den Unterricht bis 1593. Im Juni dieses Jahres benötigte nämlich der Rat die Schulräume als Wohnung für den Stadtphysikus Dr. Wolfgang Dm ner.23) Ullman wurde gekündigt, und es hätte nicht viel gefehlt, so wäre er „abgeschupft" worden. Weil er aber schon lange in Steyr war und „weit sich herbegeben", überließ man ihm die vom Kantor Klausner bewohnten Räumlichkeiten der alten Stadtschule am Berg (Berggasse Nr. 46). 24) Im März 1616 wurde der Sohn des Marktschreibers zu Eisenerz Kaspar Sandig23) als Schulmeister vom Rate ausgenommen. Er vermählte sich am 24. April mit Katharina Poxleitner.23) Im „Gemeinen Kasten" erhielt er im Frühjahr 1617 die aus zwei Stuben bestehende Wohnung des im Oktober 1615 verstorbenen Wolfgang Ortner nach längeren Verhandlungen für Schulzwecke zugewiesen.2') Vermutlich mußte Sündig im Herbst 1624 seinen Schuldienst ausgeben. Vier Jahre später nahm er Abschied von Steyr.23) Die Schule am „Perg". Im Hause Berggasse Nr. 46 (Langensteiner), das einst auch die mittelalterliche Stadtschule beherbergte,22) befand sich höchstwahrscheinlich bis nach 1560 noch die protestantische Lateinschule. Als im Jahre 1559 Kaiser Ferdinand die Ruinen des 1532 abgebrannten ehemaligen Dominikanerklosters der Stadt übergeben hatte, sorgte diese für den Wiederaufbau desselben und verlegte in dieses Gebäude die Lateinschule. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts erlebte Steyr wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die alten Schulmeister Perger und Fraidler waren den Anforderungen der Zeit wohl nicht mehr gewachsen, wahrscheinlich auch nicht der 1567 erwähnte Schulhalter Sebald Russe r.:i0) Man verlangte daher einen Schulmeister, der auch einen guten Rechenunterricht erteilen konnte. Durch die Vermittlung des Pastors Basilius Kammerhofer wurde vom Rate der berühmte Schul- und Rechenmeister Kaspar Thier leider nach Steyr berufen. „Sterbensläufte" zwangen ihn, Freiberg in Meissen zu verlassen. Thierfelder, der damals bereits auf eine vierzehnjährige Schuldienstzeu zurückblicken konnte, verlangte für seine schulmeisterliche Tätigkeit zwei Stuben, eine für die Knaben und eine für die Mädchen. Auch seine Frau, so berichtet er in seinem sauber geschriebenen Gesuch vom 17. März 1567, unterrichte schon acht Jahre und könne die Mädchen im Lesen und Schreiben unterweisen. Er würde diese Lehrgegenstände neben Arithmetik und Geometrie bei den Knaben übernehmen.34) Der neue Schulmeister bezog die Räume der alten Stadt- beziehungsweise Lateinschule. Im Dezember 1576 war das uralte Gebäude ichon so baufällig, daß es gepölzt werden mußte. Es war bies ein unhaltbarer Zustand, der für die Bürgerschaft zum Gegenstand des Spottes wurde und die Stadtbehörde zwang, andere Schulräume ausfindig zu machen. Infolge der hohen Schuldenlast der Stadt konnte die auf 1500 Gulden geschätzte Instandsetzung des Gebäudes nicht vorgenommen werden. Man wollte daher im Hause Paul Khob- rers in der Enge oder im Tauftircher-Puchnerischeu Hause eine Schulwohnung mieten. Da aber auch dieses Vorhaben zu große Unkosten verursacht hätte, wurde in der Ratssitzung vom 29. März 1577 die Verlegung der Bergschule 12

Inneres einer Schule, in der die Kinder nach Altersklassen getrennt sind. Seitwärts des Aa- theders ein Zähltisch, auf dem mit E)ilfe der Rechenpfennige und Linien die Rechnungen ausgeführt werden, (Holzschnitt aus: Leaende von St. Ruprecht. Oppenheim, Jakob Aö- bsl '(524.) in das Neutorgebäude beschlossen und im Sommer die Uebersiedlung vollzogen?') Wie oben erwähnt, befand sich nun der Kantor Wilhelm Klausner bis zum Einzug des Schulmeisters Ullman im alten Stadtschulhaus, Ehe dieser hier 1593 die Schule einrichtete, ließ der Stadtkämmerer Wolf Schwindnhamer das Gebäude nur notdürftig ausbessern, die Stadt war ja mit „vielen Ausgaben beloben".33) Ullmans Schülerzahl dürfte zu Anfang des 17. Jahrhunderts merklich zurückgegangen sein. Der Rat riet ihm 1602, sich gegen die Kinder „etwas be- scheidenlicher" als wie bisher zu verhalten, „damit er nicht allein von der Jugend einen mehreren Zugang, sondern sein Nahrung und Unterhaltung desto besser haben könnte". Dies ist die letzte Nachricht über diesen Schulmann, dem auch im Jahre 1601 mit der Enthebung gedroht worden war.33) Durch die 1598 einsetzeude katholische Reformation kam es zur Schließung der evangelischen Lateinschule im einstigen Dominikanerkloster.33) Abl Johann Wilhelm I. von Garsten brachte im Februar 1603 den Lateinschulmeister Wolsgang Lindner aus Waidhofen nach Steyr, dem die schadhafte Lrchul- wohuung Ullmans eingeräumt wurde. Damit entstand eine katholische Lateinschule, an der Lindner bis zum Jahre 1622 und anschließend Matthias T a l m a n n wirkte.33) Die Neulorschule Das große Hochwasser des Jahres 1572 zerstörte zahlreiche Gebäude am linken Ennsufer, u. a. auch die Lateinschule und die zwei oberen Tore.3') Aus 13

Wien wurden die kaiserlichen Baumeister Bernhard Camada und Merth Hager herbeigeholt und um ihr Gutachten für den Wiederaufbau der eingestllrzten Häuser und Befestigungsanlagen befragt.38) Etwas später als die Lateinschule, sie konnte im November 1575 wieder bezogen werden, dürfte das mächtige Neutor, ein Doppeltor, fertiggestellt worden sein. Als „obristen" Baumeister nennen die Ratsprotokolle Jakob Späz.3°) • Im Jahre 1577 ließ der Rat im Obergeschoß des wuchtigen Torgebäudes an der oberen Brücke die Schulwohnung für Kaspar Thierfelder einrichten. Das Brückengeländer wurde bis zum ersten Joch hinaus beiderieils mit Latten eng vernagelt und dem Torhüter ernstlich befohlen, keine Kinder auf die Brücke, hinauszulassen. Der Schulmeister wurde beauftragt, die Schüler bei ihrem Weggang nach dem Unterricht zu beaufsichtigen und sie heimguschaffen.4") Die Schonung der Schulzimmereinrichtung, vor allem der Oefen, legte man ihm besonders nahe, „sonnst khunde man es hernach von gem-ainer Statt wegen nit wider machen lassen."") Als besonders befähigter Mathematiker begann Thierfelder schon 1570 mit der Abfassung eines arithmetischen Lehrbuches,") das 1587 bei Leonhard Heußler in Nürnberg gedruckt wurde. Der volle Titel dieses Werkes lautet: „Arithmetica Oder REchenbuch / Auff den Linien vnd Ziffern / mit Vortheyl vnd Behendigkeit / auf allerley gebräuchliche Hauß / vnd Kauffmianns Rechnung / Müntzschlag / Beschickung deß Thi- gels / Kunstrechnung / gründlich beschrieben / inn Frag vnd Antwort gestellet: Durch Kaspar Thierfeldern / Schul vnd Rechenmeyster zu Stetjer."43) Der Verfasser widmete dieses mit zahlreichen praktischen Rechenbeispielen versehene Lehrbuch den „Edlen / Ehrnvesten / Fürsichtigen / Ehrsamen vnnd Wersten Herren / Bürgermeystern / Richter vnd Raht / bet Löblichen Statt Sieger / im Ertzhertzogthumb Oesterreich / ob der Enns gelegen." Vermutlich im Jahre 1594 starb Kaspar Thierfelder,") der bedeutendste deutsche Schulmeister der Stadt Steyr in der Reformationszeit. Bis 1596 dürfte fein Sohn Daniel vorübergehend den Unterricht an der Neutorschule geleitet haben.43) Ende Juli dieses Jahres wurde vom Rate . fein Bruder Basilius mit diesem Schuldienst betraut. Der Schulmeister Konrad Franckh und der Maler Adam Dorninggs, die sich ebenfalls um diese Lehrstelle bemühten, wurden von der Stadtobrigkeit abgewiesen.") Der Schul- und Rechenmeister Basilius Thierfelder, seit 1590 vermählt mit Anna, der Tochter des Mautbeschauers Georg Pruckhner,") kam Ober Lchenbuch / Stoff den Limen vnd Ziffern/ mlrÄorchMynd Behmdigkeit/auf allerlei? gebräuchliche Hauß / vnd Kaufst marms Rechnung/Münbfchlag / Beschickung deßThtgels/Kunstrechnung/gründr^ sich beschrieben/ inn Frag pßb * Antwort gestellet: 5 , Bor» k* KasparThierftldcm/Schu! vnd Rechenmeyster zu Stkyer. GcDmcktznMmbcrg/durch LeonhardHeußler. ' M. D, LXXXVU Titelbild des com Steyrer Schulmeister £afpar Thierfelder 158? verfaßten Rechenbuches. (Original im städt. Museum. 14

Dort der Schule in Steyrdorf. Im Jahre 1601 kaufte er ein Grundstück, erbaute ein Jahr später eine kleine Zweckschmiede und erwarb das Bürgerrecht.") Mit seinem Bruder Daniel verstand er sich nicht gut, ja es hat den Anschein, als ob ihn dieser von seiner Stelle verdrängen wollte.") 1619 kündigte ihm der Rat die Wohnung auf dem „Thor" (Neutor) und ernannte im folgenden Jahre Daniel Thierfelder zum Schulmeister,") der aber bisher nicht immer als Lehrer tätig war. Seine Hauptbeschäftigung bildete das „Prokuriern und Schriftenstellen". So lange er den Schuldienst versah, war ihm diese Betätigung von der Stadtbehörde strengstens untersagt. Es ist anzunehmen, daß er bis zum Ende des Jahres 1624 als Schulmeister am Neutor wirkte, denn 1622 wurde sein Ansuchen um Verleihung einer Prokuratorstelle abgelehnt. Die Ratsprotokolle erwähnen ihn letztmalig im Jänner 1625 anläßlich einer Vergütung für eine „Traidausraitung".") Sein Nachfolger wurde der katholische Schulmeister Tobias Pannagl aus Mondsee.") Der Unterricht in Steyrdorf und Aichek. In der Vorstadt Steyrdorf bestand bis zum Jahre 1590 keine eigene Schule.") Zu Anfang der Siebzigerjahre dieses Jahrhunderts erteilte im Spital der alte Schulhalter Christoph Fraidler Katechismus-Unterricht, wofür er vom Rat aus dem Mautgefälle 15 Gulden erhielt.") Die seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts sich in diesem Stadtviertel stark ausbreitende Kleineisenindustrie verursachte eine beträchtliche Zunahme der Bevölkerung, so daß hier um 1580 die Errichtung einer Schule wohl notwendig gewesen wäre. Viele Eltern schickten wegen des weiten Schulweges, der zudem über die Steyrbrücke führte, ihre Kinder nur ungern in eine der beiden Stadlschulen. Diese Umstände begünstigten die Entstehung der Winkelschulen. Kaspar Thierfelder und Ullman beschwerten sich daher 1578 bei der Stadtobrigkeit über das Schulhalten der „Kautzhammerin beim Linzerbecken im Steierdorfs" und über die gleiche Betätigung des Zuckermachers in „Eigicht" (Aichet), weil diese Personen die „guten Künste" nicht gelernt hätten.") Während erstere in späteren Archivalien nicht mehr genannt wird, ist vom „Zugkher Pacher", er heißt Stephan Hager, noch oft die Rede. Der 1583 vom Rate gefaßte Beschluß, ihn aus der Stadt hinwegzuschaffen, wurde nicht verwirklicht. Es dürfte die Stadtbehörde seine unterrichtliche Tätigkeit bis 1589 stillschweigend gebilligt haben. Ende Juni dieses Jahres sollte er jedoch seinen Winkelschulbetrieb endgültig einstellen, nur drei Wochen durfte er noch unterrichten, um von den Kindern das Quatembergeld eintreiben zu können. Hager hingegen hielt sich nicht an diese Verfügung. Im Oktober beschloß daher der Rat neuerdings feine Ausweisung, da auch die fünf Steyrdorfer Viertelmeister die Anstellung eines deutschen Schulmeisters verlangten.") Dieser Bitte wurde am 15. Nov. stattgegeben.") Ursprünglich sollte diese Stelle, um die sich bereits im August der Schulhalter Gaschin beworben hatte, Christoph Ullman von der Schule im „Gemeinen Kasten" bekommen.") Doch Basilius Thierfelder, der seinen Vater schon durch mehrere Jahre im Schuldienst unterstützt hatte, wurde im August 1590 zum Schulmeister ernannt. Er bekam den Auftrag, auch den Katechismus zu lehren und wurde ermahnt, der Jugend „in seinem Leben und Wandel" ein gutes Beispiel zu geben.59) Obwohl die, Schülerzahl in diesem Stadtteil ungefähr so groß war wie in den beiden Stadtschulen zusammen, verweigerte der Rat die Uebernahme der Schulkosten mit dem Hinweis, daß er ohnehin zwei Schulmeister in der Stadt zu unterhalten habe und daher die „Steyrdorfer Gmain", für diese Auslagen selbst aufkommen müsse?") 15

Als 1596 Thierfelder an die Neutorschule versetzt wurde-, stellte der Rat in Steyrdorf keinen Schulmeister mehr an. Die Bewerber, ein Student namens Jakob Söller und der Schulmeister Friedrich Engelhart, wurden mit dem Bemerken abgewiesen, daß man „aus allerhand fürfallenden beweglichen Ursachen" nicht gesonnen sei, einen dritten Schulmeister aufzunehmen.") Bauern- -unruhen und Türkengefahr bewirkten eben Einschränkungen im Schulwesen. Nach Einstellung des 'geordneten Unterrichtsbetriebes entfalteten die Winkelschulmeister Melzer, Schwingenhamer und Stefan Hager wieder ihre Tätigkeit, die aber durch einen Ratsbeschluß ein schnelles Ende fand. Hager dürfte zu seinem ferneren Lebensunterhalt vom Bruderhausverwalter eine wöchentliche Unterstützung erhalten haben?') Eine Neubesetzung der Steyrdorfer Schule erfolgte wahrscheinlich erst wieder um 1608, in welchem Jahre, wie bereits erwähnt, der protestantische Gottesdienst in Steyr neuerdings eingeführt und die evangelische Lateinschule abermals eröffnet mürbe?3) Vermutlich unterrichtete in Steyrdorf bis 1624 der frühere Anwärter Friedrich Engelhart, seit 1610 verheiratet mit der Bürgers- und Nestlerstochter Barbara Rothmayr?3) Im Jahre 1620 bat der Schulmeister Hermann Kämpel um eine „extra ordinär" Schulmeisterstelle in Steyrdorf. Der Rat wies mit Entrüstung diese „unzeilige Behelligung" zurück?3) In A i ch e t, dem bekannten Winkelschul-Vorort, wird ab 1609 und in den folgenden Jahren der Schulmeister Sebastian Weindl erwähnt?3) Sein Nachfolger dürfte Paul Pächter gewesen sein, der im Jänner 1625 nach Auszahlung einer Abfertigung in „gutem Geld" verabschiedet wurde.") Die Schule in Ennsdorf. Die erste Nachricht über das Schulwesen im östlichen Stadtviertel bildet ein Ratsbeschluß vom 21. Mai 1599, nach welchem der „Gemein in Ennsdorf" die Eröffnung einer Schule nicht gestattet wurde: „Dieweil! man mit Deutschen Schulen genuegsam versehen vnd der Gemain in Ennhdorff Kinder kein so weilten weg dahin33) haben, so hat demnach der Supplikanten begeren nit statt"?3) Die Zeitereignisse verhinderten vermutlich auch in diesem Stadtteil die Errichtung einer Schule. 1609 erwähnen die evangelischen Taufmatrikerü") und 1619 die Ratsprotokolle") den deutschen Schulmeister Johann Reidtnitz (Reudniz), der um diese Zeit jedenfalls in Ennsdorf gewirkt haben muhte, da die übrigen Schulen mit Lehrern besetzt waren. Einige Jahre später berichten die Protokolle von einem Schulmeister Raidinger, der um 1624 starb. Im Juni dieses Jahres verlieh der Rat den Ennsdorfer Schuldienst auf „Wohlverhalten" dem wahrscheinlich aus Klosterneuburg zugewanderten Hermann Kämpel (Khämpl, Kampl)?') 1613 vermählte er sich mit einer Steyrer Bürgerstochter, bewarb sich um das Bürgerrecht und versuchte mehrere Male, eine Schulmeisterstelle zu bekommen. Eine ihm 1620 bewilligte „extra ordinari" Prokuratorstelle dürfte ihm nicht zugesagt haben, da er auch hernach noch die Schulmeisterstelle in Ennsdorf anstrebte. Als er seinen Dienst antrat, hatte er verschiedene Schwierigkeiten zu überwinden. So unterhielt die Witwe Raidingers noch 1622 eine Winkelschule, und die Stadtbehörde erklärte sich erst 1624 bereit, den Betrag von sieben Gulden als Wohnungszins für ihn zu bezahlen?3) Kämpe! verblieb auch nach der Gegenreformation im Schuldienst, er bekannte sich jedenfalls zur katholischen Religion?3) 16

■ Weder in Stetjrborf noch in Ennsdorf konnte die Lage des Schulhauses feftgelegr werden. Die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Schulmeister. Bestimmte Angaben über das Einkommen der deutschen Schulmeister fehlen in den Archivalien, es ist auch nicht die Höhe des von den Eltern zu entrichtenden Schulgeldes bekannt. Da die Erträgnisse aus dieser Einnahmsquelle abhängig waren von der Zahl der schulbesuchenden Kinder, kann man das energische Auftreten der Schulmeister gegen die Winkelschulen wohl verstehen. Einmütig verlangten sie z. B. auch im Jahre 1616 von der Stadtbehörde die Abschaffung der „Stimpler".") Während den Schulmeistern in der Stadt (am Berg und im Neutor) eine freie Schulwohnung zur Verfügung stand, hatten die in Steyr- und Ennsdorf mit der Zuweisung einer solchen häufig Schwierigkeiten, denn es wurde diesen Lehrern überlassen, die Bürgerschaft zur Zahlung einer Wohnungsbeihilfe zu bewegen.") Eine recht bescheidene und sauer verdiente Erhöhung der Einnahmen brachlen die Gaben der Recordation zu Gregori (12. März). Seit 1610 mußten die Schulmeister jährlich die Bewilligung zur Feier dieses alten, die Winterschule beschließenden Schulfestes beim Rate einholen. Anfangs an drei, später an zwei Tagen wurden mit den Schülern Umzüge veranstaltet, wobei die Burgfriedensgrenzen und das „ausgezeigte Revier" (Stadt, Steyrdorf, Ennsdorf) nicht überschritten werden durfte. Jedesmal wurde den Supplikanten „geziemende Bescheidenheit" und ab und zu auch das Singen „geistlicher Gsängec" eingeschürft. Bei kaltem, windigem Wetter verschob man diese Veranstaltung auf eine günstigere Zeit. Im Jahre 1624 wurde sie „bedenklicher Ursachen wegen" auch untersagt.") Finanziell gut gestellt marjtur der Rechenmeister Kaspar Thierfelder. Anläßlich seiner Berufung nach Steyr im Jahre 1567 bewilligte ihm der Rat außer der zinsfreien „Herberg" eine jährliche Provision von 25 Gulden Rheinisch in Münz und ab 1593 für den Katechismus-Unterricht pro Jahr 25 Gulden aus der Maut. Wahrscheinlich erhielt er außerdem noch eine besondere Entlohnung für feine Mitwirkung beim Chorgesang in der Kirche.") Thierfelder schrieb 1589 für den Rat die „Müllner und Peckhen Probs Raittung", eine sorgfältig ausgeführte umfangreiche Arbeit, die ihm 120 Taler eintrug.") Er wurde auch beauftragt, die Bücher der Stadtkasse in Ordnung zu bringen.80) Nach dem Steuerbuch aus dem Jahre 1986 befaß er in der oberen Zeile am Wieferfeld zwei Häuser, die später Ulrich Haller kaufte.8') Die Einnahmen aus dem Schuldienst allein reichten im allgemeinen zum Leben kaum aus. Mancher Schulmeister mußte sich daher um einen Nebenverdienst umsehen. Daniel Thierfelder betrieb neben dem Unterricht zeitweilig die Prokuratur. Für den Linzer Ratsbürger Lienhart Wasserbeckh ätzte er in Stein 1594 einen hübschen Steckkalender.88) Sein Bruder Basilius versuchte 1606 nach Art der Lateinschulmeister sein Einkommen durch die Aufführung einer Komödie zu verbessern.88) War aber das Elend schon unerträglich geworden, dann wandte sich gar mancher Schulmeister, wie z. B. Christoph Ullman im Jahre 1602, an den ehrsamen Rat, der ihm dann „zu einer Erqötzlichkeit aus autem Willen" einige Gulden Zukommen ließ.88) _ Gelegentlich fanden sich wandernde Schulmeister in der Stadt ein, die entweder um eine Schulstelle oder um eine Unterstützung ansuchten.88) 1616 bat 17

sogar der Lehrer Paul Hueber um die Erlaubnis, bei der Kirche für sich sammeln zu dürfen. Die Stadtobrigkeit jedoch gewährte nicht diese Bitte, verehrte ihm aber zwei Gulden?") So war die wirtschaftliche Lage der deutschen Schulmeister keineswegs rosig. Ihr Einkommen war bedeutend geringer als jenes der Lateinschulmeister, die außer ihren fixen Einnahmen noch häufig mit namhaften Vermächtnissen wohlhabender Bürger rechnen konnten. Auch in gesellschaftlicher Hinsicht standen die Schulmeister nicht sonderlich hoch. Am besten zeigt dies die Tatsache, daß der Rat 1590 das Ansuchen Kaspar Thierfelders, seinem Sohn Basilius den Hochzeitstanz auf dem Rathause zu gestatten, ablehnte?') Man zählte eben die Lehrer zu den „gemeinen Bürgersleuten", denen seit 1582 für hochzeitliche Veranstaltungen nicht nur der Rathaussaal, sondern auch die Musik des Stadtturners versagt mar?8) . Das außerdienstliche Verhalten der Schulmeister gab niemals Anlaß zu einer Klage, nur über die Brüder Thierfelder bringen die Ralsprolokolle unvollständige Angaben über verhängte Strafen. Im Jahre 1599 erhielt der Stadtrichter den Auftrag, Basilius Thierfelder anderen zum Abscheu alsbald wieder in Verhaft zu ziehen. Der Grund für diese Maßnahme wird aber nicht angeführt?") Daniel Thierfelder, der sich bereits 1617 einem Klingenichmied gegenüber gewalttätig benahm, wurde 1621 beschuldigt, einquartierte Soldaten beschimpft zu haben. Der Rat faßte in dieser Sache folgenden Beschluß: „Wann der Thierselder zu diesem Exceß nit ist geuhrsacht worden, So soll Er 10 Tag lang aufs den Thurn täglich 3 stundt lang aufs den Khnebl gefegt werden.""") Es ist nicht bekannt, ob er die vorgesehene Strafe auch abbüßen muhte. Die Schulaufsicht. Die von der Stadtobrigkeit bestellten Schulinspektoren, zumeist einflußreiche Ratsbürger, hatten die Aufgabe, den durch eine „Schulordnung" geregelten Unterrichtsbetrieb zu überwachen. Ohne ihr Wissen durften die Schulmeister auch nicht verreisen. Die „Instruktionen" für die deutschen Schulen sind nicht mehr vorhanden, doch finden sie in den Sitzungsberichten.des Rates mehrmals Erwähnung. Es ist daher nicht möglich, tieferen Einblick in die inneren Schulangelegenheiten zu gewinnen. Nur 1584 berichten die Protokolle, daß durch den Stadtkämmerer Katechismen an die Prediger und Schulmeister zur Verteilung gelangten."') Der 1567 vom evangelischen Ministerium ausgearbeiteten Kirchenordnung, die Bestimmungen über die Kinderlehre in der Schulkirche (Dominikanerkirche) enthielt,"") folgte 1570 eine vom Prädikanten gestellte deutsche Schulordnung, die der Rat genehmigte."") In den Jahren 1589 und 1595 wurden Verbesserungen im Schulwesen vorgenommen und 1617 die Ratsbürger Joachim Händl, Hans Zehetner, Adam Turnperger, Sebastian Wernberger und Samuel Urls- perger beauftragt, die deutsche Schul-Jnstruktion zu überprüfen.®4) In diesem Zusammenhang sei auch hingewiesen auf die Jnfektionsordnung des Prädikanten Basilius Kammerhofer aus dem Jahre 1569, die bei einem leichten Verlauf einer Seuche die Weiterführung der Kinderlehren und des Unterrichtes verlangte. „Dem Schulmeister aber soll man befehlen, daß er fleißig Aufsehen auf die Kranken habe, und so er etman erführe, daß in einem Haus die Infektion wäre, daraus einer oder mehr Knaben zu ihm in die Schule gingen, da soll er dieselben Knaben, ob sie gleich noch gesund seien, heißend daheim bleiben und sie nicht unter die anderen Kinder kommen lassen.""") 18

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts waren die deutschen Schulen alle Quatember zu inspizieren. Aber auch monatlich konnte eine „Visitation" vorgenommen werden, wenn es die Notdurft erforderte. Die Inspektoren wurden angewiesen, nachzusehen, „wie die liebe Jugend in Lehr und Leben" gehalten werde und hatten die Weisung, die Schulmeister zu „korrigieren"?9) lieber die Jnspektionsergebnisse mußte dem Rate ausführlich berichtet werden. Wie noch vorhandene Bittschriften zeigen, fiel es den um 1570 schon hochbetagten Schulhaltern Perger und Fraidler besonders schwer, den Anordnungen der Inspektoren Schreyer und Lampel nachzukommen?') Nicht selten beschwerten sich die L:chulaufsichtsorgane über den „Unfleiß" der Schulmeister. Ullman, Kaspar Thierfelder und später auch seine Söhne hatten sich aus diesem Grunde öfters vor der stadtbehörde zu verantworten?9) In den Quellen finden sich die Namen folgender Schulinspektoren: 1570 Mag. Johann Schreyer, Wolfgang Lampel,99) 1589 Pfarrer Mag. Balthasar, Simon Händl, Wolf Pfeffer!/9") 1592 Aidn, Märtlseder, Augustin Resch, Wolf Pfeffert,"") 1599 Hans Stander, Matthias Jechlinger,102) ' 1611 Johann Jfingius, Dr. Ortner, Steiner, Spüneßperger, Püchler, Kosman Mann/°H 1615 Zehetner, Reinhart, Wernberger, Urlsperger,194) 1619 M.Bayr, Dirnperger, Stander, Edlinger, Jörger,'99) 1622 Tobias Schaidthauff, Dirnperger, Stander, Jörger?99) Abschließend kann gesagt werden, daß zur Zeit der Glaubensspaltung das gesamte Schulwesen Steyrs dem Magistrate unterstand. „Das Schulwesen", so berichteten die Steyrer am 2. Mai 1600 an den Landeshauptmann, „sei un- widerfprechlich ihr und gemeiner Stadt Eigentum feit Kaiser Ferdinands Zeia"""> Der Rat ernannte und enthob daher die Schulmeister, bestätigte die Schulordnung und überwachte den Unterricht. Die politischen und religiösen Geschehnisse der Jahre 1625 und 1626 beschleunigten den wirtschaftlichen Zusammenbruch der Eisenstadt. Wie der Chronist Jakob Zetl berichtet, war schon 1622 die Not überaus groß. Es war kein Wochenmarkr, kein Bauer kam in die Stadt und die Bürger trugen Silbergeschmeide, Zinngeschirr und Bettgewand hinaus, zu den Bauern, um dafür Getreide einzutauschen?99) In diesen schweren Zeitläuften wurde das Schulwesen völlig, in den Hintergrund -gedrängt, so daß im Jahre 1629 nur zwei deutsche Schulmeister-erwähnt merben.109) Erst die folgenden Jahrzehnte brachten allmählich wieder einen Aufstieg des deutschen Schulwesens in Steyr. Anmerkungen: (Rp. — Ratsprotokoll, — Faszikel, ' A. — Aasten, L. Lade. Sämtliche Archivalien befinden sich im Stadtarchiv Steyr). ,l) „Teitschschreiben" — Schönschreiben (an der Llementarklasse der Linzer Lateinschule). A. Ziegler, Aurze Geschichte des Volksschulwesens des Stadtschulbezirkss Linz. .(92L S. 87. " °) Rxi v. 5. t. \600. von einem lateinischen Schulmeister ist auch 1602 noch die Red-e. Gr ersuchte den Rat um das Aostaeld für die Astanten. Rp. 1602, 177, 288, 297’. s) 21p. 1600, 258. 4) Rp. 1602, 174 f. 5) Rp. 1602, 265. - 6) Die bedeutendste Urkunde in dieser Hinsicht ist -der noch erhaltene Spruchbrief Herzog Albrechts V. aus dem Jahre 1457, nach welchem der dem Pfarrer von Steyr in allen unterrichtlichen Belangen unterstehende Schulmeister' im gütlichen Linvsr19

nehmen zwischen dem Abte von Garsten und den Bürgern von £te>'r eingesetzt werden mußte. (J. Pfarrkirche (505—(605, K. XI, £.25, Nr. (5.) — (552 beklagte sich Abt Ulrich von Garsten, daß sich die Steyrer nicht an die Entscheidung des Landesfürsten halten. (F. Pfarrkirche (505—(605, Nr. 64.) — (597 wird in einem „Theologischen Bedenken der Stadt Steyr" das in obiger Urkunde festgslegte Ernennnngsrecht nur dem Stadtxfarrer und dem Rate zugeschrieben, der Abt von Garsten sei in dem Sxruchbrief „nur ehrenthalber benennet worden". (F. Religionsarten (582—1609, K.XI, L. 24, Nr. (708.) 7) Rp. (602, 5(7'; (605, (8 f, 25’; (60-$, (05’. 8) A. Rolleder, L. Pillewizer, Die Schulen der Stadt Steyr in der Reformationszeit. Beiträge zur östsrr. Lrziehungs- und Schulgeschichte, perausgegeben von der österr. Gruppe d. Gesellschaft f. deutsche Lrziehungs- u. Schulgeschichte, Pest XVIII. (9(8, S. -$9 f. — Rp. (605, 26’. — F. Pfarrkirche (505—(605, K.XI. L. 25, Nr. 87. 9) R. Stumpf!, Das alte Schultbeatev in Steyr. Beimatgaue (95(. 5. (57 ff. 1°) Rp. (62-$, 76, 265, 5-$(, 555; (625. (0. — Jm November (62-$ sollte die Rechenschule im Gemeinen Aasten, darin der Schulmeister Sandig wohnte, unteraebracht werden. Rp. (62-$, -$(7. ") F. Normal- u. lateinische Schulen (557—(777. K. XI, L. 56, Nr. 27. — Rolleder, pillewizer, a, a. ©., S. 57 f. 12) Rp. (576, Bd. 5, 5. (. 13) K. Bergthaler, Die Bruderhausstiftung in Steyr und ihr Besitzstand in der geschichtlichen Lntwicklung. Bausarbeit für die Mittelschullehrerprüfung. (9-$6, ZTianu- skript. 5. 6 f. ") F. Berndt, Alte päuser in Steyr. Steyrer Zeitung 1929, Z!r. (-$, 15) K. Lder, Glaubenssxaltung und Landstände in ©esterreich ob der (Enns. (525—(602. 5.62. — K. Lder, Das Land ob der (Enns vor dev Glaubensspaltung. 5. 4(5. 16) Steuerbuch (575. — vermutlich starb perger zu Beginn des Jahres (576. von seinen Kindern findet die Tochter Katharina (Leschenprantin) Erwähnung. Rp. (576, (23. 17) Rp. (57(, Bd. I, S. 52(. — Rolleder, pillewizer, a. a. ©., s. 58. ,s) Rp. (57-$, Bd. -$, s. 365. Pier erstmalig dis Bezeichnung „Teutsche Schnell auf-dem gemainen Lasten". 19) F. Norm«!- n. lateinische Schulen (557—(777. Nr. 27. — A. Backel, Jur Geschichte der lutherischen Stadtschulen in Steyr. S. 7. • 2») Rp. (576, Bd. 5, s. (, 6, 33f, 35. • 21) Rp. (576, Bd. 5, S. (, 53 f. 22) Rp. (576, Bd. 5, S. (68 f. 23) Rp. (595, (56. — Schon (576 verlangte Dr. Maternus pammer diese Räume (Rp. (576, Bd. 5. S. (). — Josef Mfner, Jur Geschichte des Steyrer Sanitätswesens im (6. Jahrhundert. Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr. November (950, 5. 5. 24) Rx. (595, (9-$. 2") Auch Sandig, Sändtig, Säntig (Rp. (6(6, -$g’, 57). 26) Stadtpfarramt Steyr, Evangelische Tvauungsmatriken (6(6. 21) Rp. (6(6, 203’; (6(7, -$2’.—Rolleder, pillewizer, am.©., s. 50. 22) Rx. (62-$, -$<$-$; (628,’ (25.. 22) F. Berndt, Die „uralte Schule am Berg" in Steyr. Welt und Beimat. Beilage zur Linzer „Tages Post". (957. Nr. -$o. , 30) Steuerbuch (567, 5. (6. vermutlich handelt es sich um den in den Akten (F. Normal- u. lciteinische Schulen (557—(777, Nr. 27) um (570 genannten „Substituten" für den alten Fraidler. 81) F. Normal- u. lateinische Schulen (557—(777. Nr. 27. — Rolleder, Pillewizer, a. a. ©., S. 57. — A. packel, a. a. ©., S. (O f. 22) Rp. (576, Bd. 5, s. 528; (577, 458, 474 f, 624. 3i>) Rp, (577, Bd. 5, 5. 558; (595, 204, 2(8. Klausner bezogdie Wohnung des „Bildhauers", dem gekündiat wurde. Der Name des Bildhauers ist nickt anseaeben. (Rx. (595, (94). 24) Rp. 1602 v. (5. 5., s. 80; (601, 255; (602, 52’. 20

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