Werkruf - Jahrgang 2 - Folge 5 - 1939

Werkszeitung der aimler=Duch Aktiengesellschaft Werkfoto 15 Jahre Steyr-Werke Der ständige Vertreter des Beauftragten für den Vierjahresplan Staatssekretär Körner wird beim Groß-Hppell vom Betriebsführer Generaldirektor Dg. Dr. Georg Meindl begrüßt. 2. Jahrgang. August 1939 Folge 5.

Solbalhjase hallung im Beirlede Pflichterfüllung — Mut — Einsatz — Dißiplin und Kameradschaft NSK. Wir leben in einer Seit, die von jedem in deutschen Betrieben Schaffenden Opfer fordert, die er aber nur dann zu tragen vermag, wenn er die Idee zu begreifen und zu bejahen lernt, aus der heraus diese Opfer ge¬ bracht werden müssen. Die Idee der Kameradschaft ist es, die uns alle heute mehr denn je umschließen muß. Die Kameradschaftsidee hat ihre wurzel ursprünglich im Soldatentum. Man begriff das Wort eigentlich erst so recht, wenn man selbst den Waffenrock getragen hatte und noch mehr, wenn man draußen in Hot und Tod, in Kampf und Sieg aufeinander angewiesen war, wie nie zuvor im Leben. Da war der Mann zur Rechten und zur Linken das, was das deutsche Hohelied von der Kamerad¬ schaft „als wärs ein Stück von mir“ nennt. Soldat sein heißt Kämpfer sein. In diesem Sinne sind wir heute alle, Mann und Frau, Kämpfer. Die gegenwärtige Seit erfordert, daß jeder von uns den Dosten bezieht, von dem aus er seinem Daterlande am besten dienen kann, der eine mit der Waffe in der Hand, der andere am pflug und Schraubstock. Alle nationalsozialistische Schulung und Er¬ ziehung, also auch die nationalsozialistische Arbeitsidee, hat das Siel, nicht nur das Können und die Leistung zu steigern, son¬ dern den Zusammenhalt der deutschen Men¬ schen untereinander zu verstärken, sie zur Kameradschaftsidee hinzuführen. Deutsche Arbeiter und Soldaten haben die gleiche seelische Verfassung und die gleichen seelischen Grundlagen, ja sie sind dieselben Personen. Kameradschaftlicher und soldatischer Geist in der Wehrmacht wie im Arbeitsleben gehören in Deutschland zusammen. Eines ist ohne das andere nicht denkbar. Der Begriff der soldatischen, also auch der kamerad¬ schaftlichen haltung einer Gefolgschaft umschließt nach Professor Dr. Karl Arnhold in seiner Schrift „Wehr¬ hafte Arbeit“ dreierlei: einmal das persönliche Verhältnis des Gefolgsmannes zum Führer, sodann das Gesamtverhältnis der Arbeits¬ kameraden zum Leiter des Betriebes und schließlich auch das unmittelbare Verhältnis der Gefolgschaftsmänner und =frauen unter¬ einander. Der Wert einer Truppe oder einer Gefolg¬ schaft ist abhängig vom sittlichen und könne¬ rischen Wert ihres Führers. Führung wird im Bereich der Arbeit vielfach immer noch mit Organisation verwechselt. Immer wieder trifft man auf Versuche, die betriebliche Führung durch eine kluge Or¬ ganisation zu ersetzen, gewissermaßen die schaffenden ilenschen zu „bewirtschaften“ kohle und Eisen, Maschinen und Energie lassen sich bewirtschaften, deutsche Menschen aber nicht. Sie wollen geführt werden. Der tote Stoff untersteht unwandel¬ baren mathematisch=physikalischen Gesetzen, der leben¬ dige Mensch aber gehorcht nur den Naturgesetzen des Lebens. Wer deutsche Menschen mit noch so klug erdachten oder auch gut gemeinten papiernen Anordnungen „steuern“ will, wer starre Führungsparagraphen mit Geboten und noch mehr Verboten aufstellt, wer sich durch hundertfach papierne Kontrolle eine hundert¬ prozentige „Sicherheit“ zu verschaffen versucht, der wird das lebendige Leben stets vergewaltigen. Müdig¬ keit, Unlustgefühl, Stumpfheit und Resignation sind die dann mit fast mathematischer Sicherheit zu erwartenden Folgen. Ja, es wird sogar zu innerer Auflehnung ge¬ gen die Arbeit, den Betrieb oder gar ein Wirtschafts¬ system kommen, wenn der deutsche Arbeitssoldat emp¬ findet, daß sein bestes Können und Wollen umsonst ist, weil — wie Professor Dr. Arnhold sagte — Schreib¬ tischstrategen oder Rezeptverkäufer, die selbst nie unter dem lebendigen Gesetz der Arbeit gestanden haben, ihn organisch zu erfassen versuchen. Deutsche Menschen lassen sich nun einmal nicht vorganisieren“ — sie haben vielmehr den eigenen natür¬ lichen Willen, ihr Leben mitgestalten zu helfen. Dieser Gestaltungswille ist zu respektieren und schöpferisch anzusetzen. Sie wollen nicht durch irgendwelche unsichtbare und anonyme Kräfte gezwungen, sondern wie der Soldat, von weithin sichtbaren verantwortlichen Männern geführt werden. Das Führungsproblem wird daher für unsere deutschen Betriebe zur Schicksalsfrage, ob es gelingt, vom Betriebsführer abwärts bis zum letzten Meister oder Dorarbeiter ein betriebliches Führungskorps zu formen und immer wieder neu zu bilden, das an Können und Erfahrung reich und über¬ legen, an haltung aber einwandfrei, ja vorbildlich ist. Mit der Lösung dieser Aufgabe steht und fällt der deutsche Betrieb. Glich der Betrieb noch vor wenigen Jahren oftmals einem „Landsknechthaufen“, der sich um der Beute willen „kämpfend bald für dies und bald für das“ um einen wagemutigen Fähnleinführer geschart hatte, so wird er in unserer Seit immer mehr zu der für eine Idee verschworenen Gemeinschaft. Er wird zur wahren „Rompanie“, die von dem saubersten, tüchtigsten und stärksten Beauftragten geführt werden soll. Der Weg dieser Kompanien, Regimenter, Divisionen soll in die Freiheit führen. Freiheit aber erringt man nur durch Kampf. Wehrpolitischer Einsatz vereint mit wehr¬ haftem Arbeiten werden diesen Kampf zum siegreichen Ende führen. In ihm reichen sich Soldat und Arbeiter die Hände. Damit sichern sie, hier wie dort, durch die gleichen Tugenden: Pflichterfül¬ lung, Mut, Einsatz, Opfer und Kamerad¬ schaftlichkeit, die Zukunft Deutschlands. R. R.=R. 2

Der erste Festtag. Ganz Steyr war in ein Ieer von Fahnen gehüllt und das Derk Steyr bot sich im schmucken Festkleide den zahlreichen an¬ kommenden Besuchern dar. Die gesamte Gefolgschaft nahm leb¬ haften Anteil an diesem denk¬ würdigen Jubiläum. Am 15. Juli, in den ersten ormittagsstunden kamen die Gäste aus nah und fern und aus der ganzen Ostmark und alus anderen Gauen des Gro߬ leutschen Reiches in das Werk An der Spitze der Gäste, in Vertretung des General=Feldmar¬ schall Göring, nahm sein eng¬ ter Mitarbeiter, Staatssekretär Körner, der ständige Vertreter des General=Feldmarschalls in den Fragen des Dierjahrplanes, im Feste teil. Die Begrüßung Um 10 Uhr versammelten sich die Gäste im, Waffen¬ saal, wo Betriebsführer Dg. Dr. Meindl die Begrüßung vornahm und in kurzer Darstellung die Entwicklung der Steyr=Werke umriß und ganz besonders auf die großen Erfolge seit der Heimkehr der Ostmark hinwies. Sodann überreichte er dem Gauleiter Dg. Eigruber, dem Staatssekretär Körner und dem Dräsidenten Dr. Doß der Steyr=Daimler=Puch=Aktiengesellschaft eine prachtvolle Ausgabe der Festschrift, die anläßlich des Jubiläums herausgegeben und allen Teilnehmern und der Gefolgschaft geschenkt wurde. Ein Rundgang durch das Werk schloß sich an und zeigte den Teilnehmern den gewaltigen Aufbau und Aufstieg des Werkes Steyr. Der Großanstell Um 13 Uhr fand sodann auf dem Appellplatz ein großer Gemeinschaftsappell statt, der vom Betriebs¬ führer Generaldirektor Pg. Dr. Meindl eröffnet wurde, welcher ganz besonders Gauleiter Dg. Eigruber und Staatssekretär Körner willkommen hieß. Sodann ergriff Staatssekretär Körner das Wort und überbrachte die Glückwünsche und Grüße des General¬ Feldmarschalls Göring. Staatssekretär Körner sprach Worte hoher Anerkennung über den geleisteten Aufstieg und veranschaulichte in packender Rede die Bedeutung des Lebenskampfes des deutschen Dolkes, in dem wir stehen und forderte zu größten Anstren¬ gungen auf, um die gestellten Aufgaben in vorbild¬ licher Weise zu erfüllen. Besondere Zustimmung bei den dichtgedrängtlauschen¬ den Zuhörern löste die Bemerkung aus, daß den Steyr=Werken im Rahmen der Reichswerke „Hermann Böring“ ein besonderer Platz zugedacht sei, den wir alle miterkämpfen müssen. Größter Beifall dankte dem Staatssekretär für seine Ausführungen und der Betriebsführer schloß sodann mnit dem Dersprechen zu erneuter Mitarbeit und einem dreifachen „Sieg Hei!“ auf den Führer, den bedeutungsvollen Betriebsappell. Die neue Lehrwerkstätte wird eröffnet Nach dem gemeinsamen Mittagessen, das alle Gäste und die Vertreter der Dresse vereinte, wurden die neuen Gefolgschaftshäuser auf der Ennsleite besich¬ tigt, die einen sehr günstigen Eindruck hinterließen. Dann erfolgte die Eröffnung der Lehrwerkstätte, die in überaus herzerfreuender Form verlief. Mit leuchtenden Blicken standen die Lehrlinge in mustergültiger Einteilung vor ihrer neuen Wirkungs¬ stätte. Nach einleitenden Scharliedern und Sprech¬ chören hielt der Leiter der Lehrlingsschule, Studien¬ assessor Dg. Homann, eine zündende Ansprache in der er den Jungen die Bedeutung der Tat vor Augen hielt, die durch die Errichtung dieser vorbildlichen Lehrwerkstätte geleistet wurde und die Grundsätze der nationalsozialistischen Jugenderziehung darlegte. Er dankte dem Betriebsführer für die Schaffung dieser wunderschönen Lehrlingsschule und forderte die Jungen auf, ihren Dank durch erhöhte Leistung abzustatten. Dann stieg die Fahne zum ersten Male hoch und der Betriebsführer bat Staatssekretär Körner, durch einen Rundgang die neue Wirkungs¬ stätte zu eröffnen. Die gediegene und zweckmäßige Ausstattung der neuen Lehrwerkstätte rief bei allen Besuchern größte Anerkennung hervor. Anschließend sprach der Betriebsjugendwalter Dg. Legat zu den Jungkameraden.

Bezichtigung der Siedlung Minichhobe Anschließend daran setzte sich die Kolonne in die neue Gefolgschaftssiedlung „Minichholz“ in Bewe¬ gung. Kurz vor der Siedlung wurde an hand eines Dlanes die Lage besprochen und sodann wurde die große im Entstehen begriffene Siedlung besichtigt, wobei das großzügige Bauvorhaben der im Vereine mit den Reichswerken „Hermann Göring“ entstehen¬ den Großsiedlung mit größter Anerkennung begrüßt wurde. Snatenstich des neuen Wälzlager-Werkes Nun folgte der feierliche Spatenstich zum neuen Wälzlager=Werk, das in der Nähe der Siedlung Minichholz gelegen ist. pg. Dr. Ing. Judtmann, der Leiter der Planungsabteilung, erklärte die zukünftige Lage der einzelnen Objekte und gab ein eindrucks¬ volles Bild über die Erfolge der Rugellager= und Rollenlagerfabrik Steyr, die diesen Neubau bedingen, zu dem nun bereits die Genehmigung aller Stellen vorliegt. Er bat Staatssekretär Körner, den ersten Spatenstich vorzunehmen und zur Freude der Teil¬ nehmer legte nunmehr Staatssekretär Körner durch seinen Spatenstich den Grundstein zu einem neuen bedeutungsvollen Abschnitt der Steyr=Werke. Der Abend des Samstag vereinte alle Teilnehmer zu einem großen Kameradschaftstreffen im Gemein¬ schaftshaus des Werkes Steyr. Die Abordnungen der Werke Graz und Wien und aller Niederlassungen fanden sich mit der Abordnung der Gefolgschaft des Werkes Steyr und allen anderen Gästen zu einem fröhlichen Abend zusammen, in dem ein vorzügliches Drogramm für einen stimmungsvollen Verlauf sorgte. Heitere Dorträge, Lieder, Jodler, Musik, Zauber¬ künste und vieles Andere boten reichliche Gelegen¬ heit zu ungetrübtem Beisammensein. Werksdirektor pg. Ing. Rausch hielt die Begrüßungsrede und feierte den Seitpunkt, der es uns ermöglichte, dieses glän¬ zende Fest abzuhalten. Unter großem Beifall wurde als Geschenk der liederlassung Berlin dem Betriebsführer Dr. Meindl eine prachtvolle große Dase überreicht, die dieser mit großer Freude in Empfang nahm. Die Werks¬ kapelle sorgte durch ihre Darbietungen für einen angeregten Verlauf und Speise und Trank taten das hrige, um die Teilnehmer zu erfrischen. Das große Feuerwerk Um 21 Uhr traten nun die Teilnehmer des Kamerad schaftsabends geschlossen den Marsch zur Ennsbrücke an, um einem nie erlebten Schauspiel beizuwohnen. Beim Zusammenfluß der Enns und Steyr wurde ein Riesenfeuerwerk abgebrannt, wie es Steyr noch nie gesehen hatte und dichtgedrängt standen die Gäste, die Gefolgschaft des Werkes Steyr und die Bevölkerung der Stadt. Nun folgte eine Stunde lang ein Feuerwerk, das an Pracht und Wirk¬ samkeit kaum zu übertreffen ist. Aus der Enns sprang eine Leuchtfontäne hervor, hunderte Raketen agten in den Abendhimmel hinauf und eine große Zahl lampiongeschmückter Boote fuhr die Enns hinab und vervollständigte das zauberhafte Bild. So ging der erste Festtag seinem Ende entgegen und alle Teilnehmer waren vollauf begeistert über die Durchführung des Festes. Der zweite Festtag Der Weckruf unserer Werksmusik kündigte den Fest¬ gästen und der Gemeinschaft den zweiten Festtag an. Nach dem unserem Betriebsführer dargebrachten Morgenständchen durchzog unsere Werksmusik mit klingendem Spiel die Gefolgschafts=Siedlung auf der Ennsleite und die Stadt, überall freudig begrüßt, um auch den Betriebsführer=Stellvertreter Direktor ng. Rausch mit einem musikalischen Morgengruß zu erfreuen. Die Eröffnung der Jubitäuunsaussteltung Unser Werden und Schaffen zeigten wir in eine prächtigen „Steyr“=Ausstellung. Sie war in der großen Halle unseres neuen Hauptreparaturwerkes unter¬ gebracht und umfaßte neben einer Typenschau unserer Personen= und Heeresfahrzeuge auch die Erzeugung unserer Rugellager= und Rollenlager¬ Fabrik und die Fabrikation unseres Werkes Graz in Fahrrädern und Krafträdern. Besonderen Raum nahm in dieser Jubiläumsausstellung die Gewehrsammlung ein, die einen aufschlußreichen Überblick unserer Waffenerzeugung seit unserem Gründer Josef Werndl bis zum heutigen Tage gab. Im Ehrenhof der Aus¬ stellung begrüßte Direktor Dg.Ing. Rausch dieFestgäste und bat den Betriebsführer Generaldirektor Dg. Dr. Meindl die Jubiläums=Ausstellung zu eröffnen. In kurzen Worten erläuterte unser Betriebsführer Sinn und Wert dieser Ausstellung, erklärte sie für eröffnet und besichtigte sie mit den Festgästen. Das Gememschaltalest Den Abschluß unserer 75=Jahr=Feier bildete das Gemeinschaftsfest am Platze des Deutschen Turn¬ vereines Steyr. Zu Tausenden waren unsere Gefolgschaftsmitglieder mit ihren Angehörigen herbeigeströmt. Für Unter¬ haltung und Belustigung aller Art war bestens vor¬ gesorgt; es wurdhe getanzt, gesungen und gespielt, auf der Schießstätte und der Regelbahn herrschte Hoch¬ betrieb, die Kinder jubelten dem Kasperl zu und unsere beiden Rd§=Schiffe in den Bierzelten waren voll besetzt. Es waren schöne und frohe Stunden, die wir mit unseren Kameraden aus allen Werken, Betrieben und liederlassungen verbrachten und an die wir alle noch lange und gerne zurückdenken werden, mit dem Wunsche, daß unser Unternehmen im Rahmen der Reichswerke „Hermann Göring“ seine Aufgabe er¬ füllen und stolz und groß einst seine „100=Jahr=Feier“ als ostmärkisches Zentrum der Eisen und Stahl ver¬ arbeitenden Industrie Großdeutschlands begehen möge. 4

Rameraden! Auflageplatte AP lag irgenwo seitwärts am Boden. Ihr habt doch schon alle des öfteren vom Arbeits¬ schutz gehört und gesehen; gehört in Dorträgen, gesehen an Wandtafeln u. dgl. Was ist eigentlich Arbeitsschutz? Arbeitsschutz ist Alles, was man tun kann, um uns arbeitende Menschen, sei es wo immer, an der Werk¬ bank oder in einer Schreibstube, vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren. Da müssen wir alle zusammen¬ stehen, Betriebsführer und Gefolgschaft. Es ist ganz falsch, wenn mancher glaubt, die Betriebs¬ führung müsse alles tun und ständig auf mich aufpassen, damit mir ja nichts geschieht. Kameraden, so ist das nicht. Wohl wird die Betriebsführung bestrebt sein, Zug um Zug, alles im Rahmen des Möglichen zu tun. Aber etwas müssen wir schon selber beitragen, umsomehr, da wir ja eine große Gemeinschaft und Kameraden sind und deshalb nicht nur auf uns selbst, sondern auch auf unseren Nächsten achten müssen. Sauberkeit und Ordnung ist eine der wichtigsten Angelegenheiten im Betrieb! Auf Ordnung kommt es meistens an! Kameraden! Ich will Euch heute keinen Aufsatz über Arbeitsschutz bringen, sondern nur in einem einzigen Beispiel zeigen, wie wichtig die Ordnung im Betriebe ist und wie leicht durch Unachtsamkeit und Nichtbe¬ achtung der einfachsten Schutzmaßnahmen und Hilfs¬ mittel körperliche Schäden entstehen können. Beispiel: Eine einfache Schleifscheibe in unserer Bau¬ schlosserei. Die beigedruckte Skizze zeigt Euch dieselbe in zwei Bildern. Ein Arbeitskamerad wollte das Werk¬ stück W in diesem Falle einen U=Träger, abschleifen. Die Auflageschiene A war um den Abstand h zu tief unten und zu weit von der Schleifscheibe entfernt. Die Falsch Was war die Folge? Dort, wo am linken Bild das x eingezeichnet, hatte der Kamerad seinen Daumen. Er hielt das Werkstück zu kurz und ohne Auflage. Es riß ihm das abzu¬ schleifende Schienenstück nach unten und zerquetschte ihm das vordere Glied des linken Daumens. Nun ist der Mann Seit seines Lebens geschädigt. War das not¬ wendig? Nein! Das rechte Bild soll nicht irgend eine Neuerung dar¬ stellen, sondern es zeigt die richtig eingestellte Auflage wie sie, dort vorhanden und, auch wirklich angebracht, diesen Unfall bestimmt verhütet hätte. Seht Kameraden, solche und ähnliche Fälle kommen immer wieder vor. Wenn man bedenkt, daß, um irgend einen Monat herauszugreifen, im Monat Juni 67 Augen¬ verletzungen durch Nichttragen von Schutzbrillen, ob¬ wohl sie vorhanden, und 81 Riß= und Stichwunden durch absolute Unachtsamkeit zu verzeichnen sind, so sehen wir ganz deutlich, wieviel wir ohne besondere Anstrengung beitragen können, uns, gerade jetzt im Leistungskampf der Betriebe, gesund und einsatzfähig zu erhalten. Das geringste unachtsam am Boden liegengelassene Werkstück oder Werkzeug, die Nichtbeachtung der noch so unwichtig erscheinenden Vorschriften, kann größtes Unheil auslösen. Also noch einmal: „helft alle mit, Ordnung und Sauberkeit im Betriebe zu gestalten und zu erhalten!“ Heil Hitler! Der Arbeitsschutzwalter: Franz Vazansky. Richtig W= Werkstück A-Auflageschiene AP-Auflageplatte

Es ist unbestrittene Tatsache, daß erhöhte Sicherheit im Betrieb Leistungssteigerung bringt. Von dem Bestreben begleitet, auf diesem Gebiet alle Kräfte auszurichten, um im Leistungskampf der Betriebe ehrenvoll zu bestehen, wird die gesamte Gefolgschaft aufgerufen, den Kampf gegen die Unfall¬ gefahr werktätig zu unterstützen. Es ist beabsichtigt, durch Schulung, Vorführungen und sonstige Veranlassungen in der Gefolgschaft für diese Gedanken lebendiges Interesse wach zu erhalten. Als erste Maßnahme in diesem Sinne diene das nachstehende Preisausschreiben: „Jedes Gefolgschaftsmitglied soll neue Maßnahmen zur Verhütung der Betriebsunfälle in Form von Bildern, kurzen Warnartikeln (80-100 Seilen) oder in Dorschlägen von Schutzvorrichtungen unter dem Spruch: „Ungallverkütung ist Dienst am Voche einreichen.“ Es werden Dreise bis zum Gesamtausmaß von Rill 500•— ausgeworfen und zwar: 1. Dreis Rm 100•— 2. Dreis RM 25•— 3. Dreis Rm 10•— die übrigen Preise zu je RIT 5•— Die besten Arbeiten werden unter Angabe der Namen der Dreisträger in der Werkszeitung veröffentlicht. Gefolgschaftsmitglieder, erkennt die Bedeutung dieser Maßnahme und arbeitet durch selbständiges Überlegen und Handeln an dieser Aufgabe mit. Steyr, am 4. September 1939. Heil Hitler! Der Arbeitsschutzwalter: Der stellv. Betriebsführer: Dazansky e.h. Ing. Ernst Rausch eh. 6

„ Steur und bei der Internatio Buch 99 nalen deutschen Alpenfahrt 1939. Zum zweiten Male in der Geschichte des Sports im großdeutschen Reiche war die Ostmark Schauplatz der „Internationalen Deutschen Alpenfahrt 1939.“ In drei Tagesfahrten hatten die Fahrer die über 38 Alpenpässe führende 1726 km lange Gesamtstrecke zurückzulegen. 228 Fahrer hatten sich in München dem Starter gestellt, 171 kamen am Adolf=Hitler=Platz in Wien an. Noch stärker war der Ausfall bei den Mannschaften, von denen nur 6 von den 63 gestarteten strafpunktfrei das Ziel erreichten. 21 in den sechs Sonderprüfungen errungenen Gut¬ punkten wohl punktegleich mit dem besten Fahrer des Altreiches in der Kategorie der 250er Maschinen, in der Gesamtzeit aber um 16 Sekunden rascher war als sein schärfster Gegner. Zudem fielen von den drei in der 250er Gruppe verliehenen Mannschaftspreisen zwei an „Duch“ und zwar durch die wegen ihrer strammen militärischen Zucht und Geschlossenheit der Fahrweise allgemeine Bewunderung erregenden Mannschaften der Motor¬ Soto Sapletal Korpsführer Hühnlein überreicht Cmyral das Edelweiß. „Steyr“ errang bei dieser schweren Wertungsfahrt in der Wertungsgruppe der serienmäßigen Personen¬ wagen von 1•5 bis 3 I von drei Goldenen Alpen¬ Plaketten zwei durch NSRR=Scharführer Rübelt und SRR=Mann Fleischmann, Wien. Silberne Plaketten brachten ISRR=Rottenführer Blaimschein, ISRR=Rotten¬ führer Juszcynski, ISRR=Mann Lodron, Wien, SS¬ Mann Rastl, Steyr und SS=Unterscharführer Schmidin¬ ger. Linz, heim. Hervorragend waren die Leistungen unserer „Duch“¬ Fahrer, die auf „Duch“ 250 S 4 in der Wertungsgruppe der Krafträder bis 250 ccm den größten Erfolg über¬ haupt zu verzeichnen hatten. Von 17 gestarteten Maschinen erkämpften 11 die „Goldene“ und zwar: Techn. Insp. Th. Beranek, UsKR=Scharführer E. Beranek, Wien, USKR=Oberscharführer Jäckel, SS=Mann Cmyral, Graz, NSRR=Sturmführer v. Millenkovich, Graz, SS=Ober¬ scharführer Raschner, Wien, ISRR=Rottenführer Suchanek, ISRR=Rottenführer Walz, ISRR=Truppführer Waska und Ss=Mann Uray, Graz. Die „Silberne“ erhielten: Ss = Untersturmführer Knobloch, Wien, Nowisch (DDac) Berlin, SS=Anwärter Stoltze, Erfurt, SS=Mann von Versbach, Wien. *Den wertvollsten Sonderpreis, das „Edelweiß der Deutschen Alpenfahrt“ erkämpft sich unser alter Hau¬ degen SS=Mann S. Cmyral aus Graz, der mit seinen gruppe „Alpenland“ (v. Millenkovich, Pogner, Waska) und der Motorgruppe „Ostmark“ (Beranek, Suchanek, Walz). Die deutsche Dresse des Altreiches, die bei dieser repräsen¬ tatiosten Wertungsfahrt Großdeutschlands durch ihre aner¬ kannten Fachschriftleiter vertreten war, schrieb über „Steyr“ und „Duch“ u. a.: 12=Uhr=Blatt, Berlin: Der „Steyr 220“ ist der ausgesprochene Gebirgswagen, er hat ein imponierendes Leistungs¬ vermögen. Berliner Lokal=Anzeiger: „von den drei Goldmedaillen gingen zwei an „Steyr“ das Werk, das sich bei der Kon¬ struktion der Fahrzeuge immer schon auf die Erfordernisse (Rosemann. der Gebirgsfähigkeit einstellen mußte“ Ing. H. A. König stellt in der „Motor=Kritik“ fest: Der „Steyr 220“ ist der „Bergsteiger“ hat ungeheuer viel Numm auf den Steigungen drinn. Es war das einzige Fahrzeug, das wir nie kochen gesehen haben. Streng sachlich und dafür umso bemerkenswerter ist die Kritik der „Frankfurter Seitung“ über „Duch“. Sie schreibt in ihrem Bericht über die Wagenfahrt: „Den größten Erfolg hat Duch zu verzeichnen mit 17 Startern u.11 Goldmedaillen. „Steyr“ und „Duch“ haben bei der Internationalen Alpenfahrt 1939, getreu ihrer Tradition, in Ehren bestanden.

Unsere siegreichen 016 Undere beiden diegreichen S. Beramek, Suchanek umd Walr

Fleischmann in Kehre 15 Rübelt am Großglockner Rechnerische Dorarbeit Warmbad Dillach Tapletal und Stuem Fleischmann Großglockner Bei Bleiberg O. Lodron am Loiblpaß

Berufserziehungswerk der DAF. Betriebsgemeinschaft Steur. Unser Betriebsobmann, pg. Kornhäusl hat mir den Auftrag erteilt, das Berufserziehungswerk der Deis auch in unserem Betriebe einzurichten und unserer Be¬ triebsgemeinschaft dienstbar zu machen. Dieses Berufs¬ erziehungswerk ist in vielen Betrieben im Altreich schon seit längerer Seit mit bestem Erfolg eingeführ und hat sich ausgezeichnet bewährt. Die Vorteile sind klar erkenntlich: Dem Einzelnen bringt die durch Er¬ weiterung des beruflichen Lernens und Könnens be¬ dingte Leistungssteigerung naturgemäß die erwünschte Steigerung des Lebensniveaus mit sich. Dem Betrieb bringt die Leistungssteigerung durch erhöhte Droduktion erhöhten Nutzen zu Gunsten der Volksgemeinschaft. Zur besseren Klarstellung dieser Einrichtung sei ein Wort des Reichsorganisationsleiters Pg. Dr. Ley vor¬ angesetzt der sagt: „Wenn wir schon der Arbeit den Weg frei machen wollen, dann müssen wir aber auch den deutschen schaffenden Menschen zum wirk¬ lichen Beherrscher seines Berufes machen“. Der nationalsozialistische Staat verlangt von jedem Schaffenden nicht nur den vollen Einsatz seines Wissens und Könnens in das alltägliche Werk seiner Arbeit, sondern auch den vollen Einsatz seiner Persönlichkeit, d. h. seiner Seele. Von diesen Richtlinien ausgehend, besteht das Ziel der nationalsozialistischen Berufser¬ ziehung darin, die Meisterung und Beherrschung des Faches und Berufes zu erweitern, und durch Formung der Gesamtpersönlichkeit zur Hebung der Arbeits¬ freude im Berufe beizutragen. Zweck der Berufser¬ ziehung ist somit das Erkennen, Wecken und Entfalten aller beruflichen Kräfte. Darüber hinaus liegt der be¬ sondere Wert dieses Erziehungswerkes darin, daß der Einzelne über die Grenzen seines Sonderfaches hinaus¬ schauen lernt und somit das gegenseitige Verständnis für die Aufgaben seiner Mitarbeiter geweckt wird. Neben Leistung und Leistungssteigerung ist auch die Pflege einer ehrlichen und helfenden Kameradschaft vornehmste Aufgabe des Berufserziehungswerkes, einer Kameradschaft, die letzten Endes immer wieder zur Dolksgemeinschaft hinführt. Um diesen vorangeführten Zielen zu dienen, werden in der nächsten Seit unter der Führung berufener Arbeitskameraden unseres Betriebes, Techniker, Drak¬ tiker und Kaufleute, Lehrgemeinschaften eingeführt, die die Aufgabe haben, speziell den aus unserem Betriebe selbst geschöpften reichen Erfahrungsschatz zu vermit¬ teln und zwar in einer Form, die von der bisher gewohnten schulmäßigen wesentlich abweicht. Das Berufserziehungswerk bietet — über die Berufs¬ schulung hinaus — besonders Begabten die Möglichkeit zur Ablegung der Meisterprüfung oder zum Weiter¬ studium in Aufbaukameradschaften für die Mittel= und Hochschulprüfung. Die zur Durchführung kommenden Lehrgemein¬ schaften richten sich in erster Linie nach den Bedürf¬ nissen unseres Betriebes. Um einige wenige herauszu¬ greifen: Schulungslehrgänge für Fachrechnen, Zeich¬ nungen lesen, Seichnen, Rechenschieberrechnen, Me߬ und Toleranzwesen, passungen, Lehrgänge für Dreher, Fräser, Hobler und Schleifer, und andere mehr. Allen diesen Bedürfnissen Rechnung zu tragen, ist nun Aufgabe der Lehrgemeinschaften. Ich richte daher an dieser Stelle an alle Abteilungsleiter, Meister und Sellenobmänner das Ersuchen, diese Bedürfnisse fest¬ stellen zu helfen, Anregungen zu geben und zum guten Gelingen dieser großen Aufgabe einen wesentlichen Teil mit beizutragen. Besonders den Betriebszellenob¬ männern mache ich es zur Pflicht, bei der Aufstellung der Lehrgemeinschaften positiv mitzuarbeiten und ihren Einfluß für die Lehrgemeinschaften einzusetzen. Ich bin überzeugt, daß bei Mitarbeit aller Beru¬ fenen unseres Werkes das Berufserziehungswerk der deutschen Arbeitsfront sich sehr zum Wohle unserer Be¬ triebsgemeinschaft auswirken wird und damit ein Leit¬ wort auch in unserem Betriebe seine Erfüllung findet, welches Reichsorganisationsleiter Pg. Dr. Ley zum 1. Mai gab: „Möge der deutsche Arbeiter einsehen, daß unser Bemühen auf dem Gebiete „Schönheit der Arbeit“ und der „Berufsschulung“ nur ihm gilt und ihn von dem Wahn befreien soll, daß Arbeit eine Strafe sei.“ Ludwig Rathmayr Betriebsberufswalter. 10

Leistung ist kein Grund zum Hochmut. Ein Wort zur Arbeitskameradschaft im Betrieb. Die Fülle der Aufgaben, die wir heute zu bewälti¬ gen haben, verlangt jugendliche Spannkraft und Wendigkeit. Es gibt heute mehr ältere Mitarbeiter in allen Betrieben, als dies jemals zuvor der Fall war. Viele, die sich in ruhigen Seiten längst aus dem Arbeitsleben zurückgezogen hätten und viele, die be¬ reits den Anspruch auf eine Altersrente erworben haben, gehen heute noch unentwegt ihrer Arbeit nach Diesen älteren Arbeitskameraden gebührt der Dank der ganzen Nation. Wenn sie heute noch im gleichen Schritt und Tritt mit den Jüngeren marschieren, so ist dies ein Beweis von Pflichtbewußtsein und Opfersinn, der höchste Achtung verlangt. Im praktischen Leben des Alltags wird leider oft darüber hinweggesehen. Die jungen Draufgänger in den Betrieben denken manchmal ein wenig zu gering¬ schätzig über ihre älteren Arbeitskameraden. Das ist ungerecht! Gewiß, die Leistung ist heute der erste Ma߬ stab für den Wert des Menschen. Jawohl, aber dies gilt nicht nur von der Leistung in der Gegenwart, sondern auch von der Leistung, die ein Wensch schon in vielen Jahrzehnten im Dienste für sein Volk hinter sich gebracht hat. Das sollen die Jungen nicht ver¬ gessen. Sie werden in 30—40 Jahren auch langsamer und bedächtiger sein und sie wollen deswegen nicht geringer geachtet werden. Sie haben allen Grund mit Stolz und Anerkennung vor unseren alten Arbeits¬ kameraden im Betrieb zu stehen. Das gilt für den Lehrling und Betriebsführer genau so wie für jeden anderen. Der Jugend soll der Führungsanspruch, den sie sich durch ihre Leistungen erkämpft, nicht bestritten, dem Alter aber die Achtung, die sie sich bereits ver¬ dient hat, nicht versagt werden. Eine deutsche Hausfran schreibt: Betriebsführer Haustrau. NSK Für jeden Betriebsführer ist es eine Selbstver¬ ständlichkeit, sich immer wieder zu überlegen, wie er seinen Betrieb verbessern und allen gegebenen An¬ forderungen anpassen kann. Nur so können Fortschritte erzielt, nur so können Schwierigkeiten überwunden werden. Wir Hausfrauen sind im Grunde in genau der¬ selben Lage. Zwar hat es lange gedauert, bis wir uns ganz darüber im klaren waren, daß wir ja auch ein Zweig der Volkswirtschaft sind, daß auch wir infolgedessen mit der Seit gehen müssen; aber in den letzten Jahren haben wir es dann dafür um so gründ¬ licher begriffen. Wir wissen heute, daß in der Haus¬ wirtschaft nicht alles beim alten bleibt, daß nicht die Enkelin ihren Haushalt so leiten kann, wie Großmutter und Urgroßmutter ihn geführt haben. Wir sind schon soviel wendiger geworden, so daß wir in diesen Tagen, wo der volle Ernst uns trifft, gar nicht einmal so sehr umzulernen brauchen. Sicherlich müssen wir unsere Phantasie anstrengen, wenn wir hübsche, schmackhafte Gerichte aus den zugeteilten Lebensmitteln herstellen wollen. Aber es ist eigentlich nur ein wenig mehr. Denn im Grunde entsprechen die zugeteilten Mengen dem üblichen Bedarf unseres Dolkes, auf den wir uns eingerichtet haben. Wir werden nur noch erfinderischer sein im Zusammenstellen von Speisen und werden gelehrig alle Anregungen annehmen, die uns gegeben werden. Die Partei steht uns dabei durch ihre Frauenorganisation mit Rat und Hilfe zur Seite. Die Dienststellen und Beratungsstellen des Deutschen Frauenwerkes geben uns über alles Auskunft, was wir gern wissen möchten. Keiner soll der deutschen Hausfrau nachsagen kön¬ nen, daß sie den Erfordernissen der Seit nicht standge¬ halten hat. Im Gegenteil, wir werden unseren Stolz darin setzen, unseren kleinen Betrieb in Ordnung zu halten wie noch nie. Wir werden uns noch mehr spu¬ ten als bisher und werden uns alle Mühe geben, nichts Überflüßiges zu tun, damit wir bereitstehen können, wenn man uns für andere Dinge braucht. Wir wissen ja, daß wir ebensowenig wie jeder andere Betriebsführer Großdeutschlands uns in dieser Seit ohne Strafe Dorteile schaffen können, dadurch zum Beispiel, daß wir die Seit, die uns in größerem Aus¬ maße zur Verfügung steht, für Zwecke benutzen, die uns die nationale Disziplin von selbst verbieten sollte. Wir wollen deshalb nicht einmal mehr einen Gedanken an solch eine Möglichkeit verschwenden und uns lieber überlegen, wo wir helfen können, wo wir uns einschalten können in die Front derer, die die Heimat halten wollen. 11

Der zwingenden Notwendigkeit eines zivilen Luft¬ schutzes im allgemeinen braucht heute nicht mehr das Wort geredet zu werden. Die Erkenntnis hierüber hat in weiten Kreisen unseres Vaterlandes schon Eingang ge¬ funden und gewinnt täglich weiter an Boden. Um so mehr werden sich die zuständigen Stellen der industriellen und gewerblichen Betriebe der ernsten Verantwortung, die ihnen erwächst, bewußt sein. Den feindlichen Luftangriffen werden diejenigen Anlagen besondes ausgesetzt sein, deren Betrieb die Grundlage des Dolks=und Wirtschafts¬ lebens des angegriffenen Landes bildet. Dem Lufischutz aller dieser Werke dem „Werkluftschutz“ muß daher besondere Beachtung geschenkt werden. Sofern der Werkluftschutz noch von der Befürchtung beeinflußt wird, daß mit diesem nicht unerhebliche Kosten verknüpft sind, die der deutschen Wirtschaft nicht zuge¬ mutet werden können, sei hier ausdrücklich betont, daß sich ein großer Teil wichtiger Luftschutzmaßnahmen ohne oder doch mit so geringen Mitteln durchführen läßt, daß die Rosten im Vergleich zum Wert der Maßnahmen völlig in den Hintergrund treten. Der Luftschutz in den industriellen und gewerblichen Betrieben wird nach den Weisungen des Reichsluftfahrt¬ ministeriums von der Reichsgruppe Industrie vorbereitet und durchgeführt. Dies geschieht insbesondere durch so¬ genannte Arbeitspläne. In den Arbeitsplänen wird Seit und Umfang der jeweils durchzuführenden Werkluft¬ schutzmaßnahmen festgelegt.Auf Grund der Arbeitspläne stellen die Dienststellen der Reichsgruppe Industrie an die zum Werkluftschutz gehörenden Betriebe Anforde¬ rungen, und die Betriebe stellen Werkluftschutzpläne auf. Die Leitung der Durchführung des Werkluftschutzes ist zwecks einheitlicher Gestaltung der Berufsorgani¬ sation der Industrie nach Selbstverwaltungsgrundsätzen übertragen. Dieser seit Jahren bewährte Grundsatz wurde in der Ersten Durchführungsverordnung zum Luftschutz¬ gesetz gesetzlich verankert. Es heißt dort, daß es Auf¬ gabe des Luftschutzes sei, das deutsche Dolk und das Reichsgebiet vor den Folgen von Luftangriffen zu schützen, insbesondere Maßnahmen zu treffen, um industrielle und gewerbliche Betriebe und die in diesen tätigen Personen zur Aufrechterhaltung eines ungestörten Gan¬ ges des Betriebes zu schützen. Damit wurde gleichzeitig die Verpflichtung, den Werkluftschutz durchzuführen, gesetzlich klargestellt. Bei der Dorbereitung des Werkluftschutzes muß der Grundsatz vorherrschen, daß der Werkluftschutz der gut organisierte Selbstschutz der Betriebe sein muß. Dann gewinnt man bei allen Fragen, die seine Durchführung betreffen, auch die richtige Einstellung Demnach hat sich der Werkluftschutz nicht nur auf die Gefolgschaft, die bei ihrer Arbeit von einem Luftangriff überrascht wird, sondern auch auf die Werkanlagen, daß nach Möglichkeit der Arbeitsgang ohne größere Störungen fortgeführt werden kann, zu erstrecken. Für den Werkluftschutz verantwortlich, so daß Gefolgschaft, Betrieb und Arbeitsgang bei Luftangriffen den denk¬ 12 bar geringsten Schaden erleiden, kann nur der Betriebs¬ führer sein. Er ist der verantwortliche Leiter seines Be¬ triebes, der allein die Bedeutung seines Betriebes zu beurteilen vermag. Er muß die Kenntnisse und das Wissen haben, die ihn mit der hohen Verantwortung für die Führung seines Betriebes zu allen Seiten aus¬ zeichnen. So ist der Betriebsführer auch der erste Mann im Werkluftschutz seines Betriebes. Ihm zur Seite steht der mit der Leitung und Durch¬ führung dieser wichtigen Maßnahme besonders beauf¬ tragte Werkluftschutzleiter. Im allgemeinen werden im Rahmen der Luftgefähr¬ dung und Empfindlichkeit, Eigenart, Größe und Be¬ deutung des zu schützenden Objekts ausschlaggebend sein. Zu den Maßnahmen, die im Werkluftschutz durch¬ zuführen sind, gehören dann vor allem Maßnahmen auf dem Gebiete des Luftschutzraumbaues, der Ent¬ rümpelung, Derdunkelung und Gerätebeschaffung. Als besonders wichtig aber ist die Ausbildung der erforder¬ lichen Einsatzkräfte anzusehen. Darüber hinaus aber muß es das Bemühen jedes Werkluftschutzleiters sein, die gesamte Gefolgschaft mit dem Wesen des Werk¬ luftschutzes vertraut zu machen. Näheres über die Durch¬ führung des Werkluftschutzes enthalten die von der Reichsgruppe Industrie herausgegebenen Merkblätter. Wird den Weisungen nicht entsprochen, so können von den Dolizeibehörden Zwangsmittel angewandt werden. Der örtliche Luftschutzleiter hat innerhalb des Luft¬ schutzortes die Führung und ist für das einheitliche Zu¬ sammenwirken des Werkluftschutzes mit dem Sicherheits¬ und Hilfsdienst, dem Selbstschutz und erweiterten Selbst¬ schutz verantwortlich. Daher ist ihm von den zuständigen Stellen der Reichsgruppe Industrie über alle Fragen des Werkluftschutzes Auskunft zu erteilen. Er trifft auch die Entscheidung darüber, welche öffentlichen und privaten Dienststellen und gewerblichen und industriellen Betriebe zum Werkluftschutz gehören. Die Ortpolizeibehörde hat die für den Werkluftschutz notwendigen Kräfte aus dem Kreis der nach dem Luftschutzgesetz luftschutzpflichtigen Person heranzuziehen. m Werkluftschutz erstreckt sich die polizeiliche Heran¬ ziehung auf die Werkluftschutz= und Betriebsluftschutz¬ leiter, die übrige Gefolgschaft wird durch diese heran¬ gezogen. Die Heranziehung verpflichtet zur gewissenhaften Erfüllung aller Dienstobliegenheiten, insbesondere zur Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen und Ubun¬ gen. Letztere können vom Betriebsführer und Werk¬ luftschutzleiter angeordnet werden, von den Werkluft¬ schutzvertrauensstellen der Reichsgruppe Industrie und alle dem Werkluftschutz übergeordneten Dienststellen. Angehörige des Werkluftschutzes können, soweit ihre Aufgaben es erfordern, zu Hilfspolizeibeamten bestellt werden. Dies alles kennzeichnet im Hinblick auf die über¬ ragende Wichtigkeit der Industrie im Kriege die besondere große Bedeutung des Werkluftschutzes. Im übrigen muß der Soldat der Arbeit sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß er an der Drehbank eine ebenso wichtige Aufgabe zu erfüllen hat wie der Soldat an der Front.

Werk Steyr. Inspizierung des I. Kraftfahr¬ korps in Steyr. Der NSRK.=Obergruppenführer Seydel nahm kürzlich in Begleitung des ISRR-Gruppenführers Barisani eine Inspizierung der ISRK.=Weiks¬ stürme in Steyr vor. Obergruppenführer Seydel wurde in Steyr vom Führer der NSRR.= Standarte 100, Staffelführer Haus¬ herr und vom Führer der ISRR.= Staffel 1, Obertruppführer Denkmayr empfangen und in die Steyr=Werke geleitet, wo er vom Werksdirektor Dg. Ing. Rausch begrüßt wurde. Der Inspizierende schritt die Front der angetretenen, stramm ausgerichteten ASRR.=Werkstürme 2 und 3/II 100, der Motor=6] und der Werksjugend (Lehrlingsschule) ab. Im Auftrage und in Stellvertretung des Korpsführers Hühnlein entbot Obergruppenführer Seydel den Steyr=Werken und deren Gefolgschaft seinen Gruß. Sein Besuch habe den Zweck, die Zusammenarbeit von Werk und ISRR. zu vertiefen, denn gerade an dem Octe, wo für die Motorisierung des deutschen Dolkes gearbeitet wird, müsse ISRR. zuhause sein. Aus den an die Motor=61 gerichteten Worten war zu entnehmen, daß in deren Reihen bereits 100.000 Jungens Deutschlands stehen; die Sahl werde noch verdreifacht. Über Aufgaben und Pflichten des ISRR. sprechend, erläuterte der Obergruppen¬ führer auch den Zweck der Motorsportschulen, die in fünfwöchigen Lehrgängen die Jugend zu tüchtigen Motor=Wehrmännern erziehe und so den vorgeschriebenen Nachwuchs für die motorisierten Truppenteile heranbildet. Der Führer hat jeder Parteigliederung einen bestimmten Aufgabenkreis zugewiesen; in Steyr, dem Sitz der Kraft¬ fahrzeugwerke müsse das ISRR. besonders erstarken. Den Abschluß der Inspizierung bildete eine eingehende Besichtigung des im Ausbau begriffenen ISRR.=Sturmheimes in Sarning. Wiener Betriebe. Betriebssport in der Krieau Die Betriebssportgemeinschaft unserer Wiener Betriebes Krieau ist vorbildlich. Der Betrieb Krieau erbrachte den Beweis da¬ für, daß es auch in kleineren Betrieben möglich ist, fast alle Gefolgschaftsmitglieder zu betriebsportlicher Tätigkeit anzu¬ halten und eine Betriebssportgemeinschaft zu pflegen.

Lichtbild-Wettbewerb der Steur-Doimler-Duch Aktien-besellschaft Radfahren ist ein volkstümlicher Sport geworden. Das Fahrrad, für jedermann erschwinglich, bietet nicht nur gesundheitlich Dorteile, sondern es er¬ möglicht vor allem auch die Schönheiten der Heimat zu genießen. Um das Interesse des Radfahrers für seinen Sport wachzuhalten, haben wir uns ent¬ schlossen, einen Lichtbild=Wettbewerb zu veranstalten, zu dem wir alle Benutzer unserer Fahrräder herz¬ lich einladen. Die Bedingungen für die Beteiligungen an diesem Wettbewerb sind praktisch so gehalten, daß sich jeder Radfahrer Großdeutschlands daran beteiligen kann; sie lauten im einzelnen wie folgt: An der Teilnahme ist jeder Benutzer eines Marken¬ Fahrrades der Steyr=Daimler=Duch Aktiengesellschaft berechtigt. Wettbewerbsfähig sind photographische Auf¬ nahmen, die im Bilde ganz oder teilweise eines oder mehrere unserer Fahrräder erkennen lassen. In der Wahl der Motive besteht keinerlei Beschränkung. Ebenso besteht keine Vorschrift für die Wahl des Photoapparates oder des Negativmaterials. Die technische Ausführung der Bilder ist den Teilnehmern vollkommen freigestellt, d. h. es können Rontakt¬ kopien, Vergrößerungen, Oldrucke usw. eingesandt werden. Ebenso ist die Einsendung von Mehrfarben¬ photos möglich, für deren Prämiierung das Preis¬ gericht sich — bei Erfüllung der allgemeinen Be¬ dingungen — die Zuerkennung eines Sonderpreises vorbehält. Ein Bewerber darf höchstens drei Lichtbilder einsenden. Im wesentlichen wird es bei der Wahl der Motive darauf ankommen, zu zeigen, welche Freuden der Besitz eines Fahrrades verschaffen kann. Für diesen Hinweis sprechen nicht nur Landschaftsbilder, sondern auch Genrebilder, beispielsweise eine fröhliche Rad¬ fahrergesellschaft beim Dicknick, auf der Fahrt oder bei der Rast an einem schönen Brunnen usw. Auf das „Erleben“ das aus dem Bilde sprechen soll, wäre dem¬ nach der größte Wert zu legen. Unserer Forderung, daß auf dem Bild mindestens eines oder mehrere Räder ersichtlich sein sollen, möge zwanglos entsprochen werden. Das Bild des Fahrrades braucht keineswegs im Mittelpunkt zu stehen, es darf aber keinesfalls ein „gestelltes Bild“ sein. Daraus ergeben sich die Empfehlungen für die Wahl der Motive. Die Aufnahmen sollen das Fahrrad in der heimatlichen Landschaft zeigen und zwar möglichst von einem solchen Standort ausgenommen, der für die Gegend charakteristisch ist. Um die Beschaffenheit der Straße wiederzugeben, wird es auch zweckmäßig sein, den Bildausschnitt so zu wählen, daß die Straße selbst zu sehen ist. Das Bild soll die Fahrbahn erkennen lassen. Da Radfahren gesundheitsfördernd ist, sind auch Aufnahmen erwünscht, die dieser Tatsache Rechnung tragen. Bilder von frischen und fröhlichen Radfahrern entsprechen dieser Forderung. 14 Mit diesen Anregungen sind die möglichen Bild¬ motive keineswegs erschöpft. Aufnahmen von Rad¬ fahrergruppen unterwegs oder bei der Rast, bei Dor¬ bereitungen zur Fahrt usw. können ebenso werbend für die Freizügigkeit und Schönheit des Radfahrsportes sprechen. Für die Beurteilung der eingesandten Bilder ist die einheitliche Aufmachung der Aufnahmen ersorderlich. Aus diesem Grunde bitten wir, die Aufnahmen auf weißem Karton im Format 40X40 cm zu befestigen. Das Bild selbst kann ein beliebiges Format haben, also im Bildausschnitt rechteckig, hoch, quer, qua¬ dratisch, kreisförmig oder oval sein. Damit das Bild zum Karton in harmonischer Beziehung steht, empfehlen wir, die Bildgröße in einem entsprechenden Flächenin¬ halt zu halten, der mindestens dem eines Quadrates 20X20 cm entspricht. Es besteht die Absicht, die preisgekrönten Bilder in einer Wanderausstellung zur Schau zu bringen. Aus diesem Grunde ist eine sorgfältige Aufmachung be¬ sonders erwünscht.

Durch die Teilnahme am Wettbewerb verpflichten sich die Einsender, ihre Lichtbilder gegebenenfalls dieser Ausstellung zur Verfügung zu halten. Der Einsender hat auf dem Karton rechts unten außer dem Titel — eine fünfstellige Kennziffer anzu¬ bringen. Der Titel kann frei gewählt und an beliebiger Stelle angebracht werden. Jede eingereichte Arbeit darf nur einen Titel Gz. B. „Morgenstimmung“, „Rast am Brunnen“ usw.) sowie die fünfstellige Kennziffer enthalten. Ein verschlossener Briefumschlag hat außen die gleiche fünfstellige Kennziffer und innen den Namen und die genaue Anschrift des Einsenders zu enthalten Alle diesen Bedingungen widersprechenden Einsen¬ dungen werden grundsätzlich von der Entscheidung des Dreisgerichtes ausgeschlossen. Die Offnung der Briefumschläge erfolgt erst bei Zusammentritt des Dreis¬ gerichtes. Die Bilder, die für den Wettbewerb bestimmt sind, müssen bis zum 31. Dezember 1939 durch die Post an die Werbezentrale der Steyr=Daimler¬ Puch Aktiengesellschaft Wien 1, Schwarzenbergplatz 18 mit deni Dermerk „Wettbewerb“ eingesandt werden; maßgebend für den richtigen Einsendetermin ist der Poststempel. Wir bitten, die Bilder so zu verpacken, daß sie beim Transport keinesfalls Schaden nehmen und un¬ versehrt zur Beurteilung vorgelegt werden können. Für die besten Aufnahmen werden von einem Preisgericht, dessen Entscheidungen endgültig und un¬ anfechtbar sind, folgende Preise bestimmt: 1. Dreis: ein Duch=Motorrad 200 in RM 575•— Werte von 2. Dreis; ein Luxus=Steyr=Waffenrac (Damen o. Herren) im Werte von RiNl 80•— 3. Dreis: ein Duch=Markenrad im Rm 70.- Werte von 4. bis 30. Dreis; je ein Etui, enthaltend einen Quali¬ tätsfüllhalter und einen Qualitätsdrehstift in RM 324“ Werte von Rit 12·— Gesamtpreise im Werte von Rm 1049·— Alle Teilnehmer des Wettbewerbes erhalten über ihre Teilnahme eine Bescheinigung sowie einen Almanach mit den besten Bildern des Wettbewerbes. Dreisrichter sind die Herren: Amtsrat A. Lichal, Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute=ASRDW., Beauftragter für die Ostmark, Herr Josef äschenbrenner, Gaufachwart für Rad¬ fahren im NS. Reichsbund f. Leibesübungen, Dipl.=Ing. Ernst Demar, Architekt und Graphiker, Dipl.=Ing. I. Schoenecker, Steyr=Daimler=Puch Aktiengesellschaft. Das Dreisgericht entscheidet mit Stimmenmehrheit; bei etwaiger gleicher Stimmenzahl entscheidet der von den Mitgliedern des Preisgerichtes am Beginn ge¬ wählte Dorsitzende des Preisgerichtes. Das Preisgericht tritt spätestens 14 Tage nach Ein¬ endeschluß zusammen. Die Entscheidung wird spätestens 5 Wochen nach dem Einsendeschluß getroffen. Die Preisträger werden von der Firma schriftlich verständigt. Das Ergebnis des Wettbewerbes wird überdies durch eine Anzeige im „Dölkischen Beobachter“ Wien veröffentlicht. Als Mindestzahl der Einsendungen wird die drei¬ fache Anzahl der gesamten Preise festgelegt. Die Preise werden den Einsendern direkt zugesandt. Mit der Verteilung der drei ersten Preise erwirbt die Steyr=Daimler=Duch Aktiengesellschaft gleichzeitig die Urheber= und Veröffentlichungsrechte der preis¬ gekrönten Bilder, der Originalplatte oder des Original¬ films. Alle übrigen preisgekrönten Aufnahmen gehen in das Eigentum der Steyr=Daimler=Duch Aktienge¬ sellschaft über, die über das etwaige Veröffentlichungs¬ recht mit dem Einsender ordnungsgemäß Verein¬ barungen treffen kann. Die Firma behält sich vor, ihr werbekräftig er¬ scheinende Bilder auch dann anzukaufen, wenn sie nicht prämiiert wurden. Bei der Überlassungsver¬ pflichtung wird gleichzeitig vereinbart, daß nicht nur das eingesandte Lichtbild mit allen Rechten der Ver¬ vielfältigung, sondern auch die Originalplatte oder der Originalsilm inbegriffen ist. Spätestens 5 Wochen nach dem Einsendeschluß werden alle nicht prämiierten Bilder dem Einsender durch die Dost zurückgesandt. In allen Sweifelsfällen erteilt die Werbeabteilung der Steyr=Daimler=Duch Aktiengesellschaft auf Wunsch gerne schriftliche Auskünfte.

Aus unserer Werkskarneradschaft Unsere Arbeitskameraden aus der Fabriksbuch¬ haltung veranstalteten aus Anlaß des 40=jährigen Dienst¬ jübiläums ihres Mitarbeiters pg. Adolf Königswieser und des 25=jährigen Dienstjubiläums ihres Mitarbeiters Franz Bachtrögl einen Ehrenabend. Nach den Glück¬ wünschen, die unsere Kameradinnen Grete Heindl und Bartouschek den Jubilaren in wohlgesetzten Verslein und mit einem herzhaften kameradschaftlichen Kuß dargebracht hatten, würdigte Kamerad Baumgartner in seiner Festansprache die treue, unermüdkliche und vorbildliche Arbeit der Jubilare. Kamerad Königswieser der vor 40 Jahren als Arbeiter in unser Werk Steyr eintrat, wurde wegen seiner vorzüglichen Eignung am 1. Juli 1898 in den Beamtenstand übernommen. Während des Krieges 1914 bis 1918 betraute ihn die Geschäftsführung mit der Beschaffung von Stahl, Eisen, Kohle und Hausbrandkohle und ernannte ihn in Anerkennung der auf diesem schwierigen Ge¬ biete geleisteten Dienste zum Materialverwalter. Ver¬ walter Königswieser, den wir wegen seines liebens¬ würdigen Wesens und seiner steten Hilfsbereitschaft schätzen, war selbst in der schwersten Seit Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und ist uns ein echter, guter, deutscher Kamerad. Als solcher gilt auch unser Kamerad Franz Bachtrögl, der am 1. 7. 1914 als kaufmännischer Angestellter bei den Austro=Daimler=Werken in Wiener=Neustadt in den Dienst des Unternehmen trat. Währen des Weltkrieges war er auch lange Seit an der Front. Dank seiner vor¬ züglichen Beschreibung wurde er beim Zusammenschluß der Steyr=Werke mit den Austro=Daimler=Werken am 1. Juni 1934 in das Werk Steyr übernommen und arbeitet in unserer Buchhaltung als Gruppenführer in der Nachkalkulation. Welcher Hochschätzung sich unsere Jubilare erfreuen, bewies nicht nur die Teil¬ nahme der Betriebsführung und des Vertrauensrates, sondern auch der Einsatz der Arbeitskameraden und besonders jener der Kameradinnen, um diesen Ehren¬ abend zu verschönern. Nachdem Betriebsführerstellver¬ treter Direktor Dg. Ing. Rausch im Namen des Betriebs¬ führers, des Vorstandes und im eigenen Namen die Jubilare beglückwünscht und ihnen den Dank für ihre in Treuen geleistete vorbildliche Arbeit aus¬ gesprochen und Pg. Rauter in herzlichen Worten dem Glückwunsch der Gefolgschaft Ausdruck gegeben hatte, wickelte sich ein wohlvorbereitetes und von allen Gästen mit reichem Beifall bedachtes Drogramm ab. Zur Ausgestaltung des Abends hatten beigetragen: Kameradin Matek (Klavier), Kamerad Kraidl (Hand¬ harmonika), Kamerad Ing. Gauby (heitere Dorträge), allen voran das bekannte Doppelquartett der Steyrer „Sängerlust“ Im Namen der Jubilare dankte Kamerad Königswieser der Betriebsführung und allen Kameraden für die Glückwünsche und Gestaltung des schönen Festes in warmen Worten. Nachdruck nur mit Zustimmung der Schriftwaltung. — Herausgegeben von der Steyr=Daimler=Duch=Aktiengesellschaft, Steyr, im Einvernehmen mit dem Dresseamt der Deutschen Arbeitsfront, Linz, v. Schriftwalter Dr. Kraibacher, Steyr, Steyr=Werke. Druck: Emil Prietzel, Steyr, Pachergasse 3.

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