Werkruf - Jahrgang 2 - Folge 5 - 1939

Berufserziehungswerk der DAF. Betriebsgemeinschaft Steur. Unser Betriebsobmann, pg. Kornhäusl hat mir den Auftrag erteilt, das Berufserziehungswerk der Deis auch in unserem Betriebe einzurichten und unserer Be¬ triebsgemeinschaft dienstbar zu machen. Dieses Berufs¬ erziehungswerk ist in vielen Betrieben im Altreich schon seit längerer Seit mit bestem Erfolg eingeführ und hat sich ausgezeichnet bewährt. Die Vorteile sind klar erkenntlich: Dem Einzelnen bringt die durch Er¬ weiterung des beruflichen Lernens und Könnens be¬ dingte Leistungssteigerung naturgemäß die erwünschte Steigerung des Lebensniveaus mit sich. Dem Betrieb bringt die Leistungssteigerung durch erhöhte Droduktion erhöhten Nutzen zu Gunsten der Volksgemeinschaft. Zur besseren Klarstellung dieser Einrichtung sei ein Wort des Reichsorganisationsleiters Pg. Dr. Ley vor¬ angesetzt der sagt: „Wenn wir schon der Arbeit den Weg frei machen wollen, dann müssen wir aber auch den deutschen schaffenden Menschen zum wirk¬ lichen Beherrscher seines Berufes machen“. Der nationalsozialistische Staat verlangt von jedem Schaffenden nicht nur den vollen Einsatz seines Wissens und Könnens in das alltägliche Werk seiner Arbeit, sondern auch den vollen Einsatz seiner Persönlichkeit, d. h. seiner Seele. Von diesen Richtlinien ausgehend, besteht das Ziel der nationalsozialistischen Berufser¬ ziehung darin, die Meisterung und Beherrschung des Faches und Berufes zu erweitern, und durch Formung der Gesamtpersönlichkeit zur Hebung der Arbeits¬ freude im Berufe beizutragen. Zweck der Berufser¬ ziehung ist somit das Erkennen, Wecken und Entfalten aller beruflichen Kräfte. Darüber hinaus liegt der be¬ sondere Wert dieses Erziehungswerkes darin, daß der Einzelne über die Grenzen seines Sonderfaches hinaus¬ schauen lernt und somit das gegenseitige Verständnis für die Aufgaben seiner Mitarbeiter geweckt wird. Neben Leistung und Leistungssteigerung ist auch die Pflege einer ehrlichen und helfenden Kameradschaft vornehmste Aufgabe des Berufserziehungswerkes, einer Kameradschaft, die letzten Endes immer wieder zur Dolksgemeinschaft hinführt. Um diesen vorangeführten Zielen zu dienen, werden in der nächsten Seit unter der Führung berufener Arbeitskameraden unseres Betriebes, Techniker, Drak¬ tiker und Kaufleute, Lehrgemeinschaften eingeführt, die die Aufgabe haben, speziell den aus unserem Betriebe selbst geschöpften reichen Erfahrungsschatz zu vermit¬ teln und zwar in einer Form, die von der bisher gewohnten schulmäßigen wesentlich abweicht. Das Berufserziehungswerk bietet — über die Berufs¬ schulung hinaus — besonders Begabten die Möglichkeit zur Ablegung der Meisterprüfung oder zum Weiter¬ studium in Aufbaukameradschaften für die Mittel= und Hochschulprüfung. Die zur Durchführung kommenden Lehrgemein¬ schaften richten sich in erster Linie nach den Bedürf¬ nissen unseres Betriebes. Um einige wenige herauszu¬ greifen: Schulungslehrgänge für Fachrechnen, Zeich¬ nungen lesen, Seichnen, Rechenschieberrechnen, Me߬ und Toleranzwesen, passungen, Lehrgänge für Dreher, Fräser, Hobler und Schleifer, und andere mehr. Allen diesen Bedürfnissen Rechnung zu tragen, ist nun Aufgabe der Lehrgemeinschaften. Ich richte daher an dieser Stelle an alle Abteilungsleiter, Meister und Sellenobmänner das Ersuchen, diese Bedürfnisse fest¬ stellen zu helfen, Anregungen zu geben und zum guten Gelingen dieser großen Aufgabe einen wesentlichen Teil mit beizutragen. Besonders den Betriebszellenob¬ männern mache ich es zur Pflicht, bei der Aufstellung der Lehrgemeinschaften positiv mitzuarbeiten und ihren Einfluß für die Lehrgemeinschaften einzusetzen. Ich bin überzeugt, daß bei Mitarbeit aller Beru¬ fenen unseres Werkes das Berufserziehungswerk der deutschen Arbeitsfront sich sehr zum Wohle unserer Be¬ triebsgemeinschaft auswirken wird und damit ein Leit¬ wort auch in unserem Betriebe seine Erfüllung findet, welches Reichsorganisationsleiter Pg. Dr. Ley zum 1. Mai gab: „Möge der deutsche Arbeiter einsehen, daß unser Bemühen auf dem Gebiete „Schönheit der Arbeit“ und der „Berufsschulung“ nur ihm gilt und ihn von dem Wahn befreien soll, daß Arbeit eine Strafe sei.“ Ludwig Rathmayr Betriebsberufswalter. 10

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