Steyrer Werksarbeiter, 17. Jg., Oktober 1964, Nr. 8

r--- ~~"ilW"' r'ii fi 1 . ~w,...,-,,;,: = ·•:.. . ••· ff fff_t;-::---- ; Steyrer rk , ~~"UZli'T~~"'\:":J;:'n~•11,n;~.1Jo~RlW,i.1j"l!!,.~1,.t,lilt-.',l~,r;;4--,,U...,..'il';.._.. . -=r,.~ - t:: '.'!'6t'.'I~~ :U•ol.~•...... .Jfll~"~~1'~1&.Jl.~i:.OV~. U,,,~~J~-~t,;...,.-.,~C.:llrNr'~~.-,r ' f t-HtnhU~1Si E1 1 u.n·r tHi i-1 ~@~11 ~ ~f,; -~nh~ ,I ~1t::* ~n·trt," i}il~ ~ Uij~;;;a ,:;rm s_-n:v~va~H~u~ >liQk'».:WJKr.1'1,4"4~ ~..._,,~,.;A~""'teMl:l:' ,\ä,11'1 111! :t11 •• ~~ ...,J-----~~ .,,..._.~.,:.,_t,W;IO,"U,<~. ...a.~•~... "Dl~~'tll,Wj"Ml,.~~~.L' '.'wt,C#;IJo""'--1h'l!I• OKTOBER 1964 8 DER RE/2\KTI ·oNARE VORST OSS 0-ER 018EK T10 N •11 ' 1lllltttltuUmHIUHfltJUUlllll'IIU:;,,u,nm1t1UIIIIIII\JtllfUIIHfOllltlflUUl'IIUUtllHUU;Hll'IIUtuHIWHtlttHIIIIHIUIUHIIIUlll1UfUt!ttem-'HUlttUftfllUIUltlUtUl1l\t1ftlOIIIIIUUllimt11Hllt11Ml 11111uu11•11UIU'tlUHtt01111U0 1'"f"IU111N'ltf'llflt111111 " MUSS VERHINDERT WERO[N •.,,..,.., .,m,t!l!tOltl!lhUll!tUU1111um•wumnmu11,,,wm11u•u1u,11n •1111·tHtfWUUl'lltnmm111t1t'"tlll1 / 1l1l!JfUUr•tdrSUl'1!"1'!WUtnUtt'IIHHHHt1ttt!t111P'""'"" Als anläßlich der Delegiertenkonferenz der Steyr-we·rke Zentralbetriebsratsob- 1 i ·mann S c h · m i d 1 Punkte der geplan- ! ten Arbeitsordnung ,erläuterte, brac.h 1 ein Sturm der Entrüstung aus. j Mit Pfiffen und Pfuirufen zeigten die ~ Vertreter von rund 10.000 Arb_eitern,was ._, li sie von d·em Entwurf der ~bei tsordnung halten. E 19 Jahre nach dem Krieg soll eine Ar..:.._ i beitsordnung in Kraft treten, die Be- ;=: stimmungen enthält, wie sie in der Zeit 1 1 des "dritten Reiches" Brauch waren. Neuaufzunehmende Arbeiter können nach dem Entwurf veranlaßt werden, ein poli-- :zeiliches Führungszeu.gnis beizubringen. Der Arbeitnehmer ecll euch verpflichtet sein, körperliche Kd.egs-tmd Unfallsschäden bekanntzugeben.Es ist ohnehin selbstverständlich, daß Arbeiter und Angestellte -Produktionsgeheimnisse der Firma nicht weitergeben dürfen. Der Direktion i~t das aber zuwenig,denn es wird verlangt, daß jeder Arbei'tnehmer über alle · Vorkomrmisse geschäftlicher oder betrieblicher Art strengste Verschwiegenheit zu bewahren haben. i 1 1 i 1 1 1 Praktisch - würde das jede Zusammenarbeit - zwischen Gewerkschaft und Betriebsrat -,~ lahmlegen.Änderungen de!' 1:..rbei.tszd.t · sollen im Einvarnehmen mit dem Betri'?bs- 1 rat erfolgen, der Punkt ist aber leicht ~ zu umgehen; denn Sonderfälle werden f durch den -Leiter des Betriebes geregelt. Was ein Sonderfall ist, bestimmt natürlich auch die Firmenleitung. Arbeiter in kontinuierlich arbeitenden Betrieben dürften den Arbeitsplatz erst dann verlassen, wenn die Ablöse eingetrm:. fen ist.Kommt der Ablöser -also nicht· - ist er krank geworden oder hat sich sein Zug verspätet,- dann hat eben der Vorgänger so lang? weiterzuarbeiten, bis der andere kommt oder ein neuer gesehickt wird. Wie soll in Zukunft die gewerkschaftliche P.rbeit im Betrieb vor sich gehen; wie kann der Betriebsrat mit seinen Arbeitern reden? Es gibt nämlich in der neuen Arbeitsordnung einen Punkt, der besagt, daß das Abhalten von "gesetzlich nicht vorgesehenen Beratungen und Versammlungen, das Verbreiten und Anschlagen von Druckschriften im Betrieb ver- 'boten11 sei. Dieee Bestimmung stellt, einen Schlag gege!l die Ve,rsammlungs- und Pressefreiheit dar. IST KRANKHEIT EIN VERGEHEN Kranke Arbeiter sind der Firmenleitung ein Dorn im Auge, und gegen sie richtet sich der n~ue Entwurf in besonders verwerflic~er Wei a e.Neben det Relbstverständlich erfo!'derlichen Krankmeldung hat c.ie Firma eine Reihe von11Maßnahmen11

bereit-: ·Dauert eine Erkrankung · länger als eine Woche, so kann die Firm~ die Vorlaga von ,ärztlichen Be.9 cheinj_gungen verlang~n, aus der Ursache und voraussichtliche D3.uer der Erkrankung her,rorgehen. Diese Maßnahme kann "in angemessenen Abständen" 'öfters wiederholt werden·. " . ) Die Betriebsleitung soll auch Krankenbesuche durch die Werksleitung durchführen lassen können. Einer Sprache, wie man sie sonst nur in den Hausordnungen von Gefängnissen oder Arbeitshäusern findet, bedient sich die ·Firma in der Frage von Abwesenheit vom Arbeitsplatz. Arbeitnehmer, die aus trjftigen Gründen der Arbeit fernbleiben müssen, haben um vorherige Genehmigung der Abwesenheit unter Vorlage der begründenden Belege anzusuchen.Ist aus Gründen die Einhaltung der vorherigen Genehmigung nicht · möglich, so hat der Arbeitn.Ehmer, der der Arbeit fernbleibt, dies unverzüglich seinem Vorgesetzten mi tzuteilen und um Fr e istellung vom Dienst zu ersuchen.Wird diese verweigert, hat er sofort den Dienst anzutreten. liETZTF.MPO DER MODERNEN AKKORDE ,._,..lf1UtlMUHUlllllllblllfflUW1111111Mf41IIIIIIUIIUUllllll , flllfnllhlllllflFll1tllllHIIIIOIIIIJIIIIIIIIIUU 111tt ll11 • Der Streit; ob ein Arbeiter schadenersatzptlichtig ist oder nicht, soll in den Steyr-Werken nach dem neuen Entwurf eindeutig II ge!'egelt II werden, selbstverständlich zugunsten der Firma. Es heißt, der Arbeitnehmer haftet für alle Schäden an Betriebsmitteln fiir jeden Ausschuß: der durch vorsätzliche oder nachlässige Fehler entstanden i~t. Es gipt im Werk Maschinen, bei de~en ein falscher Handgriff, eine Sekunde Unkonzentrie:theit genügt, um einen hohen Schaden hervorzurufen. Unkonzentriertheit aber ist bei dem ffetztempo der modernen Akkorde sehr leicht möglich. Eine klein~ Anleihe in Westdeutschland machten die Väter des neuen Entwurfes, als sie in der Arbeitsordnung der Einführ~ng von Betriebsferien eine Hintertür offenließen. Der Arbeiter könnte also, wie dies in den EWG-Ländern üblich ist, gezwungen werden, seinen Urlaub dann ~u. nehmen, wenn es der Firma genehm ist, und nicht dann, wenn er sich erholen muß. A L T E A R B E I T E R = = .= = = ~ = = = = = = = d i e m i t M e m o o C: e r n e n Hetztempo nicht mehr mitkommen, sollen an andere Arbeitsplätze versetzt werden.Ein gewisser Garantielohn wird . ihnen nach mehr als 25 jähriger Betritis- . zugehörigkeit zugesichert, · der sie vor allzu großem Verlust bei der Rentenbemessung ·schützen soll. Das aber nur · dann, wenn es sich nach ärztlichem Gutachten um Alterserscheinungen oder um eine II unverschuldete 11 ~ankheit handelt. Es bleibt die Frage offen, worin ' die Steyr-Werke einen Unterschied zwisch einer"verschuldeten" und einer "unverschuldeten" Krankheit sehen. Es liegt auf der Hand, daß die. geplante Arbeitsordnung eine arge Verschlechterung sein würde.Es handelte sich um einen reaktionären Versuch, der im Falle des Gelingens für viele and.ere Betriebe von Bedeutung sein würde. Es ist daher verständlich, daß die Steyr-Werksarbeiter diesem Entwurf · energischen Widerstand entgegensetzen werden. STEYR BRAUCHT KEIN BU NOESHFEI~ SONDERN EIN BERUFSSCHULZ ENTRU M Eigentümer,Herausgeber u.Verleger: Fraktion der Gewerkschaftlichen Einheit, Otto Treml. Für den Inhalt u. Vervielf. verantw. :Otto Treml. Beide Steyr, Johannesgasse 16

w·enn auch der Wahlkampf zur Arbeiterkammerwahl nicht sehr aufr.egend war, bracht .e das Ergebnis die Gemüter der Öffentlichkeit und der politischen Kreise in heftige Bewegung. Da die Zahl der Wa.hlberechtigten stark angestiegen vra:r, ist ein Vergleich mft den letzten Wahlen nicht leicht möglich. Trotzdem lassen sich eindeutige und bedeutsame Verschiebungen klar ·erkennen,vor allem wenn man den prozentuellen Stimmennnteil der einzelnen Fraktionen betrachtet. · (i;[-Oberosterreich:· llOc.8~5 Stimmen Von den 5. 700 Stimmen, die die GE in ganz Österreich gewrom, entfallen nahezu 3,000 allein auf Oberösterreich. Das ist eine Zunahme von 35.6 %- die grösste Zunahme unter allen Bundesländern und allen Frnktionen. · Besonders bemerkenswert sind d;e Gewinne der GE bei den Verkehrsbedienstetentwo der .Antoil der GE auf über 16 % stieg und z.B. im ÖBB-Heizhaus Linz die GE mit 4o % Stimm~nanteil vor der SP zur stärksten Frn.ktion wurde, In den Vöest konnte die GE 870 Stimmen gE.winnen und drunit den Stimmeno.nteil der GE von 12.8 % auf 18 % erhöhen. . . · l'Bine ähnliche Tendenz zeigte sich in den Steyr-Werken,Ranshofen und anderen Betrieben. Die SPÖ musste mit Ausnahme bei den .Angestellten einen empfindlichen Verlust am prozentuellen Stimmenanteil verzeichnen. Bei den Arbeitern sank dieser um 4, 6%, beim Verkehr um 5.7 % (insgesamt 4.3% )~ · · . . Der ÖAAB konnte hingegen seinen Ges::untstimmennnteil um 4.5 % erh~hen,während der der FPÖ nahezu gleich biieb und die "Parteifreien" weiter abso.riken. lJJzeso k~in z~säl:zli~1e,s__ Mandat . n für :3@(!])-@ zusätzlia7,e Stimraen der GE'{' Diese Frage lösste in o.llen Betrieben heftige Debatten cus.Die .Antwort ist einfach: Mon spricht in Österreich recht viel von ]emokratie,a.llerdings beweist die Praxis, dass sie in vielen Dingen fragwürdig ist.Die durch nichts gerechtfertigte Trennung in 3 Wahlkörper (Arbeiter,Angestellte und Verkehrsbedienstete) und die in jeden Wahlkörper gesonderte Mandntsberechnung bringt es mit sich,da.ss für 3.000 Stimmen mehr (was nahezu 2 Mundo.ten entspricht) ,kein zusätzliches 11/Inn~nt vergeben wird • .Die Umrechnung der auf 1 Mandat entfallenden Stimmen der einzelnen .Frru::~ionen bew eist die undemokratische Wirkungsweise bosonders · deutlich.D.er SPÖ kostete ein M~clnt 1. 536 Stimmen, dem ÖA.AB 1. 607, der FPÖ 1. 734, · den "Pnrt ~Jfreien·" . 2. 068_ und der GE sogar 2. 16 9 Stimmen. Es liegt nuf der Hand,d'ass die Wirkung einer derartigen Wclllc:,rdnung einer Wahlverfälschung gleichkommt.Jetzt ka.nn man vielleicht besser verstehen,welche Bedeutung eine Demokratisierung der Wahlordnung nicht nur fur · die Arb8it0rko..rnm erwnhl, sondern a.nch für die Wahlordnungen bei Nationalrats - und Lan~to.gswahlen ha.t,wo die undemokratischen Bestimmungen noch viel schärfer - den Wählerwillen verfälschen. /Jle• Du das ziffernmässige Wahlergebnis widerspruchsvoll ist,ln.ssen sich die Ursachen nicht leicht erkennen. Die Tatsache, da.ss neben der GE auch der Ö.AA:B bdrächtli9he Gewinne verzeichnet,deutet oberflächlich gesehen uuf eine widerspruchsvolle Tendenz hin. Wenn ·mo.n auch .die politische Seite des ÖAAB-Erfolges nicht· bagatellisieren darf, so ist es dennoclh wahr, da~s dieser Erfolg in erster Linie organisntorisch erreicht wurde. Die Aufnnh.tne von nahezu 5.000 Wählern,die bisher keine Krunmerumla.ge beznhlt€n und zum grössten Teil nus dem abhängigen Personenkreis Selbständiger, Meister und

Unter~ehmer stammen, waren ein zuverlässiger neuer Wählerstock des ÖAAB. Die entscheidende Lehre ergibt sich aber ·aus der Stärkung der GE und dem Ant~ilverlust . d.er SPÖ. · Darin, wid~rspj_"egel.t E?;i.ch__die, ~unehmend:.e ..R~i.~e 'd:er·,.·.A:rbei tersch·~ft, die . j ah·relang der Politik . der 'Sozialpartne'rs.chaft' · folgte und jetz·t ini steigen~en Ausmass erkennt , _da·ss Sozialp.artnerschift die· Unt-ernehmer s 'tärkt u.-die .Ar.beit.er- und ·Angestellten· ins Hintertreffen bringt.Die Rolle ~er Paritätischen als Organ d.Sozialpartnerscb,aft und ihrer Wirkung auf die Lohn-Preisentwicklung mit dem Re·sultat ~iner Reko.rdteuerung .bei Nachhinken der Löhne hat Tausenden die Augen geöfrnet. Eine ähnliche Wirkung erzeue;te die Tatsa.che, daß auf sozialpolitischem Gebiet seit über 2 Jahren ein Stillstand eingetreten ist und die Unternehmer immer mehr ihre berüchtigten Negativlisten ins spiel bring~n~A~ch die Verbesseru~gen in Urlaubsfragen brachten nicht die •· ailgemei);le erwartete Angleichnung der Arbeit~r-_an d.Angestell ten, sondern blieben eine halbe ·, eine enttäuschende S1;1che. Sicher hat auch die politische Krise :i..n der SPÖ' d_eren Ker.n die wachsende Unzufriedenhei ~ . vieler Sozialisten mit d_er Politik ~h.rer Parteiführung ist, zum Wahle:rge·bnis beig.e-tragen. Viele Sozi_alisten griffert .zuni Mittel -des politi'schen Protests ,indem · sie ·, GE wähl- . ten. · DER DANI~ DER G[ BEDEUTET VERPFLICHTUNG Die GE musste ihren Er·folg mit grössten persönlichen Anstrengungen ihrer· Anhänger up.d Funktioni;ire,teilweise mit Opfer~ erkämpfen.Nur in wenigen Betrieben wurden die Wahlzeugen .d.GE freigestellt.Wahrend die SP ihren Stimmzettelverteilern S 100 •.-,die ÖVP S 130,- die"Parteifreienfl S ·200.- und die FPÖ sogar bis zu ·. S .;4o.- --fü..r beide . Wahltage bezahlte,war bei der GE 'der Idealismus die einzige Triebkraft für die Aktivität. -Daher sind wir besonders stolz auf unseren Erfolg und uns.er Dank an unsere Wähler besonders herzlich. Niemand weiss es mehr als die Gewerkschaftliche Einheit, dass dieser Dank in der besonderen Verpflichtung besteht; die :):nteressen der Arbeiter und Angestellten noch entschiedener wie bisher zti vertreten. Das Wahlergebni~ war für die Gewerkschaftliche Einheit und damit für die Wahler ein Ru.ck nach vorwärts. · J E T Z T G I L T S DIESE .BEWEGUNG BEIZ U B ~HA L_T E N. abgeg. .. . ' . . . . .. ARBEITER 11.482 ANGESTELL'~E 2. 9·14 •· VERKEHR 460 Insgesamt: 14~ _856 WAHLERGEBNIS=DER ARBEITERKAMMERWAHL=1964 S T E Y R gültige ung. SPÖ GE ÖAAB 11.147 335 8.0.97 829 1.833 2.843 71 1.585 81 922 .. .. 554 6 265 9 166 .. .. 14.544 412 9.947 919 2.921 1 ... PF FPÖ ' 164 224 113 142 1 13 27'8 379 Wir dankefn unseren- Wählern _für ihr Vertrauen. So wie bisher werden wir uns auch künftig für di.e Interessen a 1 l e r · Kolleg~n einsetzen. DIE KAMMERRÄTE DER GEWERKSCHAFTLICHEN EINHEIT ' · Moser August . Kührer Rudolf Mascher August Ellinger Gregor Holzinger Wilhelm

\AJOZU ' 13RAUCHT ST~YR ·i@'rr ·'ti"! ·,' iMllI!IIIl!'~uJ.W.iß?'.:!A•'? jiilj, , iitii ·,i·'l'·il•'''!Mnl"ii"'·''J "bi'filjipliljjhiiLiflh,Uh,jfljl111UiiiilhllutlllililhllliJ!ITi)1j1 Oi:\S 8Uf~DESH EER 2 . •,11,,1,, ,,n.j, 1·'"dll ,i1 1••'Ü1"'l 'l lt"tr"'·•Hiil ijl1Jlllim.CUhul1,iUj„011 ••••u 1ol 110u,11ru11im111 1111pttt+lh• Für d e n 26. Oktober 1964 is ·c die Wiedereinrichtung der Garn~son Steyr vorgesehen.Vorerst sollGn in uns e rer Stadt 300 Mann stationiert werden, doch soll dt:!r Stand im Laufe des Jahres erhöh t werden . E I N T E U R E R 1934 1964 1965 auf 500 Mann und Offiziere G S P A S S ===============-=---------------- Am Tage des Einzuges der Garnison wird ein Bankett Offizi·ere -und Stadtväter vereinen. Die Kosten des Banketts belaufen sich auf _S 30.000 - diese außergewöhnliche Ausgabe wurde in de,:- letzten Sitzung des Steyrer-Stadtsenats mit den Stimmen der SPÖ und ÖVP- Vertreter beschlossen. Als Gemeinderat Gustl M o .s er (KPÖ ) diese völlig unnütze Ausgabe dem Bürgermeiste.:- Fellinger vorhielt: war er sichtlich verärgert. Die alter·en Stoyr0r erinnern sich noch an die unrühmliche Rolle, die das Bundesheer im Februar 1934 gespielt hat. Mit Maschinengewehren und Kanonen wurde auf die Arbeiter uncl .Arbeiterhäuser der Ennsleite geschossen. Aber 19381 als die hitlerdeutschen Truppen in Österreich einmarschierten, hat das Bund-:sheer keinen einzigen Schuß abge geben • .SOLL VI.ELLBICHT DASSELBE SPIEL NOCH EINMAL BEGINNEN ? =================================================----- Als es im Zusamm(w1}ang mit der Absetzung O 1 a l1 ·s, als Innenminister zu einigen Streiks uncl Demonst.rationen vor dem Parteihaus der Sozialistischen Partei in Wien kam, wnr~e -,rom Heer e sminister PRADER für d::ts Gruppenkommando Nr .1, das die -Bundesländer Wien , Niederösterreich und das Burgenland umfaßt, Alarmbereitschaft angeordnet. An die Soldaten wurden scharfe Patronep ausgegeben. - Di e ser Al ~rmbefGhl des Heer e sminist o rs bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als daß die v e rantnortliche~- Mä~ner der ÖVP jederzeit ·bereit sind, das Bundesheer mit sch a.T f e r Munition ge gen streikende oder demonstrierende Arbeit e r einzusetzen. Derselbe Hee r,)sm:'.. :'.'lister, der den 'Alarmbefehl zur "Be~eitschaft zum Eingra ifen11 g 3ge::i. die .Arbeiter gab: hat in l e tzter Ze it große Summen · hinausgeschmissen, um für d a s Bundeshe e r und seine Bedeutung für die Landesvert,üdigung im Ernstfall Prop a ganda zu mache;1. Aber c:.lle e rnst zu nehmende n Fachleute wissen, daß dieses Bundeshee r im -2:r r.stfall für die Katz ist. Und ftir dieses ::?ur..dosheer, das nach außen unbrauchbar, gegen die österreichischen )A_c-be:!:!'.?~..:. aber ein ' ' ~nst zu nehmender Faktor II ist, werden Jahr für Jahr mehl' als zwei Milli :::u.·de1. Schilling ninausg-=:Gchmissen. 1965 sollen es sogar. d r e i Milliarden werden ! Soweit aus den Informationen über die · Budgetberatungen zu er.sehen ist, ·wird das Heeresbudge t .i.rr: kommenden Jahr um 800 Millionen Schilling höher sein a.ls heuer - DAS IST GEP.l\DE JZNER BETRAG, DEB FÜR DIE 9'/4 PENSIONSE.RHÖHUNG NOTWENDIG vJÄRE. -- ' ·----·-•--·--------- Für das Bundeshe er ist also das Geld da .. nicht ab e•r für die P e n s i o n e n . Der sozialistis che Bundesrat Prof. Th irr in g hat nachgewiesen, daß die vollst~ndige Abrüstung des österreichischen Bundesh e eres unter internationaler Garantie der einzige Sehnt z de:c Freiheit und der Unabhängigkeit . unseres Landes und gleichze :i..tig ei.ne b e ispielgebende Tat in der Richtung einer - allgemeinen Abrüstung wäre, J :. .... ,S...... l ..:..~ .... .. t .. ..}~.... t;.nt e rstüb·.t die soz,Part e iführung nicht die Initiative ihres eige n en Manda ·:: ars. L e id. e r haben auch di e St e yre.r Sozialistan in der Steyrer Rathausstube sich 'i;·'{'~'E\i"'"'ii';"ii~:;_.i" d en Einzu g des Bundesheeres z;_,;_r Wehr gesetzt und so wieder einer Forderung d ~r Ö V? nachgegeben.

P"ROMINENTE LEUTE HA13E·N DA"S W1 =0 -~T 1nidll jjj •1' 1i1id\1 1111,1ijjj J IIO!hi1iii iiill ihiifjijffjjjjjjjjjjjjjjjfjjj1jjjijjjj1/lftnjjj ♦ j j jllij1ilullllljjlljjjrjjjfjjiijOflifjhjijjjj l ljjjMijl iiij jliilljlljiilifihiilljjjlliiifl!UliillliiiihhiiP,l/ihiiijnhiiiihMfililij(lilhbhiiilidtfl ll iilli,tili„J.11i,ii ,, TRARA - TRA~A, DAS · BUNDESHEER IST DA 1 Mit Pomp un·d Prunk, mit Paraden und einer Feldmesse wird es am Montag seinen Einzug in der Stadt halten.Wie ist es überhaupt zur Wiedererrichtung der ~teyrer Garnison gekommen und wozu ist eigentlich das Bundesheer in Steyr. Prominente Leute geben darüber Auskunft: VIZEBÜRGERMEISTER HOCHMAYR ÖVP ===========================----- "In einer ÖVP-Versammlung im Colosseum-Kino habe ich namens der Steyrer-ÖVP den Herrn Bundeskanzler ersucht, die Steyrer Garnison wieder aufzurichten. Wir waren es, die das Bundesheer· wieder nach Steyr gebracht haben!." In Steyr aber haben die Sozialisten die überwältigende ·Mehrheit.Trotzdem ist '~er ' Wille der ÖVP-Minderheit in Erfüllung gegangen, weil die SPÖ.:..M~datare in dieser Frage kläglich versagt haben.Das Bundesheer in Steyr hat nämli~h außer dem Schutz der Grenzen eine zusätzliche, schwerwiegepde Aufgabe.Hiezu der Landeskommandant von Oberösterreich, OB~RST DES GENERALSTABES OBERMAIR: ================================-=- 11 Es ist möglich und vorgesehen, daß Einheiten des Heeres in Krisenzeiten über Antrag von Behörden des Bundes, der Länder oder Gemeinden_ zur Aufrechterhaltung der inneren Ord!'mng einges-etzt werden. In ganz außerordent.lichen Situationen kann auch der Truppenkommandant selbst Einsatzbefehle geben." Der Herr Oberst spricht aus Erfahrung, erst vor kurzer Zeit wurde die Wiener-Neustädter Garnison in Alarmberei~schaft versetzt, weil in Wien sozialistische Arbeiter gegen die Absetzung Olahs streikten und demonstrierten.Nun haben wir auch in Steyr eine Ga,rnison.Und auch wir Steyrer Arbeit e r haben mit den Unternehmern keinen ewigen Burgfrieden geschlossen. Wird bei Streiks in Steyr auch die Steyrer Garnison Alarmbereitschaft haben? Werden die Soldaten der Steyrer Garnison gegen Steyrer Arbeiter eingesetzt werden T So besehen verst eht man die große Freude der Ö V P - Funktionäre, daß es ihnen I gegen den Willen der Bevölkerung gelungen ist, eine Garnison nach Steyr zu bringen • .KllNE. KASERNE SONDERN WOHNUNGEN 1' "' f > 1 I •~ 11.1 U '" 1 - r111 „ HU,-~ln, .... , h I III 1 1 1111111 , . , fl 1 1 111 lf 1 1 l IH 1111 1 1 II II 1 11 11 II III 1 •t 1 1111111 1111 1 1 II . , 1 II , .... , , ,., 1 tr I U 11111111,1111111 II IIIHI 1 111111,,n, 1 11 1 IIIIIUMI ..w„ II I III H II II t GUSTL MOSEF~ FORDERTE Mehr als 90,000 Schilling hat die Stadtgemeinde Steyr ausgegeben, um die Feier der St e yr- Werke zu ihrem 100 jährigen Jubiläum zu subventionieren. Gemeinderat GUSTL MOSER (KPÖ) forderte im Namen der arbeitenden Bevölkerung eine b ewusstere Haltung und mehr Rückgrat der veran twortlichen Funktionäre. Bürgermeist e r Fellinger meinte,dass keine swegs die städtischen Funktionäre den Steyr- We rke n hörig sei~n. Das trug ihm einen dankbaren Blick seines Stellvertre ters Schanovsky e in, d e r in seiner Person Direktor der SteyrWerke u nd Finanzreferent d e r Stadt St eyr ist.

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