Veröffentlichungen des Kulturamtes, Heft 16, Dezember 1956

und betrieb sein Geschäft im Hause Stadtplatz 24 — Berggasse 39.") Pantz behauptet, daß er Besitzer der sogenannten Kesselhämmer an der Laussa gegenüber Altenmarkt war. Zu diesen Hämmern gehörte arich der schöne Ansitz auf dem Hügel ober den Hämmern?") In seinem Testamente") vorn 11. 8. 1552 bewies er, daß er ein großer Freund der Schulen und damit der Volksbildung war: „ . .. damit die Jugent In guetter Zucht vnnd Lernung auferzogen werd vnnd wißen werde / verordne Ich Zu der Lateinischen Schnell zu Stcir / fünf Hundert phundt phening guetter Landeswerung / Also / Das dieselben fünf Hundert phundt phening / Auf Järlich galt vnnd Ein- khomen angelegt vnnd solch galt Zu vnnd Halt (Unterhalt) ainer gelerten Person verwenndt werden soll ..Neben vielen Legaten für wohltätige Institutionen vermachte er das Stadthaus seiner Gattin zu lebenslänglichem Genuß;'") nach deren Tod sollte cs dem Innerberger Bürger und Radmeister Leopold Winnkhler, seiner Muhme Margarethe Vrkhauffin und den Kindern des verstorbenen Ulrich Winkhler als Universalerben zu gleichen Teilen anheimfallen. Vermutlich im Monat November des Jahres 1552 wurde der Bürgermeister ins Jenseits abberufen. Der Begräbnisort kann nicht mehr festgestellt werden, er wünschte lctztwillig, daß er in der Stadtpfarrkirche beigesetzt werde. s) 1536 wurde Hans Winkler in einem Streite erwähnt. Der Steyrer Rat, der als oberste Marktbehördc für das richtige Gewicht des Eisens Sorge trug und auch dessen Preise festsetzte, ersuchte am 16. 10. 1536 den Gallensteiner Pfleger Paul Steinacher um Information, damit er den Streit zwischen den Eisenhändlern Hans Winkler und Coloman Dormnger entscheiden könne. (L.V. 12, S. 533.) ») St.B. 1543. — '») L.V. 8, S. 364. — “) St.A., K. XI, L. 16. '-> Nach den Steuerbüchern der Jahre 1567 und 1573 ist Matthias Winkler, ein Neffe des Bürgermeisters, Besitzer des Hauses; 1583 ist es in fremder Hand. Literaturverzeichnis L.V. 1 Valentin Preuenhuber, Annales Sthrenses. Nürnberg 1740. 2 Franz Javer Pritz, Besüireibnng und Geschichte der Stadt Steyr und ihrer nächsten Umgebungen. Linz 1887. 3 Anton Rolleder, Heimatkunde von Steyr. 4 Karl Eder, Das Land o. d. Enns vor der Glaubensspaltung 1490—1525. Linz 1933. 5 Karl Eder, Glaubensspaltung und Landesstände in Österreich ob der Enns 1525-160-2. Linz 1936. 6 Joses Ofner, Die deutschen Schulen der Stadt Steyr. Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr, Dezember 1951. 7 Ilse Neumann, Steyr und die Glaubenskümpfe. Veröffentlichungen des Kultur- amtes der Stadt Steyr, Februar 1952. 8 Jahrbuch der k. k. Heraldischen Gesellschaft „Adler" XXVII u. XXVIII. Band, 1917/18. 9 Anton von Pantz, Die Grabdenkmale der Stadtpfarrkirchc zu Steyr im Jahrbuch der k. k. Heraldischen Gesellschaft „Adler". 1911. 10 Anton von Pantz, Nachträge zur Abhandlung über die Grabdenkmale der Stadtpfarrkirche zu Steyr. Wien 1912. 11 I. H., Bevorstehende Restaurierung der Südfassade der Stadtpfarrkirche in Steyr. Christliche Kunstblätter, Jg. 54, April 1913, Nr. 4. 12 Anton von Pantz, Die Innerberger Hauptgewerkschaft 1625—1783 (Archiv für österreichische Geschichte, Band 89 (1901). Steuerbücher, Testamente, Bürgerabschiede und Militärakten im Stadtarchiv, Taufbücher der Stadtpsarre Steyr. Abkürzungen: St.B. — Steuerbuch, St.A. — Städtisches Archiv, K. — Kasten, L. — Lade. 27

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2