Das Land ob der Enns

36 1. Kelten und Römer. Änsfelden — Klaus. Auch diese Straße durch das Kremstai hat bereits in römischer Zeit bestanden. Nicht nur prähistorische Funde in Riezlhof, Neuhofen, Zell hof bei Kematen, Kremsmünster usw., sondern auch römische Grabsteine und Inschriften in Weißenberg, Kematen und Kremsmünster, sowie römische Gebäudereste in Burg lassen darüber keinen Zweifel. An dieser Straße, die 1181 den bezeichnenden Namen strata publica^) führt, darf man sich einige Punkte, wie Kematen, Burg, Kremsmünster, Wartberg, Bernstein, als römische Beobachtungspunkte oder Kastelle vorstellen^). Lorch — Stcyr — Eisenerz. Eine Verbindung des römischen Militärlagers Lauriacus, wo sich eine große Schildfabrik befand, die natürlich auf ständige Zufuhr der Roh stoffe angewiesen war, mit den Erzgruben der Steiermark mußte den Römern als eine selbstverständliche Notwendigkeit erscheinen. Sie ging längs der Enns über Steyr, wo in und nahe der Stadt Funde gemacht worden sind®). Ein Hochstraß bei Garsten zeigt, daß sie von Steyr weg ebenfalls am linken Ufer der Enns fortlief, während die in Ternberg und Losenstein*) gemachten Funde annehmen lassen, daß sie an einer unbekannten Stelle später den Fluß überschritt®). Flußnamen. Aus der vorbairischen Zeit stammen die Namen fast aller größeren Gewässer. Während man sie früher als keltisch-römisch betrachtet hat, lassen jetzt namhafte Forscher®) die Möglichkeit eines noch höheren Alters offen, und wenn die Suffixe -ara, -antia, -atis, -ava, -isus, -usa, -una (ona) wirklich, wie d'Arbois de Jubainville annimmt, spezifisch ligurisch sind, dann würde wohl eine ganze Anzahl von Namen auch in unseren Gegenden auf diese vorkeltische Bevölkerung weisen'). Das größte fließende Wasser des Landes ist die Donau. Ihr alter Name Danuvius, -bius ist zweifellos keltisch und von dänu ungestüm, mächtig gebildet. Aus dem kelt. Danuu-io-s entstand um das Jahr 100 V. Chr. bei den Germanen *Dönawi, Dönaujös. Die Deutschen verwandelten den abgeleiteten Namen in den zusammengesetzten Tön1) Oö.ÜB. II, n. 256. ^) Der Name der Ortschaft Krift(= Gruft) südlich von Kremsmünster scheint auf prähistorische Siedlungen(Höhlen?)oder auf einen alten Begräbnis platz zu weisen. ®) Rolleder, Steyr, I, 5. *) Ebd. 1, 4. ®) Huber HI, S.20, will auf größere Strecken hin am linken Ufer noch den alten Straßenkörper wahrgenommen haben. ®) Z. B. Jellinghaus in der neuen Auflage von Förstemanns Ortsnamen buch 1, Sp. 10 f., 24. ') Vgl. A. Schwäderle, Vorgermanische Fluß- und Bachnamen im Elsaß, Colmar 1912, S. 35 ff.

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