Oberösterreich, 32. Jahrgang, Heft 4, 1982

Ein spannender Augenblick beim Radieren: die eingefärbte Kupferplatte wird auf den Drucktiscfi gelegt, das angefeuctitete Papier darüber eingepaßt, dann rollt die Walze und preßt die Druckfarbe auf das Papier. - Foto: H. Stejskal Grußkarte von Herbert Friedl, Pregarten (Ober österreich), hergestellt und gedruckt während seiner Studienzeit in der Internationalen Sommer akademie In der Klasse für Radierung bei Profes sor Rudolf Hradll AU5 DEM ,5CHÖN5rEN ATEUER DER YVELT^^A Fesfung itohensaizburq Int ycmmerakade mie sign in der Bildenden Kunst" unter der Leitung von E. Th. Lässig. Im Jahre 1978 konnte die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst ihr 25jähriges Jubiläum feiern. Zahlreiche Aussteliungen und eine umfangreiche Jublläumsschrift^ begleiteten die Festivitäten. Die Som merakademie war inzwischen zu einem Sai songroßbetrieb mit einer maximaien Studen tenzahl von 600 angewachsen. In seiner Fest rede gratuiierte Professor Dr. Waiter Koschatzky Stadt und Land Saizburg zu dieser Institution, die er wie folgt charakterisierte: ,,Es ist hier in der Tat gelungen, lebendig, frei und doch gebunden, vielfältig, offen und doch orientiert, belehrend und doch die individuelle Eigenart weckend, eine neue Form der Bezie hung von Menschen und Kunst herzustellen."® Im Jahre 1980 legte Hermann Stuppäck sein Präsidentenamt aus Altersgründen nieder. Nun lag es an Stadt und Land Salzburg, einen geeigneten Nachfolger zu bestimmen. Zwi schenzeitlich hatte sich die Organisationsform der Sommerakademie geändert: Vom privatwirtschaftlich geführten Betrieb war sie zu ei ner ,,betriebsähniichen Einrichtung des Lan des Salzburg" geworden, mit einem Arbeits ausschuß, in dem die höchsten Kulturvertreter des Landes und der Stadt, Landeshauptmannstelivertreter Dr. Herbert Moritz und Bürgermeister Dipi.-Ing. Josef Besehen, ihren Sitz haben. Die Sommerakademie finanziert sich heute etwa zur Hälfte aus Eigenmitteln, die übrigen Mittel werden aus Beiträgen des Landes, der Stadt, und - zu einem kleineren Prozentsatz - des Bundes bereitgestellt. Da mit hat die Akademie nun auch einen rechtlich und finanziell gesicherten Status erworben. Im Spätherbst 1980 wurde Professor Dr. Wie land Schmied zum Präsidenten der Sommer akademie berufen, gleichzeitig wurde die Stelle einer Geschäftsführerin neu geschaf fen. Wieiand Schmied, jahrelanger Leiter der Kestnergeseilschaft in Hannover, dann Direk tor des Künstlerprogramms des DAAD in Ber lin, einer der erfolgreichsten jüngeren Kunstpubiizisten und hervorragender Kenner der zeitgenössischen internationalen Kunstsze ne, erschien den zuständigen Vertretern aus Stadt und Land prädestiniert für die Aufgabe, die Internationale Sommerakademie im Sinne des Pluralismus und der Offenheit weiterzu führen und gleichzeitig das internationale An sehen dieser Institution weiter auszubauen. Wie schon Hermann Stuppäck, sah sich auch Wieland Schmied bei der Übernahme des Am tes vor erheblichen Schwierigkeiten: Zwar wa ren diese nicht programmatischer Art, denn Stuppäcks Konzept der ,,Gleichberechtigung des Ungleichartigen" wurde unter dem Motto „Kontinuität und Erneuerung" fortgesetzt, die Probleme lagen mehr auf organisatorischer Ebene. Es galt, die veraltete Einrichtung der Sommerakademie zumindest annäherungs weise auf den Stand der Kunstschulen und Akademien zu bringen. Das Sanierungskon zept wurde schnell in Angriff genommen und wird noch auf Jahre hinaus weiterzuführen sein. Als vordringlichstes Problem stellte sich 47

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