Josef Ofner - Die Eisenstadt Steyr

62 Gromatschmied, Gstettner, Gutbrot, Händl, Kernstock, Köberer, Man, Pfef- ferl, Reischko (aus Kärnten), Resch, Rottaler, Steer, Strasser, Urkauf, Winkler und Zuvernumb. Der von diesen Geschlechtern bisher selbständig betriebene Eisenver- lag wurde aber immer mehr von landesfürstlichen Behörden überwacht und gelenkt. Zur Sicherung des Inlandbedarfes an Eisen kam es in mehreren Städ- ten zur Errichtung von landesfürstlichen Eisenkammern. In Steyr wurde eine solche im Jahre 1564 eingesetzt, deren Verwaltung 1575 die Stadt übernahm. Jeder Eisenhändler war zur Ablieferung einer bestimmten Menge Weichei- sen und Stahl an das Handwerk gegen den in den Eisensatzungen festgeleg- ten Preis verpflichtet. Der dem Landeshauptmann von Oberösterreich und der niederösterreichischen Kammer unterstehende Eisenkämmerer über- wachte die in Steyr einlangenden Eisensendungen und den Eisenverkauf an die Handwerker. Im genannten Jahre beschloss der Rat, dass sich in Hinkunft Faktoren (Leiter fremder Handelsniederlassungen) aus Salzburg und Nürnberg, die Messer, Geschmeide, Sicheln, Sensen, Scharsachstahl, Zwecke, Reifmesser und Rohleinen (Rupfen) einkauften, nur durch zwei Monate im Jahre in Steyr aufhalten dürfen. Auf Betreiben Erzherzogs Karl von Steiermark wurde trotz scharfen Einspruchs einflussreicher Bürger (Händl, Gutbrot) im Jahre 1581 die „Steyrer Eisenkompagnie“ gegründet, die dem privaten Eisenhandel ein Ende berei- tete. Die in der Kompanie vereinigten Eisenhändler hatten unter Garantie der Stadt Steyr den Verlag der Hammerwerke zu gewährleisten. Aber der noch in den achtziger Jahren einsetzende Rückgang der Produktion und des Au- ßenhandels sowie die Ereignisse um die Jahrhundertwende vereitelten die Entfaltung der Eisenkompanie, sodass deren Aufhebung und die Wiederein- führung des Privathandels schon zu Anfang des 17. Jahrhunderts gefordert wurde. Neben der Eisenkompagnie bestand in Steyr seit dem Jahre 1584 die Eisenobmannschaft für Österreich. Sie war die oberste staatliche Lokalbe- hörde für das gesamte österreichische Eisenwesen, während dem Innerber- ger Amtmann die landsteirischen Glieder unterstanden. Der erste Eisenob- mann war (bis zum Jahre 1607) Christoph Strutz, unter dessen Amtsführung gegen Ende dieses Jahrhunderts in Steyr zur Versorgung des Wiener Zeug- hauses mit Feuerwaffen eine „Gesellschaft der Rohr- und Büchsenhandlung“

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