OÖ. Heimatblätter 1955, 9. Jahrgang, Heft 2/3

Bausteine zur Heimatkunde R[heinisch] in bestandt gehabt" hätten 5 ) und tags darauf wird im Zusammenhang mit einem Ansuchen der Linzer um Anrechnung von 500 fl fälligen Zinsen auf die Pachtsumme noch immer von einer „khunfftigen handlung" gesprochen 6 ). Sie ist am 23. Juni 1551 endlich erfolgt 7 ): Zween khunigcliche Beuelch, das sein khu[nigliche] M[ajestät] n. Burgermaister, Richter vnnd Rat, der Stat Lynntz, die Ambter daselbst, widerumben auf Sechs Jar lang Jedes vmb Achtzehenhundert gulden R[heinisch] bestandt gelts gnedigclichen zuuerlassen bewilligt, vnd Inen hierauf Bestandt brief vnd ander Beuelh aufgericht vnd gefertigt worden. Wie den Linzer Stadtvätern die Reaktion des römischen Königs Ferdinand auf die im Januar in Rede stehende Summe gemundet hat, läßt sich aus dem Umstand erschließen, daß schon eine Woche später abermals eine persönliche Intervention bei der niederösterreichischen Kammer um Nachsicht der Taxe von den neuen Bestandbriefen erfolgte, an der Stahel allerdings nicht mehr teilnahm und deren Ergebnis in nachfolgender lakonischer Notiz ihren Niederschlag fand 8 ) : [1551 Juni 30] Thoman Zieglers denen von Lynntz gesandten Suplication, Bitt, vmb Erlassung der Tax von Iren bestandtbriefen vber dj Ambter daselbst, Ratslag dieweill ander Ambtleut von der gleichen briefen dj Tax bezallen muessen, So khan dj Camer die von Lyntz diser Tax nit erlassen. Abschließend sei noch ein Blick auf die drei „Abgesandten" der Stadt Linz geworfen. Zu Veit Stahel ist in Ergänzung zu Klein-Bruckschwaiger lediglich zu vermerken, ·daß sein Tod nicht „bald nach dem 18. Jänner 1571 ", sondern wohl frühestens im Juli 1576 erfolgt sein kann, da die Steyrer Ratsprotokolle noch am 11. Mai und am 22. Juni dieses Jahres seinen Namen im Zusammenhang mit einer Schuldenverhandlung nennen 9 ). Hier darf die Aufmerksamkeit jedoch auf drei weitere Namensträger aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gelenkt werden, die vielleicht in verwandtschaftlicher Beziehung zu Veit Stahel standen. Der eine ist der Komponist Johann Stahel 10 ), über dessen Lebensschicksale man bis zur Gegenwart zwar nichts weiß, der jedoch offensichtlich enge Beziehungen zu dem Wittenberger Drucker Georg Rhau (1488-1548) unterhielt 11 ) und von Wilfried Brennecke des_halb mit Recht zumindest zeitweise in den musikalischen Bereich Wittenbergs verwiesen wird 12 ). Der zweite, Jakob Stahel, stammte aus dem württembergischen Leonberg. Er immatrikulierte am 30. April 1546 an der Universität Tübingen, wurde am 7. April 1549 baccalaureus artium und am 16. Juli 1550 magister artium; er ist wahrscheinlich mit dem württembergischen Hofdiskantisten Jakob von Leonberg identisch 13 ). Schließlich ist noch ein Cuntz Stahel (Stahl, Stachl) zu nennen, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts als Gegenschreiber auf der Donaubrücke zu Wien amtete und unterm 1. Februar 1501 von Kaiser Maximilian I. ,,Sechzig phunt phening ... aus gnaden vnnd zu ergetzlichait seines schadenns den er Inn verganngen kriegslewffen genomen hat", beim österreichischen Vitzdom verordnet erhielt 14 ) . 191

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2