OÖ. Heimatblätter 1955, 9. Jahrgang, Heft 2/3

Oberösterreichische Heimatblätter Bekanntlich besaß Linz noch im 16. Jahrhundert nur wenige eigene Steuern, deren geringe Erträgnisse nur durch die Fixierung der Stadtsteuer und durch Überschüsse bei den durch die Stadt gepachteten landesfürstlichen Steuern - vornehmlich beim Ungeld - gewisse Steigerung erfuhren 2 ) . Die Höhe des Bestandgeldes - bis 1550 waren es 1300 fl 3 ) - war demnach von ausschlaggebender Bedeutung für den städtischen Haushalt. Als nun für das Jahr 1551 eine Steigerung der Pachtsumme in Aussicht stand, entsandte die Stadtverwaltung gleich zu Jahresbeginn Veit Stahel, Damian Ziegler und Andreas Ottmar zu Verhandlungen nach Wien, deren Verlauf in folgenden Regesten festgehalten ist 4 ) : [1551 Januar 21] Der N.[ieder] O.[esterreichischen] Camer Rat vnd Beschayd auf n. Burgermaister Richter vnnd Rat der Stat Lynntz Gsanndten mit Namen Damianus Ziegler, Anndre Ottmar vnnd Veit Stahl schrifftlich furbringen, von wegen staigerung des bestandtgeltes, von den Ambtern, vnd Vngelt, daselbst, die Sy bißheer im Bstandt gehabt, vmb ain Suma gelts, vnnd Inen lennger gelassen sollen werden, Ist den Gsanndten ain lautere abschrifft von diesem Ratslag zugestellt in der Camer Cantzlej Copj, Ratslag ligt bej dem khu[niglichen] Beuelh vnnd schrifften. [1551 Januar 21] Denen von Lynntz Gesanndten Anntwurtt auf der N.[ieder] O.[esterreichischen] Camer Ratslag vnnd beschaidt, von wegen des Bestanndts vnnd Staigerung der Ambter vnnd Maut zu Lynntz. Ist Inen ferrer Beschayd geben wie auf diser Schrifft verzaichent. [1551 Januar 24] Damianus Ziegl, Anndreen Ottmer, vnnd Veiten Stahl, der Stat Lynntz Gsanndten, ferrern bericht, vnnd anzaigen, auf Ir vorig Supliciern vnnd bericht von der N.[ieder] O.[esterreichischen] Camer darvber Inen erfolgten beschaidt, von wegen der Ämbter vnnd vngellt daselbst zu Lynntz, di Sy im bstandt ferrer begern vnnd sich in dj 1600 g[ulden] R[heinisch] Jarlichn verwillig[en] &c, sambt bejligennder schrifft Irer vorigen Antwurt, Auch des Herrn vitzthumbs ob der Enns, vnd Wolfgangen Gruentaller zwayen Missif Bericht denen von Lynntz Abraittung vnd bestandt der Ämbter betrefendt / &c / Ist hierauf der khu[niglichen] M[ajestät] Bericht gethan worden, vnd dise schrifften eingeslossen. [1551 Februar 3] Denen von Lynntz Gesanndten Suplication, darinnen Sy Bitten vmb befurderung Sy bej der khu[niglichen] M[ajestät] von wegen der Ambter vnd vngelt im bestandt das[elbst] betr[effend]. Sy auch abzefertig[en] vnd anhaimb zuvrlauben, Ist Inen Beschaidt geben wie auf diser Sup[likation] verzaichent. Das Ergebnis dieser Verhandlung ist nicht bekannt, doch scheint der den Linzern auf ihr Drängen am 3. Februar zuteil gewordene „Beschaidt" wohl kaum mehr als eine Vertröstung auf eine spätere königliche Entscheidung über die fragliche Steigerung des Bestandgeldes um 300 fl beinhaltet zu haben. Denn am 19. Juni 1551 lag der niederösterreichischen Kammer neuerlich ein Schreiben von Bürgermeister, Richter und Rat der Stadt Linz vor, in dem sie erinnerten, daß sie bisher „die Ambter vnd vngellt daselbst ... järlichen vmb 1300 fl 190

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