Die Landesfürstlichen Urbare Nieder- und Oberösterreichs

Einleitung. CXCVII Auch dieser Unterschied ist somit stets neben der früher besprochenen Verschiedenheit (nach Städten nnd Getreidearten) zu beachten, sobald man an die Maßgrößen selbst herantritt. An letzteren kommt vornehmlich der modius und als Unterabteilung dafür die metreta vor, welche mit den deutschen Ausdrücken Mut und Metzen gleichzusetzen sind. Die Annahme Luschins, daß modius einen Metzen bedeute und metreta den 30. Teil davon,' wird auch ^ durch diese Urbare unbedingt widerlegt.® Jedenfalls aber hatte er damit Recht, daß die große Unsicherheit und Verwirrung in der Bestimmung der mittelalterlichen Maße hauptsächlich durch eine zu geringe Unterscheidung der einzelnen Angaben bedingt sei. Allerdings hat auch er den eben erwähnten Unterschied von großem und kleinem Maß nicht beachtet. Der Ausdruck Mut (modius) ist, wie Schalk schon mit Recht betonte,^ im ganzen betrachtet, bloß ein Reehenmaß von ganz verschiedener Bedeutung. Nicht nur, weil er, wie Schalk meinte, in der einen Stadt 30, in der anderen 32 Metzen, in einer dritten mehr oder weniger umfaßte; er kann auch je nach dem kleinen oder großen Maß verschieden sein und endlich auch nach Getreidearten eine mannigfache Bedeutung haben. Gehen wir nun von dem jüngeren Urbar der Hofmark Steyr aus, da hier die zahlreichen Umrechnungen vom kleinen auf das große Maß am ehesten gesicherte Folgerungen ermöglichen, so ergibt sich zunächst, daß hier beim kleinen Maße auch diminutive Bezeichnungen der Maßgrößen selbst verwendet erscheinen. Das kleine Maß wird nach Mnttel und Metzel, das große nach Mut und Metzen bestimmt. Ein Muttel Hafer, für welchen mindestens in anderen Urbaren auch der Ausdruck modiolus vorkommt,® umfaßte hier 5 Metzen großes Maß, ein Mut dieses letzteren aber 30 Metzen. Dieses Verhältnis trifft mindestens bei den Ämtern Mühlbach,® Lausa,' Mitterberg,® Ternberg,® Arzberg'® und Steinbach" zu. Anders lagen an scheinend die Verhältnisse in den Ämtern Mölln,'® Ramsau"und Knie- ^ Vorschläge und Erfordernisse für eine Geschichte der Preise in Österreich, S.3. ® Auch Schalk, Zur Geschichte der Wiener Maße im 15. und 16.Jahrhundert, Bl.f. Lk.20, 478, hat dies bereits angefochten. Vgl. auch Chmel, Geschichtsforscher 1, 31. ® Vgl. K. B. unter anderem im Text S. 68 Nr. 269 irnd 270, wo hei Verzeichnung von metrete der Ausdruck J3nrc/(me<zen, hei jener eines modius purchmut gehraucht wird; vgl. auch S. 26 Nr. 71, wo metrete Wiennensis mit purclimetzen gleichbedeutend erscheinen. ^ A. a.0. S. 478. ® Vgl.Czerny,Ber. des Mus.Francisco-Carol. 39,83 ff.(aus dem Urbar von St. Florian). ® Im Text S. 272 Nr. 146: 84 Muttel = 14 Mut großes Maß. 'Ebd.S. 272 Nr. 147; 63 Muttel 2 Metzen = 10 Mut 17 Metzen großes Maß. ® Ebd. S. 278 Nr. 239: 56 „ 1 „ = 9 „ 11 „ „ „ ® Ebd. S. 284 Nr. 317: 76 „ Va n = ^2 „ 20 „ „ „ "Ebd. S. 287 Nr. 357: 17 „ 2 „ = 3 „ — 3 „ „ „ Ebd.S. 295 Nr. 455: 39 „ 4 Scheffel und lOKastmetzcn=7Mut und 11 Metzen großes Maß (1 Scheffel — 6 Metzen, ö Kastmetzen = 1 Metzen großes Maß). Im Text S. 305 Nr.601: 112 Muttel = 15 Mut weniger 2 Metzen großes Maß. Ehd, S. 308 Nr. 038: 38 Muttel 1 Metzen = 5 Mut und 3 Metzen großes Maß.

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