Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1982

Von Karl Spri11gensd1mid : Vorbei, gottlob, die Zeit der artig frisierten Mädchen, der kurz geschorenen, glatt rasierten Jünglinge' Man trägt wieder Haar. Laßt wachsen, was da wachsen will, h eißt die Parole. Richtig: Denn das Haar des Menschen ist von Natur aus darauf angelegt, zu wachsen und länger zu werden. Vermessen wäre es, ärger noch, es wäre grausam und barbarisch, sich diesem n atürlichen Prozeß entgegenzustellen. Außerdem sollte man niemals die allgemein menschliche, die soziale Seite dieses Problems überseh en . Der Haarwuchs ist eine der wenigen Erscheinungen , die von materialistischen und l<ommerziellen Faktoren unabhängig geblieben sind. Haare wachsen umsonst. Haare kommen gratis und unentgeltlich. Selbst der Ärmste ist, wenn es um die Haare geht, reich, reicher als mancher Reich e. Hat er auch alles verloren, das Haar ist ihm geblieben, für ihn ein Grund mehr damit zu prunken. Je länger die Haare, desto ähnlicher werden sich die Menschen. Erst das lange Haar schafft die wahre Gleichheit; denn es hebt den Unterschied des Standes wie des Geschlechtes auf. Ja, darin liegt eben das Besondere dieses Phänomens: Auch der Un terschied der Geschlechter wird aufgehoben. Wie lächerlich jene Zeit, in der man glaubte, Weibliches und Männliches nach dem jeweiligen Zustand der Haare voneinander unterscheiden zu können, etwa nach dem simplen Rezept: langes Haar, also Mädchen, knapper Scheitel, also Mann. Längst ist diese Formel überholt, ja, nicht selten wird sie in das Gegenteil verkehrt: langes Haar, also Mann, knapper Scheitel, also Mädchen. Oder soll es etwa für immer ein Vorrecht des weiblichen Geschlechtes bleiben , sich die Haare wachsen zu lassen1 Zum Teufel damit. Wer Haare hat, soll zeigen, was er damit machen kann. Keine Angst vor Verwechslungen! Mädchen oder Jüngling? Das soll ein Rätsel bleiben. - Triumph! Der so oft, so heftig miß_ verstandene Sohn hat sich entschlosEntweder - oder Jack London, der Abenteurer, Seemann und Schriftsteller, der eigentlich John Griffith hieß, hatte eine sehr energische und resolute Gattin. Einmal kam seine Frau in sein Arbeitszimmer, wo Jack London mit einem Kollegen bei einem Gläschen Likör plauderte. Die Gattin legte sofort energisch los : ,,Also, Jack, entweder schatfst du jetzt ein Meisterwerk oder du kommst zu mir in die Küche zum Kartoffelschälen! " Bau- und Möbeltischlerei STEYR, Steiner Straße 2 -Tel. 621003 61

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