Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1956

40 seines Gewehres zu Boden, dann nahm er es auf die Schulter und schlug wieder den Weg zur Macquia ein, indem er dem Fortunato zuschrie, er solle ihm folgen. Das Kind gehorchte. Giuseppa lief zu Mateo hin und faßte ihn am Arm. „Es ist dein Sohn“, sagte sie ihm mit zitternder Stimme, indem sie ihre schwarzen Augen auf diejenigen ihres Gatten heftete, als ob sie in seiner Seele lesen wollte. „Laß mich“, antwortete Mateo, „ich bin sein Vater.“ Giuseppa umarmte ihren Sohn und trat weinend in das Bauernhaus. Sie warf sich vor einem Bild der Jungfrau zu Boden und betete mit Inbrunst.In¬ zwischen schritt Mateo einige zweihundert Schritte auf dem Pfade weiter undhielt erst vor einer kleinen Schlucht, in die er hinabstieg. Er prüfte die Erde mit dem Kolben seines Gewehres und fand sie weich und leicht zum Ausheben. Der Ort erschien ihm passend für seine Absicht. „Fortunato, tritt neben diesen großen Stein.“ Das Kind tat, was er ihm befahl, worauf es niederkniete. „Sag deine Gebete“ „Vater, Vater, töte mich nicht!“ Sag deine Gebete her!“ wiederholte Mateo mit schrecklicher Stimme. Das Kind sagte stammelnd und schluchzend das Pater und das Kredo. Der Vaterantwortete mit lauter Stimme Amen! am Schlusse jedes Gebetes. „Sind das alle Gebete, die du kannst? Vater, ich kann noch das Ave Maria und die Litanei, die meine Tante mich gelehrt hat. „Recht lang, aber meinetwegen.“ Das Kind vollendete die Litanei mit ersterbender Stimme. „Bist du fertig? „Oh! Vater, Erbarmen! Verzeih mir! Ich will's nicht wieder tun! Ich will so lang meinen Vetter, den Korporal, bitten, daß man den Gianetto begnadigen wird. Er sprach noch weiter; Mateo hatte sein Gewehr bereitgemacht und legte an, indemer sagte: „Gott möge dir verzeihen!" Das Kind machte eine verzweifelte Bemühung aufzustehen und die Knie seines Vaters zu umfassen; aber es hatte keine Zeit mehr dazu. Mateo gab Feuer, und Fortunato fiel sofort tot nieder. Ohne einen Blick auf den Leichnam zu werfen, schlug Mateo wieder den Weg nach Hause ein, um eine Schaufel zum Eingraben seines Sohnes zu holen. Er hattekaum einige Schritte gemacht, als er Giuseppa traf, die, durch den Schuß aufgeschreckt, herbeigelaufen kam. „Was hast du getan?“ schrie sie. „Gerechtigkeit geübt.“ „Wo ist er? „In der Schlucht. Ich werde ihn dort begraben. Er ist als ein Christ ge¬ storben; ich will ihm eine Messe lesen lassen. Sag meinem Schwiegersohn Teodoro Bianchi, er soll bei uns wohnen. WOLLEN SIE WAHREND IHRES URLAUBES SICHER, BILLIG UND BEOUEM INS AUSLAND FAHREN ODER DIE SCHÖNHEITEN ÖSTERREICHS BEWUNDERN? AUSKUNFT GEBEN IHNEN DIE STADTI¬ SCHEN UNTERNEHMUNGEN (REISEBURO), STEYR, KIRCHENGASSE 1. * SIE WERDEN UNVERBINDLICH BERATEN *

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