Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1927

111 Und wieder spuckt er dem Gegen¬ der Familie Klachlmoser hatte sich heraus¬ über vor die Füße. Nun ist die Reihe gestellt, daß der Großvater des weiland zu fragen an dem: „Und wer bist denn hausenden Loderer an der Seite Andre ejentlich du? Und wohin jehls?“ Hofers, des berühmten Freiheitshelden, hervorragenden Anteil an der Befreiung „Der Hausnam' is Klachlmoser, und des Landes von der französischen Ge¬ schreib'n lass' i mi' Loderer. Und fahr'n tu' i auf Strigls. waltherrschaft genommen hatte. Herr Pefnicke zog daraus sofort den „Wat? Nach Strigls? Det trifft sich ja jut! Ich fahr' nämlich ooch jerade Schluß, daß da wohl noch Andenken oder gar Waffen von besagtem Gro߬ nach Strigls. Sie vermieten wohl ooch vater Loderer im Hause sein müßten. Da an Fremde, he¬ r auch ahnte, welche Alterkums=Werte „Ob i vermieten tua? Na, extra diese fraglichen Gegenstände darstellen ei'gricht bin i grad net drauf. Aber, konnten, beschloß er, auf die Suche nach wenn's grad sein muß, hab’ i schon a solchen Altertümern zu gehen. Zimmer a paar für die Fremden. Der Zufall war ihm wieder hold. „Janz jut. Wissen Sie wat, lieber Da er sich in jedem Raum des Hauses Mann? Ich wohne in Strigls bei Ihnen. Loderer, gemäß seiner Stellung als Fa¬ Die Sache ist jemacht. Topp, einje¬ milienmitglied, frei bewegen durfte, mußte schlagen!“ es ihm ein Leichtes sein, auf fragliche „Wenn's d’ grad moanst,“ meint Gegenstände zu stoßen, vorausgesetzt, daß der Mann mit dem Hausnamen Klachl¬ moser und dem Schreibnamen Loderer ie überhaupt vorhanden waren. Wieder bewies Herr Pefnicke auch den richtigen und schlägt in die dargebotene Rechte des Berliners, daß es nur so klatscht. Instinkt, indem er nach erfolgloser Suche in den bewohnten Räumen seine Schritte Herr Pefnicke hat es sich beim Klachlmoser viel einfacher vorgestellt, als zum Dachboden lenkte. Da lag nun es tatsächlich der Fall ist. Die Zimmer allerdings altes Gerümpel genug: Spinn¬ räder, alte, bemalte Bauerntruhen, freilich sind gut möbliert, sogar elektrisches Lich ist da. Nach alter deutscher Sitte wird ziemlich defekt, und da, wahrhaftig, das aber der Gast behandelt nicht als Frem¬ war ein alter Kugelstuten, wie sie die der, dem man möglichst viel Geld ab¬ Tiroler Freiheitshelden zu jener Zeit in Gebrauch hatten. Das Herz schlug Herrn knöpft, sondern als Hausgenosse, der die erste Stelle in der Familie einnimmt. Pefnicke hoch: das war unzweifelhaft der Kugelstutzen des Klachlmoserahndl! Wie Herr Pefnicke konnte sich sagen, daß er diesmal nicht „unter die Räuber oft mochte er daraus „den Tod vom gefallen war, wie vor wenigen Jahren Berg Isel ins Tal gesandt“ haben! Ganz in seiner Betrachtung versun¬ in St. Moritz, und war besonders stolz auf den sicheren Instinkt, der ihn heuer ken, bemerkt er nicht, daß sein Wirk, Loderer junior, eben auch den Dachboden auf die richtige Fährte geführt hatte. So hoffte er hier in Strigls nicht bloß auf betreten hat. Der Ueberraschte schrickt eine Rechnung zu kommen, sondern auch örmlich zusammen, als ihn dieser an¬ noch einen großen Teil der für den redet: „Aber, Herr Pefnicke, was treibst Winteraufenthalt bestimmten Summe d' denn da auf'm Dachboden herob'n Da wirst d’ ja voll Dreck und Staub.“ seiner überraschten Gattin heimbringen zu können. „Tut nichts“, erwidert dieser. „Aber agen Sie mal, was ist das für eine Da trat ein Ereignis ein, das diese Büchse?“ letztere Hoffnung zunichte machte, freilich aber nicht ohne Herrn Pefnicke dafür in „Dös ist halt der Kugelstutzen von anderer Weise sogar einen vielfachenmei'm Ahndl selig. Vorteil zu bieten. „Und den lassen Sie da heroben —. eines Gesprächs mit verstauben und verrosten?“ Gelegentlich

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