Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1924

vier Tote und ein Verwundeter blieben am Platze. — 12.: Die Budapester Bäcker stan¬ den im Streik. Bei den Schuhmachern und anderen Arbeitern sowie bei den Bank¬ beamten setzten Lohnforderungen ein. — 13.: Die Lohnverhandlungen in der österreichi¬ chen Metallindustrie wurden ergebnislos ab¬ gebrochen. —Stadt und Kreis Buer wurden von den Franzosen besetzt. —14.: Die Große und Kleine Entente erhoben bei der unga¬ rischen Regierung Einspruch gegen die Hetze und in deren Folge entstehenden Grenz¬ konflikte. Die ungarische Regierung gab die erhöhte Agitation zu, erklärte sich aber machtlos. — 15.: Aus der Werkskanzlei in Eisenerz stahlen Einbrecher 42 Millionen Als Antwort der Einstellung Kronen. — der Reparationsleistungen wurde Bochum besetzt. — Im Deutschen Reich fanden große Trauerkundgebungen statt. In Berlin kam es zu Zusammenstößen vor der französischen Botschaft und den Quartieren der Kontroll¬ kommission. — 16.: Die litauischen Insur¬ genten besetzten die Stadt Memel. — Die Franzosen setzten ihren Vormarsch fort. Bochum, die Linie Werden bis Bottrop wurden besetzt. — 17.: Ein schwerer Schnee¬ sturm wütete in den Alpenländern und ver¬ ursachte große Schäden und Verkehrsstörun¬ — ganze Balkan griff zu Der gen. Rüstungen und Mobilisierungen, es trat die Gefahr eines rumänisch=russischen — In Dortmund zogen die Krieges auf. Franzosen ein. — 18.: Ein amtlicher deutscher Bericht besagte, daß im Ruhr¬ revier kühle Ruhe und Entschlossenheit 19.: Die Zeichnungen auf die herrsche. — Goldanleihe ergaben 280 Milliarden Kro¬ nen. — In der österreichischen Metallindu¬ strie brach ein Lohnkonflikt aus. — Frank¬ reich setzte die Drangsalierung Deutsch¬ lands fort. Die Beschlagnahme der Koh¬ lensteuer wurde verfügt und weitere Sank¬ tionen angekündigt. — 20.: Einbrecher haben wochenlang in der Villa des seit Jahren von Wien abwesenden ehemaligen Opernsängers Dippel gehaust und sie aus¬ geplündert. — In den staatlichen Kohlen¬ gruben in Essen traten die Bergarbeiter in 21.: Die Regierung über¬ den Streik. — nahm die Vermittlung in der Metallarbei¬ 57 Fritz Thyssen und fünf Zechen¬ terkrise. — direktoren wurden von den Franzosen verhaftet, photographiert und nach Mainz —Der gesamte Betriebs¬ abtransportiert. rat der Thyssen=Werke, 85.000 Arbeiter vertretend, verlangte bei Streikandrohung —Die sofortige Freilassung Thyssens. Hoteliers in Berlin beschlossen, Franzosen und Belgier nicht zu beherbergen und fran¬ zösische und belgische Genußmittel nicht zu verabreichen. — 22.: Im Ruhrgebiet brach der Generalstreik aus. In allen Gruben wurde die Arbeit niedergelegt, der Eisen¬ bahnverkehr wurde eingestellt. —23.: In der Metallindustrie wurde ein provisori¬ sches Abkommen getroffen, und zwar wur¬ S # PA0 5 Prof. Röntgen 1 den die alten Lohnsätze auf eine Woche erstreckt. — 24.: Bundeskanzler Dr. Seipel und der Minister des Außern reisten zu den Völkerbundverhandlungen nach Pa¬ —Im Ruhrgebiet standen in 17 ris. Bergwerken 165.000 Arbeiter im Streik. — 25.: Fritz Thyssen wurde zu 500.000 Francs Geldstrafe verurteilt und mit den anderen Verhafteten, welche ebenfalls zu hohen Geldstrafen verurteilt wurden, auf freien Fuß gesetzt. — Das Haus des „Ber¬ liner Tageblatt“ stürzte zum Teil ein, 13 Tote und 20 Schwerverletzte wurden ge¬ borgen. — 26.: Einbrecher haben den Be¬ sitzer der Kasperbaude im Riesengebirge, dessen Frau und den dreijährigen Sohn erschlagen und alle Wertsachen geraubt.

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