Werkruf - Jahrgang 3 - Folge 2 - 1940

herstellt. Gerade für uns, der Kriegsmarine, ist es schön, zu wissen, wenn wir nach langer Seit ohne jede Verbindung mit der Heimat wieder in den Hafen einlaufen, daß die Heimat auch an uns gedacht hat. Wir wissen, daß Ihr uns hier vorn vertraut und wir enttäu¬ schen Euch nicht! Es hat im vorigen großen Krieg geheißen, der deutsche Soldat ist der beste der Welt! Das waren unsere Däter und wir Jungen werden jetzt beweisen, daß dieser stolze Satz jetzt und immer seine Berechtigung hat. Wir glauben an Deutschland und an unseren Führer und mit diesem Glauben kämpfen und siegen wir. Der alte Engländer soll ruhig prahlen und protzen, wir blauen Jungens und die Kameraden vom Heer und der Luftwaffe werden ihm die gebührende Antwort schon geben. Wir kämpfen für unsere gerechte Sache bis zum endgültigen Sieg und Frieden. Unsere parole heißt hier nur: „Wir fahren gegen Engelland!.. Mech. Gefr. Kraeft. And Du Kamerad 15 vollbesetzte Lehrgemeinschaften! Fürwahr ein schönes Ergebnis der ersten Aus¬ schreibung des Berufserziehungswerkes, ein erfolg¬ versprechender Anfang. Uns, den Betreuern des Berufserziehungs¬ werkes, hat die Entgegennahme und Sichtung der Anmeldungen viel Freude bereitet, allerdings auch viel Arbeit. Aber das ist ja ein und dasselbe, denn diese Arbeit vermittelt uns ja erst die Freude. So oder so ähnlich ergeht es wohl jedem, der sich zur Teilnahme an irgend einer Lehrgemeinschaft des Berufserziehungswerkes entschloß. Er war ja auch nicht so ganz leicht dieser Entschluß. Erstens: Man arbeitet ja so wie so den ganzen Tag über, tut seine Pflicht und müßte nun freiwillig auch abends noch arbeiten. Zweitens: Man ist doch immerhin schon Jemand und man kann doch auch etwas und sollte sich nun freiwillig wieder auf die Schulbank setzen und lernen und Drittens: war da noch so ein ganz klein wenig Mißtrauen; man hatte so viel gehört von Leistungs¬ steigerung und hatte dabei noch so ein ungutes Gefühl wegen Ausbeutung und Lohndrückerei. Aber allem zum Trotz war doch der Entschluß gefaßt worden und die Anmeldung abgegeben. Und dann kam eines schönen Tages die Postkarte mit der Benachrichtigung, daß die betreffende Lehrgemeinschaft an dem oder dem Tage in der Werkschule beginnt. Und noch etwas kam, nämlich am Tage des Beginnes: Eine große Überraschung! Etwa 25 Kameraden und Kameradinnen hatten sich am angegebenen Ort eingefunden, die den gleichen Entschluß gefaßt hatten. Alles war so ganz anders wie man es sich vorgestellt hatte. Das war ja gar kein Schulunterricht! Da war kein Lehrer, sondern da war ein Kamerad! Und da waren keine Schüler, die einfach das auszuführen hatten, was der Lehrer sagte, sondern da waren ebenfalls Kameraden! Und in diesem Kameradenkreise wurde dann der Lehr¬ stoff durchgearbeitet, wobei einer dem andern half. Und so wird es im Berufserziehungswerk ständig gehandhabt. Es ist wohl niemand dabei, dem das Schaffen in dieser lebendigen Gemeinschaft keine Freude bereitet. Übungsleiter und Teilnehmer sind in gleicher Weise an dieser Arbeit beteiligt. Der eine gibt freudig von seinem Wissensschatz ab, die anderen nehmen begierig Neues in sich auf, bezw. festigen schon Vorhandenes. Unterschiede gibt es bei uns keine. Der Kopfarbeiter sitzt neben dem Handarbeiter, der Meister neben dem Gesellen, eine Gemeinschaft, wie sie sein soll. Aus allen Abteilungen sind sie gekommen und aus den ver¬ schiedensten Gründen. Da gibt es welche, die sich nur auf einem bestimmten Gebiet vervollkommen wollen, beispielsweise im Lesen von Seichnungen. Andere wollen die Handhabung des Rechenstabes lernen. Wieder andere belegen mehrere Lehrgemeinschaften, um sich später als technischer Seichner betätigen zu zu können. Da ist auch ein Kamerad, der irgendwo im Betrieb mit der Führung von Menschen beauf¬ tragt ist. Er hat sich für eine Lehrgemeinschaft ge¬ meldet, in der er sich weltanschaulich festigen und weiterbilden kann, um die ihm anvertrauten Menschen nach dem Willen des Führers führen und formen zu können. Wenn auch die Siele der einzelnen Lehr= und Erziehungs=Gemeinschaften naturgemäß verschiedene sind, der Marschtritt ist derselbe. Und etwas haben alle diese Gemeinschaften gleich; das Frohe, Frische und Lebendige. Und jeder der Teilnehmer tut seine Pflicht gegenüber Volk und Führer; er erhöht die Schlagkraft der Inneren Front, indem er sein Wissen und Können bis zum höchsten Grade steigert. 6

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