Veröffentlichungen des Kulturamtes, Heft 35, April 1980

Frau Susanne begraben zu werden. Den Armen der Stadt sollte je ein Groschen, den jüngeren Mittellosen zwei Kreuzer Almosen gegeben wer– den. Der Pfarrkirche vermachte er dreißig Gulden, den Dominikanern zwan– zig Gulden mit der Verpflichtung, zwanzig Messen für ihn zu lesen. Das Bürgerspital, das Bruderhaus, das Siechenhaus und das Lazaretthaus beka– men zusammen vierzig Gulden - innerhalb eines halben Jahres nach dem Tode des Erblassers. Die Kapuziner bekamen zwanzig Eimer besten Bie– res, ,,sobald sie es verlangen oder von Nöten haben!" Der Bräuknecht Georg Burgholzer, der schon neunzehn Jahre im Dienste des Grafhaiders gestanden war, sollte wegen seiner Treue und seines Flei– ßes fünfzig Gulden bekommen, wenn er beim Tode Grafhaiders noch in dessen Dienst stehen sollte. Seinen Söhnen scheint Grafhaider eine höhere schulische Ausbildung ermöglicht zu haben, denn in seinem Testament sind von „ziemlichen Unko– sten in studiis" die Rede. Die schon erwachsenen Kinder Stephan und Su– sanne bekamen aus dem väterlichen Erbteil je eintausend Gulden. Der „unlängst verstorbene Sohn" Peter hatte bei seiner Verehelichung auch den gleichen Betrag bekommen . Als Schwager werden Wolf Sebaldt und Hans Georg Gsellhofer genannt. Ein Großteil des Grafhaider'schen Vermögens war in Grundstücken und in den von ihm erzeugten Armaturen und Musketen angelegt; desgleichen in Schuldbriefen der ihm von der Stadt anvertrauten Salzkammer. Er war daher gezwungen, weitere Legate an die Kinder auf die noch unveräußer– ten Immobilien anzurechnen (6). 1. J. Ofner, Das Bummerlhaus in Steyr, Festschrift 1973, S. 16. 2. Krenn, H. 10. - StB. 1635/3. - StB. 1651 /6. - RP. 1637/17. - J. Ofner „ Das kaiserliche Armaturwerk", VKST. 23/1962, S. 50 ff. 3. Stadtpfarramt, Totenmatrik II, S. 217. 4. Hofkammerarchiv Wien, NO. Herrschaftsakten, Fasz. 234 Vol. 1411 ff. 5. RP. 1667/425, StB. 1695. ' 6. Testament vom 28. Februar 1660, StA. K. XI, L. 14; Zeugen waren der Stadt– schreiber Hans Leonhard von Vogtberg, Sebastian Aichholzer, Maximilian Luck– ner, Daniel Knöbl und Matthias Preindl. Sebastian Aichholzer war innerer Rat und besaß von 1645 bis 1652 das Haus Stadtplatz Nr. 46. Am 4. August 1646 stellte er gemeinsam mit seiner Gattin Dorothea ein Testament auf. - Krenn, H. 53. Daniel Knöbl war Obervorgeher der lnnerberger Hauptgewerkschaft; von 1657 bis 1673 auf dem Hause Stadtplatz 15 ansässig, mit Maria-Anna, geborene Schröfl von Mannsberg verheiratet; wurde von Leopold 1. am 27. April 1667 nobilitiert, von 1666 bis 1670 Stadtrichter. Er starb am 22. Juni 1673. - Krenn, H. 145. - Pantz, Grabdenkmale 1, S. 5. Matthias Preindl hatte 1648 die Häuser auf dem Areal Pfarrgasse Nr. 4 vereinigt. Er wird als Gastgeb zum „Goldenen Kreuz " genannt. Er starb am 16. August 1672. - RP. 1645/180. - StB. 1635/10. - StB. 1648/8. - Krenn, H. 51 und H. 52. Hans Leonhard von Vogtberg war Stadtschreiber zu Steyr und Syndikus aller sieben landesfürstlichen Städte in Oberösterreich . Er starb am 13. August 1671 im Alter von 62 Jahren. 1647 war er geadelt worden. - Krenn, H. 15, Anm. 13. Maximilian Luckner jun. war 1660 bis 1677 Bürgermeister der Stadt Steyr. Vgl. E. Krobath, VKST. 25/1964, S. 3 ff. 55

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