Veröffentlichungen des Kulturamtes, Heft 29, Oktober 1969

teilweise auf seine Kosten ausführen lassen, doch die aus „fremden CDrten hieher gebrachte Lau-Verständige" erklärten, daß die baufälligen Pfeiler das Gewölbe nicht tragen roürbert.34 35) So blieb denn noch durch 75 Jahre, bis in die Zeit der Gegenreformation, das Gotteshaus eine Ruine. Im Mai 1589 ließ der Magistrat die von der psarrgasse zur Kirche führende Stiege erneuern. Wahrscheinlich wurde damals das wuchtige Renaistance-Tor aufgeführt und der Aufgang mit einem Dache rerfehen.33) Das 1524 erbaute „veberzimmer vnd Tachwerch an der Schein" auf dem Turm war 1597 „gar erfault", so daß die Instandsetzung nicht mehr länger hinausgeschoben werden konnte. Kirchenmeister Christoph Seyringer ließ nach einem Modell „das ganze werch von neuem wider auf den Khirchthurn fezen". An Laukoste,\ wurden verrechnet: Colman Daringer für polzwerk 12 fl. 5 ß 9 d, Joachim pändl für polzwerk (5 fl., pans pfendter für Schlosser- und Eisenwerk 19 fl. 6 ß 10 d, Jakob Mülner, Kupferschmied, für „Pfann vnd Khnops auf den Thurn, auch andere Arbeit" 28 fl. 1 ß, Trinkgeld 6 § 12 b, für 200 Stück verzinnte Nägel z ß 6 d, für das Bohren des „Tehrpaumes", „darein die Eisen Slang gesteckht worden" 1 ß 11 d, Meister vezen, Jimmermann, „für all sein Arbeit so er bei erhebung dises werchs vnd vberzimmers gehabt 57 fl 2 ß 24 d, Meister Kaspar Inzinger, Maurer, für seine Arbeit 37 fl. 6 ß, Klemens Schrä- pacher für „2 väßl Plech zu Bedeckung der Schein" 28 fl., Georg Simon, Klamp- ferer, für Arbeit und „Glettwerch" ie fl. 1 ß 10 d, für einen „Tagwercher so ime Klampserer die Notdurft zuegetragen" 5 ß 6 d, Mattheusen Enikhel, Nagelschmied, für Blechnägel 5 sl. 1 ß 18 d, für 5000 Lattennägel 5 sl. 2 ß 12 d, Panns pueber, Fuhrmann für Holzfuhren 4 ß 16 d, Peter Räzinger in Garstner Pfarre für Schuttabfuhr 1 fl., Wolf Efoffman, Seiler, für „Seil vnd Sträng" 2 fl. 1 ß 6 d, Leonhard Refl für „Glaswerk so er in Turm gemacht" 3 ß 15 d, Sigmund Steger, Steinmetz, „für Arbeit an der Schelln am Kirchtunn" 1 fl. 2 ß — b.36 37 38 ) Die Spenden der Bürgerschaft zur Durchführung der Arbeiten am „pfarrkirchen- gebäu" waren jedenfalls nicht unbedeutend, überliefert find nur die nachstehend angeführten Stiftungen: 1558 Margarete Urkauf 100 Pfund Pfennig,3I >567 Hans Fuchs io Gulden, 1576 Anna Straffer 100 Gulden, 1577 Barbara Teissin 50 Gulden,33) (5 78 Margarete Rüstlhueber 20 Pfund Pfennig,39 *) 1582 Benedikt Attl 200 Pfund Pfennig,43) 1583 Magdalena Schwindenhamer 25 Gulden, 1588 34) V. Preuenhueber, Annales Styrenses, S. 219. 35) St.A., Rp. v. 15. 5. 1589, S. 81 : „Auf des Herrn Kirchmeister Suppl. verlassen, die Stiegen bei dem Mesner Haus Zemachen und ist dem Herrn Aidn bevelch geben worden es mit Werchleütten Zu besichtigen und zu beratschlagen ob es Vnd (er) ain Tach Zebringen war". 36) St.A., Pfarrkirchen Rechnungen 1541 — 1597, K. XI, L. 28. — Kleinere Reparaturen waren an der Turmeinrichtung nicht selten. 1579 brach der Klachel der großen Glocke (Rp. 1579. Bd. 6, S. 155), 1580 mußte der „kupferne Schlauch“ ausgebessert werden (Rp. 1580, Bd. 7, S.22), 10 Gulden kostete 1596 die Instandsetzung der Turmuhr durch den Uhrmacher Georg Merthen, 1 fl. 24 d zwei Glockenseile (Pfarrkirchenrechnung 1596). Klagen über die Baufälligkeit der Klause auf dem Kirchturm und über die Stiege finden sich in den Ratsprotokollen der Jahre 1610, 1613, 1615. — Für die Kirche wurden ausgegeben : 1596 für 1 Seil zum Taufstein 5 ß 10 d an Wolf Hoffman, Seiler ; 1597 an Hufschmied Hans Listen 13 fl. 5 ß, an Steinmetz Hans Werflinqer für Arbeit 1 fl. 4 ß 4 d und für „die Rinnen“ 1 fl. 4 ß (Pfarrkirchen Rechnungen 1541 — 1597. K. XI, L. 28.) — 1602 befahl der Rat den Erben des Bürgermeisters Pfefferl, die von ihren Vorfahren gestiftete Kapelle in der Pfarrkirche ausbessern zu lassen. E. Krobath, Bürgermeister, VKSt., Heft 20 (1960), S. 43. 37) St.A., F. Testamente, K. XI, L. 16. 38) St.A., F. Pfarrkirche 1601 — 1651, K. XI, L. 26, Nr. 120 : „Verzeichnus etlicher Jüngern Geschafft ad pias causas". 39) St.A., F. Testamente, K. XI, L. 16. 4v) St.A., F. Testamente, K. XI, L. 13. 55

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