Veröffentlichungen des Kulturamtes, Heft 20, April 1960

schiedenen Arbeiten der Steinmetze beschäftigt sind. Zu Füßen des Kreuzes liegt ein Schild mit Tenks Meisterzeichen. Die Figur des Baumeisters darf wohl als Porträt angesehen werden. Ausgehend von den Händen Tenks schlingt sich ein Spruchband um den Stamm des Kreuzes mit folgenden Worten in erhabener gotischer Minuskel: amor meus crucifixus est (der Gekreuzigte ist meine Liebe). Die fünfzeilige Inschrift in stark vertiefter gotischer Minuskel auf dem unteren Teil des Steines lautet: Hie leit begraben der erbar Maister Wolfgang tenc schtainmez der paumeister ist gebesen hie pei diser chirichen dem got genadig sei der gestorben ist an erchtag nach des heilige chreiz tag ethebum Anno domini 1. 5. 13. Steinmetzmeister Wolfgang Tenk war vom Jahre 1482 bis 1513 als Baumeister an der Kirche tätig, vorher gehörte er der Bruderschaft der Steinmetze von Admont an; (das Handwerksbuch dieser Bruderschaft vom Jahre 1480 enthält sein Handwerkszeichen). Die zweite Darstellung stammt aus späterer Zeit. Diese ist auf dem Zunftbild der Maurer und Steinmetze (2166. 2) im 1. Stock des Heimathauses zu sehen. Der Rahmen des Bildes ist spätbarock, der das Bild krönende Adler deutet vielleicht bereits ein klassizistisches Formelement an. In Seiten- ob. Eckbildern sind die Schutzpatrone auf Metallplatten gemalt. Die beiden oberen sind als betagte Sltänncr mit Bärten (Abb. 3 u. 4), die beiden unteren als Jünglinge dargestellt, alle mit Emblemen des Handwerks. Das dominierende Bild in der Mitte zeigt eine allegorische Verbindung zwischen dem Tempelbau des Königs Salomon und der Unbefleckten Empfängnis. Unter diesem, wiederum auf eine Metallplatte gemalten Bild ist folgende Inschrift zu lesen: Welch' Wunder, daß wir hier an Salomons Tempel zu schauen, Ohn' Eisen Hammerschlag, ist göttlich Werk zu bauen, Ein Sinnbild, daß wir nur an Christi Mutter finden, Sie blieb ja unbefleckt von Adams Fall und Sünden. Karl Huber, geprüfter Bau- und Maurermeister, als Obervorsteher, Anton Haslinger, Steinmetzmeister, als Mitvorsteher. Renoviert nach dem Brand 1824. 18

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