Aufbau oder Zusammenbruch!

□ 59 1 quoten — aufrecht zu erhalten, und, wo solche bisher fehlten, wie für Reis, Oel usw., noch einzuführen. Wenn durch derartige zweckmäßige kaufmännische, nicht bürokratische Einfeilungen niedere felte Preise und damit eine feltere Grundlage für die Bemessung der Lebenskoften geschaffen ist, kann auch zum Abbaue der Löhne auf feste Sätze für die Fünfzigstundenwoche geschritten und die Kalkulation und Erstellung verläßlicher, dauernder Verkaufspreise erzielt werden. Diese sind aber die Grundbedingung, um wieder zu einem wirtschaftlichen Aufbaue im Wege geregelten geschäftlichen Verkehres und zu einem geschäftlichen Aufleben überhaupt zu gelangen, durch Wiedergewinnung der Konkurrenzfähigkeit. Monopole, Sozialisierung, Kommunismus. Da bezüglich des Unterschiedes dieser Begriffe noch immer bei vielen nicht vollltändige Klorheit herricht, seien dieselben hier erläutert, Monopol bedeutet ein ausschließliches Recht, ein Privilegium, das der Staat entweder für sich selbit feltlegt oder an andere, für bestimmte Gegenleistungen erteilt. Letzterer Fall tritt ein, wenn ein Staat sich selbst nicht in der Lage fühlt, etwas in die Hand zu nehmen, durchzuführen, auszubeuten. Derartige Be¬ günstigungen einzelner oder beschränkter Kreise widersprechen dem jetzigen Zeitgeifte und kommen doher derzeit wohl nicht in Frage. Dagegen ent¬ sprechen die Staatsmonopole immermehr den jetzigen Gemeinsamkeitsbestre¬ bungen und kommen also mehr in Betracht, weil schon der frühere Staat solche bereits kannte. Das Staatsmonopol ist also ein ausschließliches Recht, welches sich der Staaf gesetzlich sichert. Der frühere Staat gieng dabei — Salz, Tabak usw. — ausschließlich vom fiskalischen Standpunkte der Ein¬ nahmenschaffung aus. Für den sozialistischen Standpunkt der Theorie von der staatlichen Gesellschaft müßten aber die Monopole eigentlich den Zweck der Verbilligung und gleichmäßigeren Verteilung erfüllen. Im alfen Staate war dies bei dem ihnen bisher anhaftenden Mangel, der bürokratischen Leitung, nicht möglich. Hoffen wir, daß im neuen Staate ein freierer, kommerzieller Geift diesbezüglich eine Bellerung bringen wird. Vom Monopole ganz verschieden ist die Sozialilierung (Vergesell¬ schaftung), welche ein Fortbeftehen der Unternehmen auf bisheriger kom¬ merzieller Bosis, jedoch unter entsprechender Anteil- und Einflußnahme des Staates, sowie der eigenen Beamten und Arbeiter des Unternehmens. Diese Lösung würde den heutigen Zeitverhältnissen und Bestrebungen auf Wohl¬ standsausgleich auf Grund der Arbeitsleiftungen des Einzelnen am besten entsprechen und wäre nicht schwer durchzuführen. Die zu lozialilierenden Unternehmungen haben ihr Aktienkapital um ein Drittel oder ein Viertel zu erhöhen zugunsten des Staates, in dessen Besiß diese neuen gleichberech¬ tigten Aktien koftenlos übergehen. Er erhält dann diesem Aktienbesitze ent¬ sprechend Sitze und Stimmen im Verwaltungs- und Aufsichtsrate, indeß die Beamten und Arbeiter durch Beamten- und Arbeiterräte in geschäftlichen, Gehalts- und Lohnfragen sich Gehör verschaffen könnten. Nun noch einige Worte zur jetzt wieder in den Vordergrund geschobenen Marx'schen Theorie, der Kommunisierung. Ich halte diese Idee im Sinne der Besitzteilnahme der Arbeiterschaft am Unternehmen direkt für undurch¬ führbar, für eine Utopie und noch schlechter als die übertriebene Verstaat¬ lichung, welche an dem, eine freie geschäftliche Entwicklung ertötenden Büro¬

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