Die Grabdenkmale der Stadtpfarrkirche zu Steyr

97 Wappen: Gevierter Sehiid, in 1 und 4: ein aus der Spaltiinie hervor- waehsender, gekrönter, einköpfiger Adier; 2 und 3: ein Feis, zweimal mit einer Efeuranke umwunden. Offener gekrönter Heim. Zier: ein einköpfiger Adier auf­ fliegend. Johann Georg von Windtersperg war von 1671—1677 Stadtriehter zu Steyr. Sein Sohn Gottiieb, Burger zu Steyr, war vermählt mit Maria Eiisabeth, der Tochter des Vorgehers der Hauptgewerksehaft Mathias Schweizer v. Urffenau und der Eva Maria v. Hoffmann'). Mitgiieder dieses Geschieehtes standen vielfach in Diensten der Hauptgewerksehaft bis in die Mitte des vorigen Jahrhundertes; so wurde Engeibert v. Wintersperg 1766 Vorgehet* und 1783 Obervorgeher zu Weyer, dessen gieiehnamiger Sohn, der anfänglich in Diensten des Oberpostmeisters Grafen Paar stand, kam 1757 ebenfatis zur Hauptgewerksehaft"). 17. Berthoid Meizer (?), Burger zu Steyr, gestorben 25. Oktober 1546, und Margarethe, seine Hausfrau, sowie ein Kind, gestorben 4. Oktober 1530. Grabstein aus rotem Marmor, an einem Strebepfeiter der Kirche eingemauert, Schrift in vertiefter gotischer Minuskel. Unter einem gotischen Eselsrückenbogen sitzt Gott Vater im königlichen Ornate, die Krone am Haupte, in einem Lehnsessel, vor sieh hätt er den Heiland, der auf einem Antoniuskreuze angeheftet ist. Das Kreuz steht auf einem Feisen am Fuße des Grabsteines. Auf dem Kreuze befand sieh früher eine Taube (der heilige Geist), die jedoch samt dem linken Arm des Heilandes abgeschlagen ist. Im Hintergründe haiten zwei geflügelte Engel ein über den Lehnstuhl fallendes Tuch. Im untersten Teile des Steines, von der obigen Dar­ stellung abgegrenzt, befindet sich der oben erwähnte Felsen, in dem das Kreuz steckt. Links davon ist eine Schüssel mit dem Haupte des Johannes, rechts in einem Kreise ein tartsehenförmiger Sehiid mit einem Mühleisen. Oberhalb dieses Steines, unter einem Schutzdache aus rotem Marmor, ist eine leider stark verstümmelte Gruppe aus weißem Sandstein eingemauert. Dieselbe zeigt in der Mitte die schmerzhafte Muttergottes von sieben Schwertern durchbohrt, die Hände zum Gebete erhoben. Vor ihr befindet sich ein kleiner Wappenschild mit dem Mühleisen. Links davon ein gotisches „P", rechts ein „T" angebracht. Links von dem Schilde kniet ein Mann mit 4 Söhnen, rechts eine Frau mit 4 Töchtern. Der Hintergrund ist blau bemalt und zeigen auch noch die Figuren Spuren der Bemalung. 9 Siehe Grabdenkmal des Gottfieb Hoff­ mann; If, 15. 2) Hei Wintersberg dürfte wie bei Vogt­ berg eine Palatinats-Adelsverleihung erfolgt sein. — Im Museum der Stadt Steyr befindet sieh ein vom Kaiser Leopold I. ddo. Prag, 24. Februar 1680, gefertigtes Adelsdiplom für Paul Sigmund Wirztsperger, „Offizier der Kupferbergwerke im Herzogtum Steyer", laut welches dem Genannten das Prädikat „von Wirzlsperg" und ein dem Winterspergischen nachgebildetes Wappen verliehen wird, u. zw.: gevierter Schild, 1 und 4 in Gold ein blauer Adler, 2 und 3 in Rot ein weißer Fels mit braunen Wurzeln umwunden. Offener gekrönter Helm mit rechts schwarz-goldenen, links rot­ blauen Decken. Zier: zwischen offenem, rechts von Schwarz über Gold, links von Rot über Biau geteilten Fluge der weiße Felsen mit den Wurzeln. 7

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