Die Grabdenkmale der Stadtpfarrkirche zu Steyr

96 15. Gottlieb Hoffmann, Stadtriehter zu Steyr, gestorben 16. Juli 1662, 77 Jahre alt, und seine Hausfrau Maria Murer, gestorben 23. Februar 1659, 58 Jahre ait. Grabstein aus rotem Marmor, oben das Wappen, unten die Schrift in latei- nischer Majuskei. Wappen: Gevierter Sehiid, 1 und 4: ein gekrönter Greif, nach einwärts springend; 2 und 3: ein geharnischter Ritter mit 3 Pfeiien in der rechten Hand, die linke in die Seite gestemmt. Offener gekrönter Heim. Zier: Zwischen offenem, in Farben geteilten Fiuge eine nunmehr abgebrochene Figur (nach der Beschreibung der Grabsteine des Regierungsrates Wussin war es der Ritter mit den drei Pfeiien in der Rechten). Gottiieb Hoffmann war Stadtriehter zu Steyr in den Jahren 1634 bis 1836*). Er war zweimal vereheiieht, das erstemal mit N. Kriegsauer. Der aus dieser Ehe stammende Sohn Daniel starb iedig. Von der zweiten Frau Maria Murer stammten zwei Söhne und eine Tochter. Der ältere, Johann Andrae, ehelichte die Witwe des Franz v. Hartmannstein, der jüngere, Gottlieb, der den böhmi­ schen Ritterstand erlangt hatte, war mit Barbara Elisabeth Luekner vermählt, die nach seinem Tode den Freiherrn Hans Carl Geymann ehelichte. Die aus obiger Ehe stammende Tochter Eva Maria war mit Mathias Sehweinzer v. Urffenau, Vorgeher der Innerberger Hauptgewerksehaft, vermählt**). Gottlieb Hoffmann kam 1617 nach Steyr und erhielt für seine Verdienste um die Stadt am 17. Juli 1634 den rittermäßigen Adel mit folgendem Wappen: Gevierter Sehiid, 1 und 4 in Schwarz ein goldener, rotbewehrter, doppel- schwänziger und gekrönter, aufrechter Greif, 2 und 3 in Rot auf grünem Dreiberge ein Geharnischter, sehwertumgürtet, oben die Linke, unten die Rechte in die Hüfte gestemmt, in der anderen Hand drei gekreuzte, sehwarzgelb ge­ flitzte Strahleisen haltend. Offener, gekrönter Turnierhelm, mit rechts schwarz­ gelben, links rot-silbernen Deeken. Offener, rechts von Rot über Silber, links von Gold über Schwarz geteilter Flug; dazwischen der Geharnischte wie im 2. Feld. — Der Sohn Gottlieb, der mit einer Tochter des reichen Luekner vermählt war, erhielt, da er sich in Mähren seßhaft machen wollte, am 20. De­ zember 1672 den böhmischen Ritterstand und das Inkolat in Böhmen. Das Wappen blieb unverändert ^). Die Murer waren ein Stadt Steyrisches Geschlecht, das bereits im 16. Jahr­ hundert vielfach genannt wird. 16. Johann Georg von Windtersperg, Mitglied des inneren Rates, kaiser­ licher Stadtriehter zu Steyr und Obervorgeher der Innerberger Hauptgewerksehaft, gestorben 8. April 1680, 57 Jahre alt. Grabstein aus weißem Marmor, oben das Wappen, unten die Schrift in ver­ tiefter Frakturminuskel. *) Pritz, „Geschichte der Stadt Steyr". 2) Stammbaum Hottmann im Manuskripte Prevenhuebers, „Annales Styrenses", Hofbiblio­ thek, Nr. 7885. 3) Adeisarchiv.

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