Oberösterreichische Weistümer

8 Kloster Garsten dem urbarambtman damit gehorsam sein, raichen und geben, dergleichen die zechentlemper, bei dem wandl dem urbarambtman 72 [2.] Dasvich sollan all verst gehn,sover die hasl wechst,an alle ierung. [3.] Es sollen auch alle holzweg offen sein, ainer dem andern nit ver5 legen. Ist er aber verlegt, in dreien tagen offen machen, wie von alter herr kommen ist, bei dem wandl 72 [4i\ Es soll auch ain ieder sein zein, häger und fridt machen, damit seinen nachpam oder im selbst nit schaden bescheche. Thet er aber das nit und das vich wurde gelaidigt, ist er den schaden dem belaidigten abzutragen, 10 und das wandl dem urbarambtman 72 .5). [5.] Es [soll] auch ain ieder pauer, so er gehn acker fert, herbst oder länsing, die hacken under der giertl haben, sich selbs und sein nachpam befriden. Tuet er des nicht, ist er das wandl verfallen 72 [6.] Es sollen auch kain haslach oder strausach, so man zu ainem hag 15 brauchen mag,nit wöcken,sonders aines ackers prait nach dem hag zu beder Seiten steen lassen pei dem fall der herrschaft 5 fl, dem ambtman 72 .5|. [7.] Es soll auch ain ieder arbaiter sicher an sein arbait gehn und wider haimber. Wer dawider thuet, ist der herrschaft 5 fl .S), dem ambtman 72 .S) verfallen. 20 [8.] Es soU kainer sein selbst richter nit sein beim wandl 72 .5); ain zuckwandl 12 .S); ain clagswandl 12 .5»; ain wurfwandl: der herrschaft 5 fl, dem ambtman 72 ain pfendwandl 72 [5.] Es soll auch kainer dem ander nit fierwarten bei dag noch nacht; die pen: der herrschaft 5 fl, dem ambtman 72 23 [Id.] Es soll auch kainer nit schlacken in den fürhölzern zu koll oder dem ambtman verkaufen, es sei zu zimer-, widtholz oder andern sacken, on des urbarambtman wissen und erlaubnuß bei dem wandl 72 Tuets aber ainer freilich, das wandl 6 ß 12 .Sj. [11.] Es mag auch ain ieder schmidtherr und hamermaister, so im ain 30 knecht schultig worden ist, und denselben herrn ain anderer in sein jar zu arbaiten stett, so er von im nicht bezalt ist, der erst gewer auf seinen guet sein vorbehalten, was er der herrschaft schultig ist. [12.] Wan ain schedüch man fürkäm — es wär bei tag oder nacht — und ain obrigkait des erinderet wuerde, wen si darzue berieft, denselben 35 schedlichen man zu hendlingen helfen oder in abwesen der obrigkait ain nachpar den andern in solchen nötten betrifft, umb hilf ainen solchen biß auf die obrigkait gefenklichen anzunemen, ist ain ieder schuldig, beistand zu thoun bei der straff leibs und guets, wie man statt an im findt. [13.]Es soll auch kainer — er sei angesessen oder nit,wöder weih noch 40 man,knecht oder diern,inner noch außer der herrschaft—bei tag oder nacht kain fackel oder liecht kainem zu seiner behaußung nachent tragen, davon schaden möcht beschechen. Wer aber thet, der ist schuldig der herrschaft 6 ß 12.5) und,was schaden darauss entstuende, denselbigen zu erben schultig. [11.] Es soll auch kain außwendige herrschaft weder in Stetten, 45 markten noch auf dem land durch sich selbst noch irer ambtleüt und Ver walter sich nicht understehn, des gottßhauss leüt zu fänknus verpieten, pfenden, wandln oder straffen, inen sei darvorhin die pilhgkait verzigen worden inhalts des gotthauß Gärssten freihait.

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