Oberösterreich, 32. Jahrgang, Heft 4, 1982

Waldgrenze der salzburgischen Pfleggerichte LIechtenthann und Wartenfels gegen das Kloster Mondsee (Wlldenegg), 1, Hälfte 18. Jahrhundert, Aquarell. Maßstab: Hundert Manns-Schritt. Nach Osten orientiert. Salzburger Landesarchiv, Plansammlung K. u. R. S. 4. Foto: Salzburger Landesbildstelle I.Q M '??av}s|>Ai "hutaitf f/''^ Y l' -ATV«-*. , . 4'A«/^J»,.'4.».. y? i--*' ffAw'ip . JCt, elf«! •j*<» tf-rfki sen. Auch für die Viehherden der Almen und der großen Schwaighöfe bestand ein hoher Bedarf an Lecksalz. Dieser großen Nach frage stand bis zum Ende des 12. Jahrhun derts Im Ostalpenraum nur eine relativ ge ringe Salzproduktion gegenüber. Die Saline Reichenhall, bei der das Salz aus natürlicher Quellsole gewonnen wurde, besaß durch fast tausend Jahre eine Monopolstellung. Erst mit Hilfe des Laugverfahrens, das wahrschein lich durch die Zisterzienser In den Ostalpen raum gebracht und erstmals In der Saline Aussee, die der ZIsterze Rein (bei Graz) ge hörte, angewandt wurde, war es möglich, auch andere Salzlagerstätten bergmännisch auszubeuten. Die am Ende des 12. Jahr hunderts eröffnete Saline am Dürrnberg bei Hallein übernahm schon In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Führung unter den Salinen des Ostalpenraumes und ließ das bis dahin dominierende Reichenhall - nicht zuletzt dank einer zielstrebigen Wirtschafts politik der Salzburger Erzblschöfe - rasch In den Hintergrund treten. 18 Mit dem Salz aus Halleln wurden nicht nur Bayern, sondern auch Österreich ob und un ter der Enns sowie Böhmen und Mähren be liefert. Schon die' Babenberger, vor allem aber die ersten Habsburger, bemühten sich als Landesfürsten von Österreich und Stei ermark durch die Eröffnung eigener Salinen die Importe aus Salzburg zurückzudrängen. Die ältesten landesfürstlichen Salinen ent standen In Aussee und Hallstatt. Einen un mittelbaren Anlaß zum Streit gab aber jene Saline, die Herzog Albrecht I. Im Gosautal eröffnete. Die Abtei St. Peter In Salzburg hatte Im Jahre 1124 von Erzblschof Konrad I. das obere Lammertal mit der Abtenau zum Ge schenk erhalten. Von dort aus wurde auch das Rußbachtal bis zum Paß Gschütt er schlossen und besiedelt. Im Jahre 1231 schenkte Erzblschof Eberhard II. den Mön chen von St. Peter ein großes Waldgebiet, das von der heutigen Landesgrenze zwi schen Salzburg und Oberösterreich Im We sten bis zum Brielbach, einem rechten Ne benfluß des Gosaubaches Im Osten, und zum Gosausee Im Süden reichte. In diesem Gebiet bestand eine Saline des Erzstlftes Salzburg an der Westselte des Leltgebkogels beim ,,Taubenstein", wo noch heute eine Solequelle auftritt. Das Salz wurde dort durch die Versledung der natürlichen Quell sole gewonnen und nicht durch bergmänni schen Abbau Im sogenannten Laugverfahren. Im Jahre 1292 hatte sich Erzblschof Kon rad IV. von Salzburg an einem gegen Herzog Albrecht I. von Österreich gerichteten Für stenbund beteiligt. Der Herzog schloß nach militärischen Erfolgen Im Jahre 1293 Friede mit dem Erzblschof, führte aber einen ziel strebigen Wirtschaftskrieg gegen Salzburg welter. Er sperrte Österreich ob und unter der Enns für den Handel mit Hallelner Salz und verhinderte gleichzeitig den Transport des Salzes nach Böhmen. Durch seinen Verbündeten, Herzog Meinhard von Kärnten, wurde auch der Absatz des Hallelner Salzes südlich der Tauern unterbunden. Mit diesen Maßnahmen gab sich Herzog Albrecht aber

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