Oberösterreich, 32. Jahrgang, Heft 3, 1982

Historische Kunst Matth(äus), Kaplan zu Eferding, an Matthäus For ster in Regensburg: Edler, l(ieber) Forster, wie wol Ir mir, nach dem Ir nun möchtig seyt, nymmer willig dinst zu schreybt, doch wll dannoch eur geharsamer sein; und tun eur lieb zu wissen auf eur pegern im eurem schreiben, darin ich und der Scheishörn pesten vieiß tan ha ben. Item von erst hat mir der Pärtnhawpp noch nichtz geben, sunder freuntlich mich peten, ein geduid zehaben, er hab nichtz einpracht. Item der prater ist mir geben worden und ist kain slozzer hye, der den kundt zu richten. Auch, Heber Forster, von wegen der stukch zu Steirekk und zu Abbach haben wir nämlich ubersiagen, maister Pernh(ard) (Reckendorfer) auch der Wenczi Schesman, das eur scheff von Steirekk mächt tragen 1 Vzhundertzwailing, facitilP stukch, aber woi gedaucht über dy fei, gestendt unczt gen Everding pey XXXVII Ib. d(enarios) adnu(merat)os; aber herab von Regenspurkch mächt eur scheff als vil nicht tragen und so wol gedaucht sein sarg hal ben etc. Und vermayn dy maurer all es werd je mer ausgericht mit dem Stelrekker wenn mit Abbacher und geben vii ursach: Primo Stelrekker sey rünger, fester und an das weter nüczer. Secundo so mag man den stain haben in dem jar wann man wii. Item tercio gibt ycz der stainprecher gar volligew guete werung und wir mögen den stain an grosse sarg, müe und zerung leichter erlangen. Dar ist maister Pernh(ar}d und der andern maurer maynung, es käm von Steirekk albeg leichter an wenn oben her ab. Man fürt ycz grosse scheff vol der stain gein Wien zu Sand Stephan. Item von wegen holcz hat ubersiagen mayster Hanns LX raten und päutter etc., groß und dikch pey dem stam unden ain schuch; doch a(n) der leng 48 schuch. Aber dräm dikch pey dem wipfei oder oben an der hoch ain schuch; und leng 38 schuch und zai 50 dräm. Unser rat Ist auf das, das nicht not hoch ist der holcz, sunder verczlehen tüt. Wenn das pau des kärzu der hoch In V oder Vijaren nicht kumbt, mocht ain straw(urm) etc. oder feul darin kämen. Aber vilwoi schicket ir dy nach euren gut zymen, hatten dy gern. Item mein g(nädige) herrn haben austaylen lassen das gelassen gütmeins lieben herrn und vater seli gen, herrn Ulr(ichen) etc., und haben yn nichtz be halten, wenig noch vil: Den freundten 32 fl. ungjarlsch), Uli guette ge wandt, VI pucher. Item Sand Ypoilten (zu Eferding) L ung(arische) fl., Vsilberpecher und etiichs zin, ain kisten; und Unser Fr(auen) an der Schärften XIIII ung(arische) fl., das ander gewandt. Et tercio hirhaben sy geben dem (meß) priesterund armen ieutten. Auch, lieber Forster, dy von Regenspurg sein mei nem herrn säligen noch schuldig beliben: Fert a Feste Jeorii usque ad quatuor coronatorum (23. April - 8. November) sein provisi(on). Habent mein herrn euch pitten lassen, das ir das einprächt Sancto Ypolyto (zu Eferding). Ob sein aber not tät, sy weiten darumb schreiben. Facite sicut fidelis zechmaister! Item von wegen meins aynigen vatern, herrn Hannsen, und seines fürnemen, wie er das macht und seczt, ist mir recht und wii das treulich halten und viileicht noch mer tön in seinem nam, wenn er sin hat. Pepheiicht mich ym, seinen aynigen sun, und wann er mich vodert, ego veniam et non tardebo. Sagt dem alten herrn und dem jungen, besundern meiner Forsterin groß vil dinst. Valete! Datum Everding feria 3' post Jeorii, anno 74°. Per vestrum cappelanum Math(eum) in Everding (München, HStA Abt. I, RU Regensburg) 4 Otto Wutzel, Die Rechtsquellen, Seite 17: ,,Das Stadtrechtsdokument vom 30. Mai 1468 wurde ge geben, um die Lage der Stadt nach einer verhee renden Feuersbrunst zu bessern. Sieben Jahre sollte es Geltung haben. Die Stadtherrschaft ge währte den Bürgern freies Bauholz, befreite sie von Zoll und Mautgebühren innerhalb des Herrschafts gebietes, von der Weihnachtssteuer und sonstigen Abgaben, überließ ihnen das Ungeid, das künftig von zwei Bürgern eingehoben werden sollte." 5 Era/in Hainisch, Denkmaie, s. 34. 6 Benedikt Piilwein, Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Österreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg, Dritter Teil: Der Hausruckkreis, Linz 1830, S. 240 ,,wurde 1451 gebaut, 1466 durch das Langhaus vergrößert, 1468 vollendet". 7 Benno Ulm, Schaunberger Plastiken aus dem 14. Jahrhundert, in: Kunstjahrbuch der Stadt Linz 1964, S. 31-36. 8 Friedrich Mieike, österreichische Zwiiiingswendeltreppen, in: Architectura, Bd. 5, 1975, S. 80-91. 9 Die Bruderschaftsordnungen der Steinmetzen, bereits die zu Regensburg 1459 schriftlich niederge legte, verbieten eindeutig, daß ein Werkmeister ohne Wissen der Bauherren eine Pianänderung vornehmen darf: Rudolf Wissel, Die älteste Ordnung des großen Hüttenbundes der Steinmetzen von 1459 (Nach der Thanner Handschrift) in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins 94. Bd., Neue Fol ge 55 (1942). Artikel 4. Wann auch ein meister were, der soilich vorgeruert werck und gebeuw in hands und beses sen hett von todt abgieng und ein ander meister darkomen und gehauwen steinwerck da funde, sy weren versetzt oder unversetzt, do sei derselb mei ster soliich versetzt steinwerck nit wieder abheben nach das gehauwen unversetzt steinwerck nit ver werfen, in dheinen weg one andrer werckleuthe rath oder erkennen, uf dasz die Herren oder ander erbar ieute die soiiich bauw machen lassen, nit zu unredlichem costen kamen und auch der meister, der sollich werck gelassen hat nach seinem Todt nit geschmechet wurde. Artikel 34. Wann auch ein yecklicher meister ein werck verdingt und ein vysierung darzue gibt, wie das werden soll, dem werck soll er nit abbrechen an der vysierung, sonder er soll es machen wie er die vysierung den Herren, Stetten oder im Lande ge zeugt hett, also das es nit geschwächt werde. 10 vgl. Anm. 2. 11 vgl. Anm. 3. 12 Manfred Mohr, Eferding zur Zeit der Schaun- • berger, in: Die Schaunberger in Oberösterreich 12. bis 16. Jh. Ausstellungskatalog Eferding 1978, S. 48-55. 13 Woifgang M. Schmid, Alt-Passauer Zünfte V, Die Dombauhütte, in: Niederbayerische Monats schrift, 9. Jg. 1920, S 103, 141, 166. 14 Über den Tag zu Regensburg 1459 und die dort beschlossene Ordnung der Bruderschaft des Steinwerks, die bisher abschriftlich in fünf Exempla ren überliefert war, wird der Verfasser demnächst ausführlich abhandein. Er fand im Sommer 1981 in den Beständen des Oö. Landesarchivs eine Ab schrift von der Ordnung, die in der Passauer Dom bauhütte lag und von Jörg Windisch unterfertigt ist. Die Abschrift ließen die Steinmetzen in Haslach 1656 anfertigen. 15 Über Jörg Windisch, W. M. Schmid, Ait-Passauer Zünfte, Seiten 111-113, 141-145. 16 „Anno domini MCCCCLXVI jar des Freitags vor sant Laurentzen Tag ist gestorben malst. Jorig Bündelich der Baumstr. des werdigen Stiftes St. Stephans zu Passaw gewesen, dem Gott gena dig sei", abgedr. bei Joh. Ev. Kappel, Der Dom des hl. Stephan zu Passau, Regensburg 1912, Seite 25. 17 Im Jahre 1516 hat Larenz Lacher, die Pfalz Baumeister und Büchsenmeister, für seinen Sohn Moritz ünterweisungen zum Handwerk gegeben, die August Reichensperger, Vermischte Schriften über christliche Kunst, Leipzig 1856, abdruckte: Item wlit du Pfeil schlagen, so halt du dich diese meinung mit den Holz, nimb Eichenholz oder üibaumerhoiz (Uimenhoiz) oder Erlenholz, doch soll die Pfei da sie hingeschlagen sollen werden, gar nahe an einander geschlagen werden. Auch sol der Pfal, wo für es sich schickh und sein khan, so dickh als ein Pfal Ist, zechen mal als lang sol er sein und wan die Pfeil alle nach ein ander geschlagen sein, so fiii die feiter alle wall mit kolien (Kohlen) auß, die zerstossen sint, auf das die feichtigkeit den Pfeilier nicht schaden kann. Auf soilchem Fundament stehn die gepey fest zu ewigen Zeiten, kam in fein fleissig nach so ists gut. Item wan du den Grundt ganz und gar überschla gen hast mit Pfeiilern, so mach einen gueten Rost, von guetem Holz als nemiich Eichenholz, auch Buechenholz und Erieyhoiz, ist alles guet, und wan du den Rost gemacht hast, und hast in gelegt, wie er gehert, so schlag die feiter zu mit steinen, alß etliche thuen, und schau, daß du frischen kalg hast zu die sem grundt, und wan du die feiter wohl verschlagen hast, so gieß es zu mit sauberer warmen Speißen, darnach so bau fein fleissig drauf, doch so mach den Rost von guetem grossen holz, biß sich der bau setz (setzt) und leicht wierdt, die weil du noch in dem grundt bist, so befleissig dich auf das aller best, da du einen gueten frischen Zeug hast, es thuet dier alles noth. 18 Franz Vogi, Nach Vollendung des Gotteshau ses, St. Hiyppoiyt in Eferding (1493): in: Jahrbuch des Vereines ,,Heimatbund" in Eferding, 1913, S. 41. 19 Im Jahre 1808 wurde zwischen Ludwig Fürst von Starhemberg und der Stadt Eferding ein Aus gleichsvertrag geschlossen, in dem sich die Ver tragspartner unter Punkt Iii auch über die Besitz rechte des Schloß- und Stadtgrabens einigten: vgl. Otto Wutzei, Die Rechtsqueiien, Seite 180-183. Es scheint, daß damals das Wasser des Grabens ab gelassen wurde. Infolgedessen faulten die Piloten 67

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