Oberösterreich, 13. Jahrgang, Heft 3/4, 1963

yft4 <%St^ y^uu/ Cfj/Ufytfi/^tytHA^ xHi'CCM/lu (y y. /.^ yiAiy • >y * "^/^i Adalbert Stifter: Begutachtung des Vorschlages in Obernsternich (Linz oder Salzburg) eine Unioersität zu gründen (Ausschnitt). Handschrift im Adalbert Stifter-Imtitul des Landes Oberösterreich. in mehreren wissenschaftlichen Disziplinen, ferner als Dich ter und Zeichner erstaunlich produktiv. Sein tiefes Wissen zeigt sich im romantischen Sinne vielfach ungebändigt. Auch seinem Wesen nach Romantiker, gehört er zu den Universalgenies. Er hatte die Fähigkeit, die Jugend zu begeistern, um sich zu scharen und leitete hier eine Art oberösterreichische romantische Schule in die Wege, wenn auch nicht im dichterisch-produktiven Sinne, so doch nach Art der Geniekulte, wie sie in den romantischen Salons Deutschlands gang und gäbe waren. Es gelang Spaun gegen allerlei Widerstände, das Museum Franzisco-Carolinum in Linz zu gründen. Weite Wellen schlug seinerzeit seine Nibelungenlied-Theorie. Wir können uns heute mit der wissenschaftlichen Problematik der Nibelungenlied-For schung durch Anton von Spaun nicht näher beschäftigen. Dies ist bereits anderweitig eingehend geschehen. Spaun bringt unser oberösterreichisches Dorf Oftering mit dem Geschlechte der Ofterdingen in Beziehung. Nach ihm ist der Wartburgsänger Heinrich von Ofterdingen auch der Verfasser des Nibelungenliedes. Das Werk hat den Titel „Heinrich von Ofterdingen und das Nibelungenlied. Ein Versuch, den Dichter und das Epos für Österreich zu vindizieren. Von Anton Ritter von Spaun. Mit einem Anhang: Proben österreichischer Volksweisen im Rhythmus des Nibelungenliedes. Linz bei Quirin Haslinger 1840". Das Werk wurde von Stifter begeistert aufgenommen, und Stifter blieb nicht der einzige, der Spauns Theorien als richtig hinnahm. Spaun ist einer der ersten Denkmalpfleger Österreichs und der Begründer der oberösterreichischen Volks- und Heimat kunde. Zusammen mit seinen Brüdern Josef und Max bildete er den sogenannten Spaun-Kreis in Linz, in dem u. a. die berühmten oberösterreichischen Schubertiaden 1818, 1823 und 1825 abgehalten wurden. Die geistige Betriebsamkeit dieses Kreises in Linz schlug damals weite Wellen. Antons Bruder Josef war mit dem in Wien stu dierenden Dichter Theodor Körner befreundet gewesen; der in Steyr geborene, heute zu Unrecht vergessene Dichter Johann Mayrhofer, von dem Franz Schubert 46 Gedichte vertonte, gehörte ebenfalls zum Spaun-Kreis. Eduard von Bauernfeld und Moritz von Schwind, die sich dem Wiener Schubert-Kreis angeschlossen hatten, traten in engen Kontakt mit den Linzer Romantikern. Das Plans Spaun war ohne Zweifel der geistige Mittelpunkt von Linz in 28

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