Josef Ofner - Die Eisenstadt Steyr

138 Jänner 1876 die „Steyrer Zeitung“ und am 28. Februar 1900 das „Steyrer Tagblatt“. Von den technischen Neuerungen sind noch nennenswert eine Dampfspritze, mit der die Stadtfeuerwehr (gegründet 1864) im Jahre 1887 ausgerüstet wurde, die Schwimmschulbrücke und die 1892 erbauten, das alte Stadtbild störenden Eisenbrücken, denen das mächtige Hochwasser im Jahre 1899 nichts anhaben konnte. Im Jahrhundert der Technik verlor die Eisenstadt einen ansehnlichen Bestand an Wehranlagen. Sie hatten ihre Bedeutung eingebüßt und stan- den dem zunehmenden Verkehr im Wege. Mit der Demolierung des Steyr- tores wurde 1829 der Anfang gemacht. Es folgten die Tore um das „äußere Steyrdorf“, die Befestigungsanlagen an der Stadtpfarrkirche (1844 bis 1852), das Schmiedtor in Ennsdorf (1855), die lange Stadtmauer am linken Ennsufer (1857) und das Ennstor (1864). Dieses Tor zeigte stadtseitig das Steyrer Wappen und das österreichische Wappen, auf der Brückenseite zwei Ritter (Kaiser Friedrich III. und Maximilian I.) mit Wappenschild und Fahne, zwischen beiden Gestalten die Jahreszahl 1489. Simon Kestenberger ließ später ein ähnliches Fresko am alten Mauthaus, Haratzmüllerstraße Nr. 44, anbringen. Eine neue Darstellung der Rittergestalten, entworfen von Prof. O. Götzinger, findet sich seit 1949 am Schlossbergtor. Das Gemälde erinnert einerseits an die von Kaiser Friedrich III. angeordnete Befestigung der Stadt, anderseits weist es hin auf die Gründungssage. Nach Rolleder (Heimatkunde von Steyr, Seite 134) berichtet diese Sage „von einem Kampfe zweier Brüder, von denen der eine die Stadt auf dem Tabor, der andere am Ennsufer bauen wollte und letzterer im Zweikampfe Sieger, sei- nen Willen durchsetzte“. Der alte Stadtgraben zwischen Schloss und Stadtpfarrkirche wurde anfangs der siebziger Jahre größtenteils zugeschüttet, wodurch die seit 1819 bestehende Promenade erweitert werden konnte. Die Neugestaltung des Schulwesens In der Zeit nach 1848 erfuhr das österreichische Schulwesen eine weit- gehende Erneuerung. Das Ministerium für Unterricht begann mit der Reor- ganisation der Realschulen. Steyr bekam damals eine unselbständige zwei- klassige Unterrealschule, die mit der k. k. Hauptschule bis 1863 in Verbindung

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