Das Kloster der Karmelitinnen in Gmunden

Dr. Seutin, der auch nach Gmunden fah¬ ren wollte, mußte in Wels seine Reise in¬ folge eines Unwohlseins abbrechen und wieder nach Wien zuruck. Am 25. Mai 1848 traf das Kloster ein schwerer Verlust: Dr. Seutin, der größte Wohltäter, starb an Altersschwäche im 84. Jahre. Sein Porträt wurde dem Kloster vermacht, wo es heute noch in dankbarer Verehrung aufbewahrt wird. Dr. Seraphin Seutin war in Ath (Niederlande, geboren, studierte Medizin und Chirurgie, wurde Militararzt und königl. Württembergscher Hofrat. Er brachte es bald zu Ansehen und Reichtum. Er selbst außerte sich, daß ein ganz unbegreiflicher Segen Gottes seine Tätigkeit begleitete. Er lebte in glücklicher Ehe mit Philippine Lotz, einer einfachen, schlichten, aber arbeitsamen Frau, die Protestantin war, er hatte sie in Calw in Württemberg geheiratet. Von sei¬ nen drei Kindern starb der Sohn im Jugend¬ lichen Alter in Rußland, die eine Tochter (in Riga geboren) trat in das Kloster der Karmelitinnen in Gmunden ein (Schwester Emanuela), die zweite Tochter Augustina vermählte sich mit dem Oberbergrat Edlen von Ferro. Dr. Sentin war in seinen späte¬ ren Jahren ein eifriger Katholik; er hatte nur den einen Wunsch, daß auch seine Frau katholisch werde; die Kinder wurden alle katholisch erzogen. Den Reichtum, den er sich im Laufe der Jahre erwarb — von zu Hause verwendete er zum war er ganz arm großen Teil für gute Zwecke, wobei seine Frau ihm nicht die geringsten Hindernisse 20

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