Das Kloster der Karmelitinnen in Gmunden

Am Gründonnerstag des Jahres 1838 starb Johann Traweger unter prie¬ sterlichem Beistand. Die ganze Einrichtung der beiden Bruder Traweger löste Dr. Sen¬ tin dem Kloster ab und schenkte sie den Ar¬ men. Im Jahre 1839 traf der Bischof die Ver¬ fügung, daß die Schwestern die Verwendung von Oel zur Bereitung der Speisen (in der Fastenzeit) aus Gesundheitsrücksichten ver¬ meiden dürfen. Am 2. Mai 1841 starb Schwester Emanu¬ ela Maria vom hl. Joseph im 39. Lebensjahre. Sie war die Tochter des Dr. Seurin, des großen Wohltaters des Klosters. Der Verlust seiner geliebten Tochter ging dem Vater sehr nahe; dieses Jahr kam er im Sommer auch nicht nach Gmunden. Am 8. Juni 1841 gab es bei den Schwe¬ stern nicht geringe Aufregung. Nachmittags um 2 Uhr sprang Josepha Wirsch, welche schon die Zusicherung der Aufnahme ins Kloster hatte, über die Gartenmauer, setzte sich drinnen vor die Türe und bat um Auf¬ nahme. Sie war erst 17 Jahre alt und hatte viele Schwierigkeiten seitens ihrer Angehö= rigen zu leiden wegen ihres Wunsches, ins Kloster zu gehen.Rasch entschlossen führte sie diesen merkwürdigen Schritt aus. Am 15. Oktober erhielt sie mit drei anderen das Ordenskleid. Große Freude bereitete den Schwestern eine schöne, große Krippe mit Wachsfiguren, welche ihnen der Seilermeister Danzer in Gmunden schenkte. 17 —

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2