Das Ennskraftwerk Garsten - St. Ulrich

aufwendige Sanierung des dort verlaufenden Teiles der Eisen-Bundesstraße ausgelöst hätte. Auf den Durchstich der Garstener-Schleife hätte, ebenso wie bei den vorher erwähnten Varianten, nicht verzichtet werden können. Eine Lösung als Pfeilerkraftwerk stand außerdem auch für Variante 1 zur Debatte, doch schienen die extremen Richtungsänderungen im unmittelbaren OW- und UW-Bereich für ein Pfeilerkraftwerk zu gewagt. Die baulichen Vorteile des Pfeilerkraftwerkes wären außerdem bei Erstellung der Baugrube im Trockenen nicht zum Tragen gekommen. 2.4 Variante 4 (Umleitungskraftwerk) Der Entwurf der „Reichswerke A. G. für Erz- und Hüttenwesen Linz“ aus dem Jahre 1939 wurde den neuen Ausbaugegebenheiten angeglichen und als Vergleichslösung in das Variantenstudium miteinbezogen tiefung in Verbindung mit einer längst erforderlichen flußbaulichen Sanierung des UW-Abschnittes durchgeführt werden konnte, wurde für die Ausführung der Variante 1 entschieden. 3. Spezielle Entwurfsfragen Für die Projektserstellung waren neben den routinemäßigen Modellversuchen, wie Nachweis der Förderfähigkeit der Wehranlage oder Energieumsetzung bei Hochwässern, noch spezielle Fragen zu klären, die im Hinblick auf die besondere Lage im Durchstich ausgelöst wurden (siehe Abb. 1 der Projektsbeschreibung „Das KW Garsten-St. Ulrich“). In erster Linie war zu untersuchen, ob die Anordnung Wehr an der Außenseite und Kraftanlage an der Innenseite der Krümmung beibehalten werden kann sowie sämtliche Fragen, die Triebwasserführung be- (Abb. 2d). Aber sowohl der unter Variante 2 erwähnte Nachteil der Trennung von Wehr und Krafthaus als auch die steigenden Aushubmassen bei dem nunmehr erforderlichen tieferen Stauziel und größeren Ausbaudurchfluß ließen diese Variante als unwirtschaftlich ausscheiden. 2.5 Spezifische Ausbaukosten der Varianten 1960 Die spezifischen Ausbaukosten der Varianten erstellten sich auf Preisbasis 1960 wie folgt: Variante 12 3 4 Leistung S/kW 11 000 11700 11 500 11 600 Arbeit S/kWh 2,11 2,25 2,20 2,30 Auf Grund der kostenmäßigen Überlegenheit der einfachsten Lösung und der Tatsache, daß die UW-Austreffend. In zwei hydraulischen Modellversuchen, und zwar einem flußbaulichen Versuch i. M. 1 : 100 und einem wasserbaulichen Modellversuch i. M. 1 : 50, welche beide am Institut für Konstruktiven Wasserbau der Technischen Hochschule Graz durchgeführt wurden, konnte der umfangreiche Fragenkomplex einer eindeutigen Klärung zugeführt werden. 3.1 Flußbauliche Versuche Mit der Darstellung des Flußabschnittes von Fluß- km 33,40 bis 35,62 wurde versucht, die flußbaulichen Gegebenheiten im Naturzustand, wie Hochwasserabfluß, Uferangriffe, insbesondere auch hinsichtlich des Rutschhanges Freising im UW der Kraftanlage, möglichst naturgetreu nachzubilden. Die modellgerechte Darstellung der Rauhigkeitsverhältnisse nach einem vom Ver190 S. Radler: Anlage und Entwurf des Kraftwerkes Garsten-St. Ulrich

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