Das Salztransportamt am Stadl und seine Bedeutung für den oberösterreichischen Salzhandel

- 234 - nicht verwunderlich, dass bereits in einer der ältesten Ur- kunden über Stadl aus dem Jahre 1289 von zwei Stadeln die Rede ist . 1 Sie gaben ja auch dem Ort den Namen. Außer einigen wenigen Schiffhütten, die den Fertigern gehörten, war alles Klostergut. Das Stift hatte ja die Aufgabe, für die Erhaltung der Salzstadel und Schiffhütten zu sorgen, wofür ihm das Stadlrecht gereicht wurde. 1511 befahl Maximilian I. dem Kloster, die nötigen Salzstadl und Hütten aufzurich- ten . 2 Ein Verzeichnis aus dem 16. Jhd. führt 24 Glett an, die von den Fertigern und einer von der Stadt Gmunden für die großen Kufen genützt wurden. Dabei wird noch außerdem ein großer Salzstadel erwähnt. 3 Der erwähnte große Salzstadel wurde im Laufe des 16. Jhds. baufällig. Der Salzamtmann war für eine Reparatur, die Fertiger hingegen für einen Neubau, 4 zu dem man sich auch schließlich entschloss. 5 Aus dem Jahre 1605 ist eine Rechnung über die Baukosten des neuen langen Stadels er- halten, die auf 1395 fl 3 ß 26 Pf. lautete . 6 Der Stadel, der 72 Klafter lang und 16 Klafter breit war, wurde vom Lam- bacher Hofmeister Thomas Friderich errichtet. Der tatsäch- liche Bau muss schon früher erfolgt sein, weil es sich um einen Auszug aus dem Bauregister des inzwischen verstor- benen Hofmeisters handelt. Der Abt bat die n.ö. Kammer um eine Baubeihilfe, wobei er angab, der Bau habe 2000 fl gekostet. Wieso der Abt auf diese Summe kam, wo doch die Rechnung auf 1295 fl lautete, ist nicht recht zu verste- hen. Da er damals gerade die 10.000 fl 1 OöUB IV S. 568; Vgl. S. 216 dieser Arbeit. 2 SOA Bd. 7 fasz. 13 (1511 Sept. 6). 3 LStA Hs. Nr. 376. Dies ist die spätere Fassung mit Ergänzungen ge- genüber Hs. Nr. 377. 4 LStA 482 Nr. 107, 108 (1543 April 30, Mai 14). 5 Ebenda Nr. 117 (1546 Nov. 14). LStA 466 Nr. 49 (1547 Jänner 29). 6 LStA 483 Nr. 98.

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