Das Salztransportamt am Stadl und seine Bedeutung für den oberösterreichischen Salzhandel

- 188 - Zentner Braunkohle zu je 10 kr CM. 1 Die geringe Salz- menge, über deren Höhe verschiedene Angaben bestehen (10-50.000 Zentner), konnte von den Stadlingern aus un- bekannten Gründen ebenfalls nicht verfrachtet werden. Die Zeit der Salzschifffahrt war eben vorbei und es gab keine Möglichkeit mehr, diese wieder zu beleben. Die Flö- ßerei (vgl. S. 38) und die private Schifffahrt gaben noch ei- nen kargen Verdienst. Allmählich aber mussten sich die Stadlinger um andere Verdienstmöglichkeiten umsehen, deren wichtigste sich in der 1866 errichteten Fabrik "Lam- bacher Flachsspinnerei" bot. 3.) Naturalbezüge. Die Naturalbezüge waren bei den Arbeitern nicht so be- deutend wie bei den Beamten. Von kleinen Naturalzuwen- dungen wurde bereits gesprochen, wie etwa von den Kandl Wein, das 1439 den Naufergen und Steurer für die Fahrt auf der Traun bis in die Donau zu geben war. Wichtiger aber war der Bezug von Salz. Dieses bezogen die Schiffleute entweder als Mußsalz, das alle Bewohner im Salzkammer- gut erhielten und das im 17. Jhd. ungefähr pro Kopf einer Familie 30 Pfund betrug, oder als Kuchelsalz, das die Schiff- leute auf die Fahrt mitbekamen, wenn sie einige Zeit von ihrer Familie getrennt waren. In Ref. Lib. 1656 werden die beiden Bezeichnungen einander gleichgesetzt. 2 1524 und 1563 erhielt ein Nauferge ein Fuder Mußsalz . 3 1656 wurde den "Stadlinger Schiffleuten oder Naufering" je ein Fuder zugesprochen. 4 Alle zum Bezug des Mußsalzes Berechtig- ten wurden in einer eigenen Liste geführt. Die Witwen 1 Schraml, Salinenwesen III, S. 298 f. Puchinger, S. 10. 2 S. 469. 3 Ref. Lib. 1524, fol. 231 v. Ref. Lib. 1563, fol. 180 v. 4 Ref. Lib. 1656 S.431.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2