Chronik von Garsten

12 In diesem Jahre lit die Bevölkerung „wegen der sengenden Hitze“ an großem Getreidemangel (geschriebene Annale des S��e). Abt Ulrich II. legte 1261 sein Haupt zur Ruhe und es folgte ihm Friedrich I. (Pritz, S. 28). Am 24. Februar 1265 bestä�gte Otokar in Neuenkirchen dem Kloster Garsten „alle Privilegien von den steyrischen Markgrafen“ und den Besitz von Gaflenz, einen Monat später (21. April) zu Grätz die Freiheit von allen Vögten und dem Landesgerichte. Unter den Besitzungen des S��es wird in dieser Zeit die Herrscha� Garsten erwähnt, bestehend aus einem „Dorfe mit eilf Häusern und einer Mühle, und lag im V.O.M.B. nördlich von Thaya“ (laut Verbesserung des korrigierenden Professors heißt die Herrscha� rich�g: Gastern). Im Kampfe Kaiser Rudolfs I. gegen Otokar erlit Gastern, das eine große Summe Geld und Gut zur Rüstung der Soldaten geopfert hate, beim Durchmarsch der Truppen Rudolfs so viel Ungemach, dass der Abt sich genö�gt sah, einige S��sgüter „auf Lebenszeit“ zu verpachten (Zöhrer I, Seite 88). Am 26.August 1278 fiel auf dem Marchfelde die Entscheidungsschlacht, in der Otokar Schlacht und Leben verlor. Somit waren die österreichischen Lande wiederum dem deutschen Reiche angegliedert, auf die schon damals Kaiser Rudolf sein besonderes Augenmerk gerichtet hate (Pritz, Seite 29). Im folgenden Jahre bestä�gte er in Wien am 25.Dezember den von Kaiser Friedrich II. 1248 bestä�gten Privilegienbrief des Klosters Garsten (Vancsa, Seite 55). Abt Friedrich starb im Jahre 1282 und seine Würde erhielt Marquard I. (Pritz, Seite 29). Unter ihm wurde der Streit geschlichtet, welcher zwischen Garsten und Admont wegen eines Waldes, aus dem man das Holz zur Salzbereitung nahm, entstanden war; es wurde jedem ein bes�mmter Teil zugewiesen. Damals erhielt „Garsten auf gerichtlichem Wege ein Gut in der Riedmarx (Riedmarch) zurück, welches erkau� worden war aber der Sohn des Verkäufers gewaltsam an sich gebracht hate; die Übergabe geschah bei Gallneukirchen“ (Pritz, Seite 29). Abt Marquard muss im Jahre 1290 gestorben sein; denn in einer Original-Urkunde von Garsten kommt er am 20.Februar 1288 vor wo er einen Hof in Leun�ng Heinrich dem Harbruner als Lehen übergibt. Von seinem Nachfolger Gotschalk I. ist sonst nichts bekannt, als dass er fünf Jahre dem Kloster vorgestanden und 1295 gestorben ist. Deshalb kann man als das Todesjahr seines Vorgängers das Jahr 1290 annehmen. Die Lenkung des S��es wurde Ulrich III. (mit Zunamen Widmer) übertragen. Unter ihm (17.März 1305) stellten der Adel, der Richter und die Bürger der Stadt Steyr dem Abte und dem Konvente in Garsten gleichsam einen Revers aus, kra� dessen jene für immer den Abt und seine Nachfolger als den obersten Pfarrer über die Stadt, die Burgkapelle und das Spital erklärten und sich zum Gehorsam verpflichteten gegenüber dem, den der jeweilige Abt dazu bes�mmte. Steyr stand hiemit in dieser Hinsicht unter Garsten. 1311 waren Ketzerrichter in Garsten sehr tä�g gegen die Waldenser, von denen viele das Kreuz tragen, sonst sich vor den Augen der Richter selbst strafen mussten; andere wieder wurden gar verbrannt und im Ketzerfriedhof auf der Frixenwiese (Kraxental) begraben (geschriebene Annale des S��es).

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