80 Jahre Bundesgewerbeschule Steyr 1874-1954

Dipl.-Ing. Otto Leit!Jeb schichte, alle in der gleichen Schräglage zur Achse. vVo haben Sie so etwas schon g.esehen?" ,,Be i einem Schrägzahnrad." ,,Schraubenräder haben auch solche Zähne!" ,.Sehr richti g! Sehen Sie, Symbol e dieser Räd er, mit den ihrer Richtung nach angedeuteten Zähnen , werden wir zeichnen." ,, . . . und nachdem wir jetzt zwei Hyperboloide in Bcrlihrungslage da rges tellt haben, sehen wir uns nochmals das Fadenmodcll an." ,,In Ordnung! Die Z eichnung haben Sie sauber aus- ge führt." Das e in schali~Je Dreh-Hype rbolo id mit e iner Schar von Mante llinien (Erze uqenden). di e de n Zahnkämmen eines -<- Hyperbelzahnrades ent spred1en EIN NEUER FAHRRADUNTERSTAND WIRD GEBAUT Der Umstand , daß immer mehr Schül er, Lehrper- so nen und Bedi enstet e mit Fahrrädern und Motor- fahrzeugen zur Schul e kommen, und viele für ihre Fahrzc\lgc kein vor dem h erabströmenden Regen schützendes Dach mehr finden, da di e vorhandenen Abstellmöglichkeiten nicht mehr ausreichen, dürfte mir den Dienstzettel in meinem Brieffach bescher t haben, de r mir cino umfangreiche A rbeit versprach. Dienstzeltei an 1>__"!(._o/-=·-4.~ N ac h K en nlni sn ahme bzw. Auft ragse r- led igun g mit Anmer ku ng rü ckerbe ten . fv\ it e in em }-Jcft de r „Sc h w c i ß t c c h n i k", mit e inem A rtikel über di e zukünfti ge Entwicklun g der Schweißbauweise verso rgt, und betrübt von der Mit- teilung, daß nur Abfa llbl ech zur Ve rfügung s tehe, abe r auch mi t der Überzeugung, die tätige Mithilfe all e r Beteili gten in Zeichensaal und Werkstä tte zu fin den, ve rl asse ich nac h ei ner längeren Unterredung das Dircktorzimmcr. Als O rt für die A ufstellung wurde der westliche Lichthof des Schulhauptgcbä uclcs gewähl t, der durch zwei an cntgcgcngcsctztcn Enden angebrachte Z u- gänge den erfor de rlichen „Einbahnve rkehr" e rmög- licht , denn Schül er haben es immer eili g. 51 Entwurf und Berechnung ergaben ein Traggerüst für das Dach aus 6 mm Stahlblech als reine Schweiß- konstruktion. In· zw,ei Reihen werden je fünf Säulen angeordnet, die sich von oben nach unten stark ver- jüngen und auf einer Kugel gelenki,g auflagern. Die Kragträger werden in Schlitze der Säulenenden ein- geschweißt , wobei je zwei gegeneinander gerichtete Anne durch einen Bolzen gelenki g zu verbinden s ind. Zur Unterstützung der Dachhaut dienen Längs- verbindungen , ,als Träger gleicher Festigkeit ausge- führt, mit auf.geschweißten Blechstreifen als Obe r- ~urt. Bei der Konstruktion wird auf besonders leichte Bauart, mit möglichs t hoher Beanspruchung um! bester A usnützung des Mater ials gesehen. Es ·muß dabei beachtet werden, daß -die Bearbeitung und Schweißung nicht erschwert wird und einfache Form- gebung erfolgt. Schüler des Ma tmajahrganges 1953 ste ll en auf Grund des genauen Entwurfes die We rk- s tattzeichnungen her. A uf den Zeichenmaschinen geht es schnell; die Fertigung kann beginnen. Die Elektroschweißwe rks tätte erreicht de r Sonder- auftrag N r. 143 der vVerkstättcnleitung. Fachl ehrer P ick! beg innt mit se inen Schül ern der zwe iten Klasse die vorbereitenden Arbeiten. Di e zur V cr- fügung stehenden Abfallblechstreifen sind wider- spens tig; sie müssen mühsam gerichtet werden. Mjt dem autogenen Schneidbrenner werden die langen Streifen in Stücke von höchstens 2 m Länge unter- teilt und dann erfol gt das Anreißen. Es ist eine recht mühevolle Arbeit, sind es doch fast 200 Einzelteile, die sehr genau ausgeführt werd en müssen. Aber un - se re Fachschüler der dritten Klassen schaffen es zur besten Zufri edenheit. Di e Bleche sind nach dem Riß zuzuschneiden. Scl.bs t besitzen wir keine Schere für so große Längen , und so erlauben uns die Stey r-Werke hilfreich die Benützung de r notwendigen Schl agschere. An meh- reren Nachmittagen fä hrt j e eine Gruppe von Schü- lern mit dem Schulwagen in das \Verk. Für s ie be- deutet es eine ang.enehmc Abwechslung, denn so nebenbei besteht die Möglichkeit, mehrere neu e, gr oßc Pressen zu bes taunen, die vcrschicdcnst 1, Karosser ieteile in einem Gang hcrstclkn,

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