75 Jahre Alpenvereinssektion Steyr

den 11 spanischen " Rohrbindungen, der 11 Ba– lato" oder Patschenbindung" > den schwe– ren „Lilienfelder- " (Zdarsky) und „Bilgeri – bindungen" aufbringen mußten, bis end– lid1 die Erlösung in Gestalt der „Huitfeld– bindung" kam, die im Grunde gt·nommen in verschiedenen Abarten noch heute be– steht. Trotz alledem sah uns im Winter un – ser alter Damberg an allen freien Nadlmit– tagen, und die liebe Jugend sauste mit Vorliebe über die Heide zum Hammer– meister hinunter zu gemütlicher Rast und Heimfahrt über Sand. · Im Jahre 1905 gründete ich den I. Ober– österreichischen Skiklub „Telemark", der durch zehn Jahre eine eifrige Tätigkeit ent– faltete und größtenteils Alpenvereinsmitglie -. der in seinen Reihen hatte. Außer dem Smreiber dieser Zeilen sind als Pioniere des Steyrer Skilaufes zu nennen die Her– ren Stohl, Polansky, Reitter, Pritzel, Som– merhuber, Flenkenihaller, Brunner, Hofmar– cher, Kutschera, Them und Riegler. Nun ging's mit Riesenschritten vorwärts. An den Abfahrten , Wettläufen, kleinen Sprung– übungen beteiligte sich die ländliche und städtische Jugend mit Begeisterung, eine Militärabteilung unter Oberleutnant Jura– tinovics (gefallen im Ersten Weltkrieg) schloß sich an , die 11 \Veißen Elf" aus Wien nah – men an unseren Wettfahrten teil, und un– sere von den Professoren Gerstmayr und Zimpel geschaffenen künstlerisch wertvollen Plaketten waren sehr begehrt. Es muß be– sonders betont werden, daß es zur damali – gen Zeit keinerlei Vorbilder oder Lehr– bücher für den Skilauf gab, daß wir noch mit einem langen Stock fuhren und auf den Bergtouren mit dem Stemmbogen und Tele – markschwung auskommen mußten. Seehund– felle und Steigwachs waren noch unbekannt, es war daher ziemlich anstrengend, bei tie– fem Schnee die Ennstaler Berge Dirn, Seho– berstein, Almkogel, Bodenwies, Voralpe, Maiereck, Lahngang oder den Hohen Nock zu bewältigen und gar oft mußten Tücher oder Reisig die Felle ersetzen. Dafür aber genossen wir in erhöhtem Maße die Herr– lichkeit des unberührten glitzernden Schnees und die Wonne der freien Abfahrt in stäu – bendem Pulverschnee, worin man sich auch 30 bei scheinbar schlimmen Stürzen ohne Za – gen wälzen durfte. Da der Skilauf sehr bald ein Volkssport wurde, löste ich im Jahre 1915 den Skiklub 11 Telemark" wieder auf, da sein Zweck, diesen schönen Sport in Steyr einzubürgern, vollauf erfüllt war. Möge nun nach ihrem Wiedererstehen die Sektion Steyr des 0. A. V. wieder ein Hort der . sportbegeisterten Jugend in unseren schönen Skigeländen werden und ihren jun · gen, aufnahmebereiten Herzen die Schön · heit unserer prächtigen Berge im Winter– kleid vermitteln. Prof. Gregor Goldbad1er. Wir haben mit dem „Festgruß" den ge– schätzten Heimatdidlter zu Worte kommen lassen und mit vorstehendem Artikel den Pionier des Skilaufes in Steyr, unseren ver– ehrten Professor Gregor Goldbacher, dem wir damit gleichzeitig al s einem der älte· sten heute lebenden Sektionsmitglieder das wohlverdiente Denkmal setzen wollen. Du bist uns hoffentlich nicht böse lieber 1 Goldbacher, daß wir dies schon zu Deinen Lebzeiten unternommen haben. Wir wol– len Dir damit nur das Zeichen unserer in– nigsten Verbundenheit ausdrücken, der Du wie selten jemand einer der unseren bist. Wie sollten wir, deren heißestes Bestreben es ist, unserer Jugend die Schönheit unserer Heimat nahe zu bringen, Deiner nicht ge– denken, der Du Dein ganzes arbeitsreiches Leben in den Dienst dieser großen Auf– gabe gestellt hast. Was Du Generationen Deiner Vaterstadt an Heimatliebe in die jungen Herzen gepflanzt hast - von Dei – nem reichen Schat:; mit übervollen Händen gebend und immer wieder gebend - hat die schönsten Früchte getragen. Wenn Du auch heute - einem ewigen Naturgesetz unterworfen - Deinen geliebten Bretteln und dem langen Stock schon entsagen muß– test, Dein sportbegeisterter Sinn möge sid1 noch lange erfreuen im Anblick der Jugend , die nun Dein Erbe angetreten' hat. Wir aber, die wir heute die Geschicke un~erer Gemeinschaft lenken, geloben Dir: Wir ~erden die olympische Fackel weitertragen 1;nd hoffen, sie dereinst in Deinem Geden– ken umeren Ablosern übergeben zu kön - nen. Die Schriftleitung.

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