100 Jahre Höhere Technische Bundeslehranstalt

Bild Seite 5 „Ansicht der ersten Zeugstatt im Wehrgraben, deren jügster Teil die neu erbaute Nagelfabrik war Reproduktion eines alten Bildes aus dem Steyrer Heimathaus Bild rechts: Leopoldsedergut 1964 1877 6 ~~~ -~'.; : r ~ lr.,f1t...;.-~ :. - ••~ _7, __ - - , ..11 1 g,,,~i.--=~~b~~~~~~.. J-.J~-~~~~~~~ ~ ' "'" l.-~..........r,,.l(ot...... - J,lt-- ===--- .,}/.~~ .J.... ~" DIE K. K. VEREINIGTE VERSUCHSANSTALT UND LEHRWERKSTÄTTE FOR STAHL- UND EISENINDUSTRIE (1878 - 1883) Nur zehn Schülern wurde dort vom Direktor und seinen fünf Lehrern theoretischer und praktischer Unterricht erteilt. Schon läßt sich aber die Form erkennen, die noch heute in der Verbindung von Lehrsaal- und Werkstättenunterricht besteht. Für den ersten Jahrgang waren Arithmetik. Geometrie, Technologie, Handelsgeographie, Geschäftsaufsätze, Geometrisches Zeichnen, Freihandzeichnen und Schönschrift vorgesehen. Diese Gegenstände ergänzten im zweiten Jahr Mechanik, Buchhaltung, Fachzeichnen, Maschinenzeichnen, Entwerten und Kalligraphie. Nicht nur das Messerschmiedegewerbe, sondern auch die Erzeugung feiner Stahlgalanteriewaren sollte erlernt werden. Die Schule erfreute sich tatkräftiger Unterstützung durch die Linzer Handelskammer und die Landes- und Gemeindebehörden in Form von Stipendien. Zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen wurde ein Kuratorium angegliedert, das aber auf pädagogische Belange keinen Einfluß nahm. Viele Handwerker bezogen Halbfabrikate und, gegen geringe Gebühr, auch maschinelle Einrichtungen der Schule. Von der Anstalt hergestellte Werkzeuge und Geräte konnten sie zum Selbstkostenpreis erhalten. Nur vereinzelt war Ablehnung oder Feindschaft zu beobachten. Die sehr ungünstige Lage und Unterbringung machte bald die Errichtung eines anderen Gebäudes unumgänglich. Die sparsame Stadtverwaltung sah die Notwendigkeit zwar ein, bot Direktor Maier zunächst aber nur die recht baufällige Heindlmühle in Zwischenbrücken an. Erst als dieser das Ansinnen energisch zurückwies. fand sie sich bereit, die benötigten 45.000 II. zu bewilligen. Daraufhin verzichtete das Ministerium für Kultus und Unterricht. das kurz vorher das gesamte technischgewerbliche Schulwesen übernommen hatte, auf jede weitere Beitragsleistung durch die Stadt und sicherte ihr das Eigentumsrecht zu. 1882/83 entstand das Gebäude in der Schwimmschulstraße 13, das drei Lehrsäle, sechs Werkstättenräume, zwei Sammlungszimmer. einen Maschinenraum und mehrere Nebenräume umfaßte. Noch während der Bauarbeiten schied Direktor Maier. einer anderen Berufung folgend. aus dem Amte. Die Eröffnung am 15. Juli 1883 fand schon unter Direktor Ing. Alfred Musil statt. An der Einweihung am 23. September 1883 nahmen neben anderen prominenten Gästen der Unterrichtsminister Conrad von Eybesfeld, der Handelsminister Pino, der Statthalter Freiherr Weber-Ebenhof, der Bischof von Linz Rudigier und der Generaldirektor der „österreichischen Waffenfabriksgesellschaft" Josef Werndl teil. Die rund dreißig Schüler hatten eine angenehmere Unterrichtsstätte gefunden. Schulgebäude 1883 -1921 - Erbaut 1882 -1883 Foto 1954 7

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