Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1975

F. SCHüTZNER u. SOHN OHG ,-o~ SANITÄRE ANLAGEN ZENTRALHEIZUNGEN OLFEUERUNGEN 4400 STEYR, Schönauerstraße 3 - Tel. 32 06 u. 32 31 Peter war verstimmt, als er weiterfuhr. Hatt•e er zuviel e11h0Ht? Wer kannte sich ·aus in den dunMen Augen dieses schönen Bauernmädchens? - Er stallJd immer noch am Fenster. In diesem Augenblick polter te von neuem der gleiche Schlag, 1 de·r ihn au.s dem Schlaf geweckt h!atte. Peter erkannte jetzt aus doo1 dumpfen Gedröhn und dem kurzen wiehernden Laut, daß es der hellbraune Heng,st des Nachbarn wa.r, der auch noch keine Ruhe fa:n·d- in dieser Nacht. \T.ielleicht verstrnhlte ihm der voHe Mond zu:viel Helle oder der Föhn, ,der mit erwachendem Rauschen in die Bäume fiel, hatte das herrliche Reitroß beuill1lhigt. Im Dorf hatte sich ein Reitklub gebrilrdet, und Peter wußte, daß auch Vernnika eine begeisterte Anhängerin dieses neuen ländlichen Sports geworden W1ar. Aber Peter, der sich wieder zurückfallen ließ auf serin L•age,r, konnte zu dieser Stunde keinen Schlaif mehr finden. Er sah von neuem Veronikas Gesicht vor sich, ihre prüfenden Augen, und er hatte ihre Worte wieder im Ohr : ,, . . . der Vat,er srieht so etwas nicht gern . . . !'' „Und du, Veronik-a? " foagte er auf cinmal ha.JbJ.aut in das mondweiße Düster hinein. Peters Herz schlug heißer. Wenn er nur ein wenig den Kopf hob, sah er drüben den Schattenumriß des Nachbarhofes . Mit geschlossenen Augen wußte er das Fenster id!er IGammer, hinter dem Veronik-a schlief. 44 „Schläfst du, Veronrika? Wachst aud1 du? " Draußen vor den paar Häusern des Dorf.es schimmerten die Wiesen, weißer Nebel dampfte über ihnen wie Rauch. Wer j•etzt ,doirt draußen über den Feldweg hiru;chritt, dessen Tritt ve-rsänke in der A,bgmntltide dieser Nacht . Als Peter mit seinen Gedanken soweit war, sch:lug der falbe Hengst des Nachbarn zum drittemnal an rdie Planke. Da litt es den wach Dailiegenden auf erinmail nicht mehr auf seinem Lager. Er stireg in d.ie Hose und schnürte mit ,sonderbar zitternden Fingern die Bänder der Schuhe zu. Er tastete ohne Lidi t nadi dem Rock ; nicht die alten Eltern und nridit die Sdiwester hörten seinen Tmtt über die Diek Vor dem Hause fohr er sidi ürber die· schweißnasse Stirn. Wohin trieb es ihn Die denkbar beste Welt? 0 Welt, du könnt 'st es sein wär' nicht der Mensch voll Gier und nicht sein Herz von Stein ! . Wär ' nicht so tief der Haß und nicht so groß das Neiden und würde Selbstsucht nicht die Menschenherzen scheiden , dann wäre unser Stern die denkbar beste Welt , wo Mensch den Me·nschen hilft und eins das andre hält. Othmar Capellmamn

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