Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1958

Das Ehepaar Sebastian und Amalia Ha– bichler in Stei~bach an der Steyr, Zehet– ner Nr. 32, feierte kürzlicl, goldene Hocl1zeit. Unser Bild zeigt das Jubelpaar zu– sammen mit P. Erhard aus Reutte (Tirol), einem Neffen des Paares. S t e y r. Mit dem Wiederaufbau der Häuser Nr. 21 und 23 wurden die letz– ten Bomhenlüdcen in der Enge geschlos– sen. Im Hause Nr. 21 wird die Kaffee– konditorei Kaiplinger, im Hanse Nr. 23 ein hochmodernes Konfektionsgeschäft der Firma Halhemer errichtet. 14. Steyr. Die von den Jesuiten ge– leiteten Steyrer Kongregationen begingen hente in einer Festakademie im Marga– rethensaal die 400-Jahr-Feier des Todes lgnaz von Loyolas, des ersten Jesuiten– generals, und eine Gedenkfeier zur Erin– ,ieruiig an die vor 350 Jahren erfolgte Ankunft des ersten Jesuiten in der Stadt. 1632 hat sich ·der Orden dauernd nie– dergelassen und von der Spitalskirche (Bürgerspital) aus gewirkt. Die Jesuiten errichteten sofort eine Schule, ,1634 wur– de sie durch eine Rhetorenklasse ergänzt. Noch im gleid,en Jahre wurde trotz der Nöte des Dreißigjährigen Krieges mit dem Bau einer eigenen Kirdie, ,,St. Mi– chael", begonnen. Bereits 1638 konnte die schon aufgeblühte Jesuitenschule im Hof des Schlosses Lamberg öffentlich ein Drama aufführen. 1640 kam zum hun– dertsten Jahrestag der Bestätigung des Ordens durch Rom die Kaiserin Eleono– ra nach Steyr, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. 16'1,7 wurde die Kirche „St. Michael" durd, den Bischof von Passau eingeweiht. Zehn Jahre später begannen die Jesuiten mit dem Bau eines eigenen Kollegs, des Gebäudes, in dem jetzt das Realgymnasium untergebracht ist. Kirche nnd Kolleg der Jesuiten gehören zu den monumentalen Bauten von Steyr. Die Je– suiten in Steyr traf 1773 die Vernichtung von Rom aus. Mehrere Regierungen, de– nen der Orden unbequem geworden war, erzwangen von Papst Klemens XIV. die Aufhebung des Ordens. Nur der Preu– ßenkönig Friedrid1 der Große und im Ansd,luß an ihn die Kaiserin Katharina von Rußland taten nid,t mit und sicher– ten dem Orden den Bestand in ihren Ländern. So wurde der Jesuitenorden ge– rettet, bis ihn der Westen im Jahre 1814 wieder zuließ. Nur die Schweiz hat das Verbot und die Verfolgung des Jesuiten– ordens noch in ihrer Verfassung. Im J ah– re 1865 kamen die Jesuiten wieder nach Steyr, diesmal nicht mehr in ihr Kolleg, denn dort hatte sich inzwischen das Kreisgericht Steyr eingerichtet. Jetzt ist das Kolleg von einer Volksschule und einem Realgymnasium besetzt. Den Je– suiten wurde die verwaiste Dominikaner– oder Marienkird,e zugewiesen. Diese Kir– che wurde auch während des Dreißigjäh– rigen Krieges erbaut. Das daran anschlie• ßende Dominikanerkloster wurde durch Kaiser Josef II. im Jahre 1785 aufgelöst. Die Schönheit dieses Baues ist heute durd, den Einbau der neuen Post heillos verschandelt. Zn Beginn des 19. Jahrhun– derts diente die alte Marienkirche als Heustadel. Da den Jesuiten keine Woh– nung zur Verfügung stand, hauten sie sich den ehemaligen Chorraum um den Hochaltar gegen die Ennsseite zu Not• räumen aus. 16. Kr o n s t o r f. Heute waren es 50 Jahre, daß sich der Schneidermeister und Hausbesitzer Franz Forster mit Frl. Anna Schöllhammer vermählte. 18. N e u h o f e n a n d e r K r e m s. Den 350. Gehurt,stag des brandenburgi– schen Generalfeldmarschalls Reichsfrei• herrn Georg von Derfflinger, der in Neu141

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