Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1916

Das Jahr 1916. gibt auch schädliche Regenwetter unterläuft. Es Das Jahr 1916 ist ein Schaltjahr von Reife gegen den Mai, der sich ziemlich angenehn 366 Tagen oder 52 Wochen und 2 Tage und warm mit Regen vermischt zeigt. Sogenannter Jahresregent ist der Saturn. Sommer ist kalt, mit stetem Regenwetten und dafür unfruchtbar, doch ist der Heumona Saturn vollführt in einer mittleren Ent über die Hälfte sehr warm und schön, im übrigen fernung von 1420 Millionen Kilometer in 29½ aber fast beständig feucht, nebst Sturm und Jahren einen Umlauf um die Sonne. Weger Platzregen dieses weiten Abstandes zu dessen Durchlaufen Herbst ist auch sehr kalt und feucht. Es das Licht eine Zeit von 1 Stunde 19 Minuten gefriert früh und folgt doch wieder ein großes braucht, erscheint auf dem Planeten die Sonne Ungewitter. Wenn die Hälfte des Oktobers vor¬ nur unter einem sehr kleinen Winkel, so daß über ist, fängt große Kälte an; im November ihre Scheibenform nur mit Mühe zu erkennen ist es feucht und warm. ist. Deshalb ist dort auch die Beleuchtung eine des Winter währt bis auf 21. März sehr schwache und kommt kaum der Helligkeit mit künftigen Jahres, ist anfänglich feucht, unserer letzten Abenddämmerung gleich. Der der Regen und großen Wassergüssen. Gegen Durchmesser der Saturnkugel beträgt 124.000 Kilo und 21. Dezember wintert es zu mit Schnee meter, ist also nahe zehnmal so groß wie der der Kälte und geht nicht wieder auf bis im April. Erde. Aus Flecken und Streifen, die man mi dem Fernrohr auf dem Planeten wahrnimmt Finsternisse. kann man schließen, daß Saturn sich in 10 Stundel (Zeitangaben in mitteleuropäischer Zeit.) 29 Minuten einmal um seine Achse dreht. Diese Zeit entspricht sonach der Dauer eines Im Jahre 1916 werden drei in unseren Ge¬ Saturntages. Bei weitem am interessantester genden unsichtbare Sonnenfinsternisse stattfinden aber ist dieser Planet wegen des ihn frei um¬ und zwei Mondesfinsternisse, von denen man in schwebenden flachen Ringes. In größeren Fern¬ Europa nur den Beginn sehen wird. rohren erkennt man, daß dieser scheibenförmige 525 am Partielle Mondfinsternis 1. Ring durch eine Reihe dunkler Trennungslinien in den 20. Jänner 1916. Eintritt des Mondes in mehrere schmale ineinanderliegende Ringe Halbschatten am 20. Jänner um 7 Uhr 4·6 Minuten von verschiedener Farbe und Helligkeit geteilt vormittags, Eintritt des Mondes in den Schatten wird. Die einzelnen Ringe bestehen nicht aus am 20. Jänner um 8 Uhr 55·0 Minuten vor¬ einer starren festen Masse, sondern, wie theoretisch mittags, Austritt des Mondes aus dem Schatten Überlegung und neuere spektroskopische Beob¬ am 20. Jänner um 10 Uhr 24°1 Minuten vor¬ achtungen gezeigt haben, aus einer sehr großen mittags, Austritt aus dem Halbschatten am Zahl von kleinen Körpern, die sich in den durch 20. Jänner um 12 Uhr 14•4 Minuten mittags die Ringsorm gegebenen Bahnen nach Art kleiner Größe der Verfinsterung in Teilen des Mond¬ Monde lewegen. Außerhalb des Ringsystems durchmessers = 0•14. umkreisen den Planeten 10 Monde, deren Bahn¬ am Sonnenfinsternis 2. Totale ebene mit Ausnahme eines einzigen sehr nahl 3. Februar 1916. Beginn der Finsternis über¬ mit der Ringebene zusammenfallen und deren haupt am 3. Februar um 2 Uhr 26·9 Minuten Umlaufszeiten zwischen einem Tag und 1½ Jahre nachmittags, Beginn der totalen Verfinsterung liegen. am 3. Februar um 3 Uhr 28·7 Minuten nach¬ nittags, Beginn der zentralen Verfinsterung am Jahrescharakter und mutmaßliche Witterung 3. Februar um 3 Uhr 29·1 Minuten nachmittags, Die folgenden Angaben werden bloß aus Ende der zentralen Verfinsterung am 3. Februar alter Gewohnheit von den meisten Kalenderr Ende der um 6 Uhr 31·0 Minuten nachmittags, noch heute aufgenommen. Eine Bedeutung besitzen totalen Verfinsterung am 3. Februar um 6 Uhr diese auf willkürlichen Annahmen fußenden Finsternis 31•4 Minuten nachmittags, Ende der „Prophezeiungen“ nicht, da es bis jetzt unmöglich überhaupt am 3. Februar um 7 Uhr 34•4 Mi¬ ist, das Wetter auf längere Zeit vorauszusagen ist sichtbar nuten nachmittags. Die Finsternis im westlichen Europa, im nordwestlichen Teile Das Jahr 1916 ist insgemein kalt und von Afrika, im südlichen Teile von Grönland seucht, denn ob es schon zu gewissen Zeiten in ganz Nordamerika mit Ausnahme des nord¬ trocken ist so wird es doch mehrenteils mit Regen westlichen Teiles, in der nördlichen Hälfte von angefüllt, und daher ein kaltes, rauhes Jahr Südamerika und im nördlichen Teile des Atlan Frühling ist ganz trocken und bis im Mai tischen Ozeans. sehr kalt; denn, wenngleich der April anfänglich Partielle Mondfinsternis 3. am sich etwas warm zeigt, fällt doch wieder ein 15. Juli 1916. Eintritt des Mondes in den Kälte ein, die bis Mai dauert, in welchen Mi¬ Halbschatten am 15 Juli um 3 Uhr 18•3 aber die Tage schön, die Nächte kalt sind nuten morgens, Eintritt des Mondes in den Daher große Dürrung, obschon bisweilen A Nieder= und Ober=Österreich.

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