Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1912

Jahres=Rückschau. Dom Juli 1910 bis Juli 1911. „Und dem Menschen soll auch die Luft Alpen, überfuhr in einer Höhe von 4600 untertan sein!“ — das ist die Parole, die Meter das Velshorn und das Matterhorn sowie die Grajischen Alpen und landete auch unserer diesmaligen Berichtsepoche die Signatur gegeben hat. Luftfahrzeuge gegen 6 Uhr in einer Seehöhe von 1000 des starren wie des unstarren Systems, Meter bei der Ortschaft Montasso nächst Turin. Die vom Ballon erreichte Maximal¬ Flugapparate aller möglichen Konstruk¬ höhe betrug 5200 Meter. — Der Aeroplan¬ tionen durchqueren immer zahlreicher das Reich der Luft und immer weiter geht die flug Moisants von Paris nach London — Begehrlichkeit des Menschen ebenfalls im August 1910. Moisant stieg die Räume, die er in jenem Reiche mit seinen mit seinem Blériot=Monoplan in Beglei¬ Apparaten durchmißt, werden, was verti¬ tung seines Mechanikers Garros am kale und horizontale Entfernung von der 17. August früh von Paris auf und er¬ Anflugstelle betrifft, immer größer, die reichte nach Zwischenlandungen in Amiens Flüge immer kühner und eleganter, die und Calais, nach Überquerung des Armel¬ Probleme, die den mutigen Fliegern gestellt kanals (in ungefähr 35 Minuten) und nach werden, immer grandioser und gewagter. einigen weiteren Zwischenlandungen auf Ungestraft freilich sind die stolzen Wag¬ englischem Boden die Londoner Vorstadt nisse des Menschen zur Besiegung der Luft Battersea am selben Tage. Moisant war nicht geblieben; fast keine Woche vergeht, damit der erste Aviatiker, welcher den ohne daß einer oder mehrere unter den Be¬ Armelkanal mit einem Passagier überflog drängern der Luft ihren Wagemut mit dem und im ganzen eine Strecke von rund Leben zu büßen haben; aber das vermag 350 Kilometer zurücklegte — es war ein die, die da willens sind, das Luftelement Rekord des Passagierfluges. — Der Rund¬ dem Menschen untertan zu machen, nicht flug der französischen Aviatiker Leblanc abzuschrecken. Sinkt der eine zerschmettert und Aubrun durch Ostfrankreich im August zur Erde nieder, schon stehen andere bereit, 1910. — Der glänzende Flug des peruani¬ schen Aviatikers Geo Chavez über den dem Tode zu trotzen, und der Sieg wird Simplon (Brig—Domodossola von 1 Uhr chließlich doch den Kühnen voll zuteil 29 Minuten bis 2 Uhr 30 Minuten nach¬ werden — nun kann man es wohl nicht mehr bezweifeln! mittags) am 23. September 1910 mit einem Blériot=Apparat. Unter unsäglichen Unter den hervorragendsten Taten auf Mühen und vor grimmer Kälte fast erstarrt, dem Gebiete der Bezwingung der Luft während unserer diesmaligen Berichts¬ mußte sich Chavez bis zur Höhe des Sim¬ epoche wären besonders folgende hervor¬ plonpasses hinaufschrauben. Beim Fluge zuheben: Die Überquerung der Schweizer vom Simplon—Kulm, den er um 1 Uhr 45 Minuten nachmittags in etwa 100 Alpen durch den Luftschiffer Spelterini in Begleitung des Barons Louis Rothschild Meter über den Paß überflogen hatte, nach Domodossola hatte er mit Winden von be¬ und des Dr. Etthofer von Mürren aus, Mitte August 1910. Der Aufstieg von deutender Stärke zu kämpfen. Im Voll¬ gefühle des gelungenen Simplonfluges Mürren erfolgte am 12. August um 12 Uhr überflog dann Chavez zu seinem Unheil mittags. Bei herrlicher Witterung durch¬ beim Abflug die Landungsstelle in Domo¬ querte der Ballon die Berner und Walliser

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