Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1896

60 er lachte grimmig, als er des Anderen wackelige Lage beobachtete. „Herr Gott, Kutscher, Ihr fahrt, hol's der Teufel, zu schnell!“ schrie verzweifelt der alte graubärtige Wegelagerer, ohne daß Butler ihn während der furchtbar schnellen Fahrt verstehen konnte. Die Pferde — gingen im raschesten Trabe die Eisen schlugen lärmend auf der felsigen Straße, die Fenster der Kutsche klirrten laut und wie sie auf den Federn von rechts nack links, und von links nach rechts geworfen wurde, so warf sie auch Butler's Begleitung mit harten Stößen von einer Seite zur anderen. „Haltet, Kutscher, ich muß absteigen —dicht vor der Schlucht — .— haltet ich Ihr werdet doch halten!“ schrieer immer von Neuem. Butler biß sich auf die Lippen. Die Granitmauer der Teufelsschlucht war gerade vor ihnen und die Landstraße, immer mehr absteigend, zog sich in das Dunkel der kommenden Nacht, in die Stille des offenen Grabes hin, nur ein schmaler Weg, dessen Breite kaum genügend Raum für den Wagen gab. Das Tosen des reißenden Bergstromes, tie unten im Abgrunde rechts, rief in einem Rauschen eine verstummende Warnung herauf, und der todtengraue Nebel, der sich an dem Felsen heraufzog, legte sich naß und kalt auf die beiden Fahrenden. „Ich kann und will nicht anhalten!“ mit diesen Worten hieb Butler schärfer auf eine Pferde ein, welche schnaubend der Teufelsschlucht zu rannten. Und zur selben Zeit sah man in der Mitte der fürchterlichen Schlucht, dort, wo

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