Gemeinderatsprotokoll vom 3. Juli 1926

lassen, dass ein Grossteil der Geschäftskreise, der Landwirtschaft und der Hausbesitzer unter den drückenden, wirtschaftlichen Nachwirkungen eines verlorenen Krieges vielfach um die Existenz ringt, dass eine für Handels- und Gewerbetreibende, für Haus- und Landwirtschaftsbesitzer vernichtende Belastung vermieden und vielmehr alles getan werde, um durch Sparsamkeit auf allen Gebieten aus der gegenwärtig schwierigen Lage herauszukommen, wobei doch nicht des grossen Wohnungselendes, des traurigen Loses der Arbeitslosen, der Stadtarmen und Kleinrentner vergessen werden darf. Wir haben bis jetzt gemeinsam gearbeitet und sind im Interesse des Allgemeinwohles auch ferner hiezu bereit, solange uns dies nicht erschwert oder unmöglich gemacht wird; denn das Verhalten des Bürgermeisters bestimmt das Verhalten der Minderheit. Gemeinderat Meyer erklärt, dass er trotz verschiedener Differenzen in der letzten Zeit dennoch seiner Pflicht nachgekommen sei, sich an der Bürgermeisterwahl zu beteiligen. Gemeinderat Fiala erklärt namens der kommunistischen Partei, dass er für den von der sozialdemokratischen Partei vorgeschlagenen Kandidaten stimmen werde und von ihm verlange, dass er das Gemeinwohl und vor allem das Interesse des Proletariates vertrete. Gemeinderat Ecker erklärt namens der nationalsozialistischen Partei, dass er vom politischen Standpunkte gegen die Wahl nichts einzuwenden habe, dass er jedoch aus wirtschaftlichen Gründen der Wahl nicht zutimmen werde und daher einen leeren Stimmzettel abgeben werde. Der durchgeführte Wahlgang ergibt folgendes Resultat:

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2