Ratsprotokoll vom 13. Mai 1916

stenzarzt Dr. Zottl in russischer Kriegsgefangenschaft befindet, empfehlen: a) Aerzte: 1 Primararzt 1 Sekundararzt. Die Ausschreibung dieser Stellen wäre in den Steyrer Blättern, in der Linzer „Tages=Post“ in drei größeren medizinischen Blättern und in der amtlichen „Wiener Zeitung“ durchzuführen. b) Sonstige Angestellte: 1 Torwart 4 weltliche Pfleger, bzw. Pflegerinnen. Diese Ausschreibung hätte in den hiesigen Blättern und in der Linzer „Tages=Post“ zu erfolgen. Bei allen Aus¬ schreibungen wäre persönliche Vorstellung bei der Stadt¬ gemeinde=Vorstehung als wünschenswert zu bezeichnen. Aus¬ schreibungsdauer beiderseits sechs Wochen. Das Kanzleipersonal, sowie ein Teil des übrigen Per¬ sonals ist im alten Krankenhause vorhanden und wäre im neuen Krankenhause wieder zu verwenden. Bezüglich des Seelsorgers wäre mit dem hochw. Stadt¬ pfarr=, bzw. Vorstadtpfarramte Steyr, nötigenfalls mit dem bischöflichen Ordinariate in Linz zu verhandeln. Die Besetzung der noch fehlenden Dienerschaftsstellen wäre der Stadtgemeinde=Vorstehung zu überlassen. Steyr, 12. Mai 1916. Julius Gschaider m. p., Bürgermeister. Die Spitalskommission stellt auf Grund des vorlie¬ genden Berichtes nachstehende Anträge: 1. Der Gemeinderat beschließe: a) Die Ausschreibung einer Primararztesstelle für das neue Krankenhaus, Dienstantritt längstens 14 Tage vor Eröffnung. Die Stelle ist in der VIII. Rangklasse mit 3600 K Gehalt und 828 K Aktivitätszulage auszuschreiben. Wäh¬ rend des ersten Jahres behält sich die Stadtgemeinde das vierteljährige Kündigungsrecht bevor. Nach Ablauf eines Jahres wird die Stelle bei zufriedenstellender Dienstleistung endgültig besetzt und gebührt dem Primararzt die Vor¬ rückung nach der Gruppe A der Staatsbeamten. b) Die Ausschreibung einer Sekundararztesstelle für das neue Krankenhaus, Dienstantritt acht Tage vor Er¬ öffnung. Die Stelle ist mit 1600 K Gehalt, freier Wohnung nebst Beleuchtung und Beheizung und Verpflegung nach der zweiten Verpflegsklasse auszuschreiben. Sie ist gegen¬ seitig vierteljährig kündbar. Die Ausschreibung dieser Stellen hat in den hiesigen Blättern, in der Linzer „Tages=Post“, in den größeren medizinischen Blättern, sowie in der amtlichen „Wiener Zeitung“ zu erfolgen. 2. Die Stelle eines Torwartes für das neue Kranken¬ haus, Dienstantritt sofort nach Vergebung der Stelle Diese Stelle ist mit 120 K Monatslohn nebst freier Wohnung, Beheizung und Beleuchtung auszuschreiben. Ver¬ heiratete Bewerber haben den Vorzug. Diese Stelle ist ederzeit gegenseitig einmonatlich kündbar. 3. Vier Krankenpfleger=, beziehungsweise Kranken¬ pflegerinnen=Stellen im neuen Krankenhause, Dienstantritt eine Woche vor Eröffnung. Diese Stellen sind mit 60 K Monatslohn, nebst freier Wohnung, Beleuchtung und Beheizung, sowie Verpflegung nach der dritten Verpflegsklasse auszuschreiben. Diese Stellen sind jederzeit 14 Tage kündbar. Die Ausschreibung der unter 2 und 3 genannten Stel¬ en hat in den hiesigen Blättern, sowie in der Linzer „Tages¬ zu erfolgen. Post“ Bedingung für die Verleihung aller Stellen ist die deutsche Nationalität der Bewerber. Die persönliche Vorstellung der Bewerber ist in der Ausschreibung als wünschenswert zu bezeichnen. Die Gesuche sind längstens sechs Wochen nach erfolgter Ausschreibung bei der Stadtgemeinde=Vorstehung Steyr ein¬ zubringen. 4. Mit den Verhandlungen bezüglich Anstellung eines Seelsorgers, dem freie Verpflegung nach der 2. Verpflegsklasse, owie freie Wohnung zuzugestehen ist, sowie die Anstellung des noch fehlenden Dienstpersonales wird der Herr Bürger¬ meister betraut. Das Pensionsgesuch des bisherigen Primarius Dr. Klotz wird der I. Sektion zur Behandlung unter Be¬ fürwortung der Rücksichtnahme auf die Verdienste des Ein¬ reichenden abgetreten. Bei der darauf vorgenommen Abstimmung werden die Anträge der Spitalskommission einstimmig ange¬ nommen. Da mithin die Tagesordnung erschöpft erscheint und trotz Umfrage des Vorsitzenden niemand mehr das Wort wünscht, wird die Sitzung vom Vorsitzenden um ½5 Uhr nachmittags geschlossen.

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