Ratsprotokoll vom 1. Juni 1877

thun, sie eben einfach nichts thun würden. Dieselben hätten durch Jahre Zeit gehabt, für eine Verbessung zu sorgen; er habe aber ein Vorwärtsstreben der Eisenindustrie nicht bemerkt, und statt sich um neue Absatzquellen zu bewerben, habe man ruhig zu Hause etwaige Bestellungen abgewartet. Seines Wissens habe Steyr nur einmal einen Reisenden für seine Industrie abgeschickt, obwohl hiedurch dieselbe nur hätte lukrative Geschäfte machen können, wie dies beispilsweise bei Remscheid und Solingen der Fall sei, deren Agenten die ganze Welt durchziehen. Aber die hiesigen Industriellen seien leider in einer Letargie, aus der sie schwer zu erwecken seien und der Hauptgrund, warum die Eisenindustrie so tief gesunken sei, sei der, weil sich die Leute selbst aufgeben, sie bemühen sich nicht Verbesserungen einzuführen, sondern arbeiten so fort, wie sie es von den Eltern & Groß-Eltern erlernt haben und ihr Hauptstolz sei die Solidität der Waare, während das gefällige Aussehen derselben gänzlich unbeachtet geblieben sei. Es seien früher jährlich Tausende von Feilen nach Italien geschickt worden, wohin heute keine mehr Absatz finde; Steyr habe den Orient größtentheils verloren, es sei ihm die Sensen-Industrie aus der Hand entwunden und sei es in dieser Richtung von Preußen, Rußland und Frankreich überflügelt worden; auch daß die Schutzmarken nachgeschlagen worden seien, sei eine theilweise

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