Otto Ehler - Eisengewerbe und Stadtentwicklung

—2— Die Ergänzung und Verdichtung der Forschung Über Steyr ist aus diesem Grunde eine weit über das örtliche Interesse hinausreichende wissenschaftliche Aufgabe, die über den Rahmen einer Stadt- oder Stadtteilmonographie hinausgeht. 1.2 Quellenlage und Stand der Forschung Das der Abhandlung zugrunde liegende Quellenmaterial ist umfangreich. Im städtischen Archiv liegen die Steuerbücher von 1543 bis 1735, leider nicht mehr vollzählig, sowie das erste Grundbuch aus dem Jahre 1735. Katasterblätter einschließlich der ersten Aufnahmen aus dem Jahre 1820 befinden sich im Besitz der Stadt. Die übrigen historischen Grundbücher und die dazugehörigen Gewährsbücher sind im oberösterreichischen Landesarchiv aufbewahrt. Im städtischen Archiv finden sich auch Ratsprotokolle ab dem Jahre 1543 bis zu Gegenwart. Wasserbuchblätter und Pläne ab 1879 und eine Fluderliste aus diesem Jahr werden ebenfalls bei der Stadtgemeinde bewahrt, sowie ein Faszikel „Wehrgraben“, der Aktenstücke von 1529 bis zur Auflösung der Wehrgrabencommune beinhaltet. An Planunterlagen sind ein Planprospekt, ein Kupferstich, den der Steyrer Goldschmied Wolfgang Hauser mit seinem Sohn Josef um 1600 anfertigte, und ein Planprospekt von Matthäus Merian aus seiner Topographia Germaniae vorhanden. Letzterer, herausgebracht 1649, stützt sich weitgehend auf die Hauser'sche Arbeit. Ein Planprospekt, dessen Verfasser unbekannt ist, betitelt „Abriß und Directorium der zwischen Kloster Garstnerischen und Stadt steyrischen Wührgrablern strittigen Au und Wührgraben auf der Steyr“ wurde wegen eines Streites zwischen den Wührgrablern in Unterhimmel am Himmlitzerbach, die dem Kloster Garsten zinspflichtig waren, und den Steyrer Wührgrablern um 1638 erstellt und im Jahre 1800 renoviert. Dieser Plan ist besonders im Hinblick auf die Wasserbauten und das dargestellte Flussregime der Steyr aufschlussreich und interessant. Es ist ferner ein Plan der Stadt Steyr aus dem Jahre 1773, der vermutlich im Zusammenhang mit der Grundbuchneubearbeitung entstanden ist, sowie ein Plan der Vorstadt Aichet - so lautet sein Titel - verfasst von Crammer junior bei der Stadt aufbewahrt. Als weitere Quellen sind die „Annales Styrenses“ von Preuenhueber, die „Geschichte der Stadt Steyr“ von Franz Xaver Pritz und die „Heimatkunde von Steyr“ von Anton Rolleder zu nennen. Josef Löw, ein Steyrer Zeichenlehrer, ist Verfasser der „Topographisch - statistisch - technischen Beschreibung von den bei der k.k. Kreis- und Commercialstadt Steyr am Steyrfluß anliegenden Gewerken, Maschinen etc. in den vier Werkstätten : / der Wehrgraben genannt / teils auch von anderen Industrie Gewerken, welche sich größtenteils in den Vorstädten befinden“. In dieser Arbeit findet sich ein Lageplan des gesamten Wehrgrabenbereiches und einige Ansichtsdarstellungen, darunter jene der vier Zeugstätten, die mit dem Stand von 1832 wiedergegeben werden. Akten des Pfleggerichtes der Herrschaft Steyr, die bis 1867 Wasserrechtsbehörde war, sind vereinzelt im Landesarchiv vorhanden. Das Pfleggericht war im Schloss Lamberg zu Steyr untergebracht, das 1727 und 1824 abbrannte. Der Großteil der Pfleggerichtsakten dürfte bei diesen Bränden vernichtet worden sein. Bauakten über Bauvorhaben in der Stadt Steyr werden seit 1867 in der städtischen Registratur verwahrt. Der Stadtregulierungsplan aus dem Jahre 1930, verfasst von Universitätsprofessor Architekt Dipl.- Ing. Karl Hofmann und dem Steyrer Architekten Franz Koppelhuber erfasst auch die Steyrniederung, sagt aber über die historische Entwicklung des Gebietes nichts aus. Eine Dissertation von Irmgard Hack (Graz 1949) Über das Thema „Eisenhandel und Messererhandwerk der Stadt Steyr bis zum Ende des 17. Jahrhunderts“ beinhaltet vor allem wirtschaftliche und gewerbliche Untersuchungen. Geschichtliche Abläufe konnten in der Arbeit von Erlefried Krobath „Die Bürgermeister der Stadt Steyr und ihre Zeit“ verfolgt werden. Sie wurde in den Kulturamtsveröffentlichungen der Stadt Steyr in Fortsetzungen abgedruckt und behandelt die Stadtgeschichte allgemein. Von Friedrich Berndt ist eine nicht veröffentlichte Baugeschichte der Stadt Steyr vorhanden. Das Kapitel „Wehrgraben“ dieser Stadtbaugeschichte behandelt vor allem die geschichtlichen Abläufe des gesamten Wehrgrabenviertels. Auswirkungen auf das Baugeschehen in der Übrigen Stadt bleiben

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