Eisenhandel und Messererhandwerk der Stadt Steyr bis zum Ende des 17. Jahrhunderts

-51- jedoch nur 10-12 Klingenschmiede der beiden Werkstätten auf ihre Arbeit keinen Verlag, doch auch diese konnten über ihre Klingen nicht frei verfügen, sondern hatten diese nach Steyr zu liefern . 1 Nach dem Entscheid von 1580 durfte kein Klingenschmied mehr als 2 Verleger haben von denen er Werk- zeug erhielt; zu festgesetzten Zeiten musste er die Klingen abliefern. 2 Preisregelungen durch den Vogt der Herrschaft Steyr sind uns aus der Mitte des 16. Jh. bekannt. 1553 kosteten denMesserer die geschmiedeten Klingen folgende Beträge: 100 Klingen der 10Modelle: je 26 Kreuzer; 100 „Zwaillinge“: 6 Schilling, 28 Pfg.; 100 „Krumpe“: 5 Schilling 20 Pfg.; Die 3 Größen der Steiermärker Klingen wurden zu folgenden Sätzen verkauft: 100 große: 4 Schillinge, 100 mittlere: 3 Schillinge, 100 kleine: 2 Schillinge . 3 Doch die Schmiede verlangten abermals eine Erhöhung des „Klin- genkaufs“, da die Eisenpreise um 20 Kreuzer pro Zentner gestiegen waren. Die Messerer weigerten sich erhöhte Preise zu bezahlen und die Klingenschmiede legten daraufhin die Arbeit nieder. Die nie- derösterreichische Regierung musste eingreifen und es kam schließlich ein Vergleich zu stand, durch den die Preise geregelt wurden. 4 1574 kosteten: die „Türkischen“ Klingen folgende Preise: 100 der großen 7 Schillinge 100 der mittleren 5 Schillinge 20 Pfg. 100 der kleinen 4 Schillinge 8 Pfg. 1.000 Modellklingen: 10 fl., 7 Schilling, 2 Pfg. 100 Steiermärker: 4 Schillinge 10 Pfg. Bezüglich der „Gekäppelten“ Klingen haben sich alle redlichen Werkstätten auf 4 Modelle mit fol- genden Preisen geeinigt: 100 Klingen des ersten Modells kosteten 1 fl. 100 Klingen des zweiten Modells kosteten 6 Schillinge 100 Klingen des dritten und vierten Modells kosteten je 4 Schillinge Die „angetribne Arbeit mit eisernen Stollen“ wurde folgend bezahlt: 100 Zweilinge kosteten 2 fl. 4 Schillinge 100 Klingen des ersten Modells kosteten 1 fl. 4 Schilling 100 Klingen des zweiten und dritten Modells kosteten 1 fl. 2 Schillinge 100 Klingen des kleinsten Modells kosteten 1 fl . 5 Nun da sich alle Werkstätten auf diese Preissätze geeinigt hatten, war eine vorübergehende Besse- rung in den Preisverhältnissen eingetreten; die Messerer zahlten in „guter Münze ohne Aufschlag“, auch wenn sie das Geld von den ausländischen Kaufleuten mit „Aufschlag“ empfingen. Jedoch die Zei- ten der stetig wachsenden Teuerung und die Gegenreformation brachten weitere Preiserhöhungen mit sich, die die Messerer nur unter größten persönlichen Opfern gewähren konnten, da die Blütepe- riode ihres Handwerks vorüber war. Während des ganzen 17. Jh. stoßen wir auf Beschwerdeschriften der Klingenschmiede, da die Messerer im Verhältnis zu den Eisenpreisen zu nieder die Klingen bezahl- ten. 1669 erhielten sie laut Vertrag für 100 Stollen- oder Plattenklingen nur 1 fl. 5 Schillinge, 10 Pfg. für Sebalden Penzen, Hansen Prebacher, Georgen Völkher, Wollen Leutner. Und Hans Dienstmann: Wolfen Chran zu siebzig Chreitz 2 Pfg. Veltin Khunig per Ain vnnd sibzig Chreitz. Sebastian Kholler den Stäffel Schwingseisen. Hans Gülleitner, Sebalden Renegger, Christoff Vorschhueber, Michl Renegger, Daniel Reichhardt dem Hansen Moser. Hannes Hochauer dem Bertholden Paumkirchner ein Taller zu 70 Chreitz. Hasenedl gib seinen Schmidten allen die Taller zu Ain vnnd siebzig Chreitz. Also volget auch viel Clingenschmidmaister in Tannbach. Von den nachstehenden Messerern konnten die Klingenschmiede entweder keinen Verlag oder ihr verdientes Geld nicht erhalten: Thoman Hagmayr, Stefan Paumgartner, Wolf Turner, Paumüller Hans jun. und sen., Leon- hard Ridler, Jörg Welser, Hans Schleicher, Wolf Hopf, Schrapacher, Kaspar Rämisch, Erhard Engellahner, Grien- seiss, Sebastian Meissl, Haidinger, Hollperger, Mert Kandler, der Malzerin, der Kundtnerin, Michael Wiegster, Andre Richter, Sebastian Azpacher und Falk; Schoiber 48. 1 1579 Nov. 14, 171 Meister auf beiden Werkstätten, IV/9/349, St.A. 2 1580 März 16, Entscheid, XI/5, St.A. 3 1553, Schoiber 40/41. 4 vgl. Anm. 2. 5 1587 Okt. 26, Versammlung aller redlichen Besser und Klingenschmiedewerkstätten, XI/5, St.A.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2