Steyrer Werksarbeiter, 14. Jg., Juni 1960

VON HEIGL's 11 Ich kann nicht. mehr~ ... icb, will nicht mehr: ...• 11 erklärte ein· Vertrauensmann in der Kontrolle im Fahrzeugbau als seine Kollegep in der Abteilung durch eine Unter-... :., schriftensamrnlung einen·neuen Ver~· trauensmann wählen wollten! ...• Das ' ich will nicht mehr ' hat jedoch nicht lange ßedauertT Die Kollegen·wollten nämlfch einen Vertrauensmann, der dem K-all, Heigl nicht paßte; Heigl schlug ei~. nen anderen vor,den wiederum die Arbeiter nicht wollten! •...•. ~.· /ARZT UNO GNADEN Ein isalomonisches Urteil ' erfoigtel Man zerredete die Kontrollarbeiter der betreffenden Abteilung un4 stellte ihnen. anheim, wi§der den Kollegn" Ichwillnichtmehr11 zu .wählen, da . 11 ••• ._.. ein anderer Kollege bei mir (Reigl) nich is erre i eben würde! 11 0 ! ! ! ) Somit wurde der Kollege "Ichwillnichtmehr" mit einer Stimme Mehrheit gewählt! •....• Der· 11 Tchwillnichtmehr 11 ' - Kollege wurde und wollte wieder von Heigl1 s Gnaden Vertrauensmann sein! Jahrelang hatten der ehemali-11 Ieh konnte nur einen Teil der ge Werksarzt der Steyr Werke Dr. Rezepte überprüfen,rund hundert ) Faltlhansl und der Steyrer. Apothe-Versicherte wurden befragt. 11 Diese kerDr.Mühlberger die Oberösterrei-Patienten waren alle sehr erstaunt, ehische Gebietskrankenkasse durch als ihnen vorgehalten wurde,welche fingierte Rezepte, um Su.i1lll1en be-Medikamsnte sie bezogen hatten! ... trogen, die· heute nicht li"1ehr ein- 11 Leider ist das kein Eihzelwandfrei festgestellt werden kann-. fall" sagte Dr.Klapper, und· der ten,dic aber zwischen lo und. ·26 Direktor der o.ö.GebietskrankenTausend Schilling lagen! kasse,Reg.Rat Edlinger, wi..ederA E P ...... HER i 1 f e " holte: 11 Ja, es gibt viele solcher G L S 1\18 1L . · .. = '.' H Fälle (wo fingierte Rezepte-ausgeDieser Betrag wurde auch tat-stellt werden) und wir wollten d:it.e sächlich von d(;)n beiden .Angeklagten ganze Sache intern regeln .••• ·," als Wiedergutmachung e.n die Gebiets „Dir.Edlinge;r meinte woiter,das „ krankenkasse zurückgezahlt! Dr. Vertragsverhältnis zwischen Kran-· Faltlhansl bezahlte S 14.ooo.--u, kenkasse und Mr,Mühlberger sei nach Mr.Mü.hlberger 12.500.-~s ·zurück! wie vor aufrecht und nicht gelöst, , Dr.Faltlhansl,der als ehemali da es ' rechtliche Schwierigkeiten· J ger Werksarzt der Steyrer. Werke. gebe! 11 . ohne Einnahmen aus einer Privat~ ... · In..teressant ist· ferner, daß die ) praxis in den Jahren 1954 bis 1958 Stevrer Werke nach wie vor mit I-/Ir~ rund S 7000.--monatlich verdiente, Müh1berger in Geschäftsverbindung erklärte vor Gericht, Mühlberger stehen! Fallweise werden die Re-· sei. ein " gut er Be kDnnter " von zepte des Werksarztes sogar mit·.,.,. ihm, .als Studienkollege habe er ihm dem Wagen der Werksrettung bündel- i.::; · während seiner Haft in Glasenbach weise zur Apotheke Mühlberger be11 viel geholfen 11 ! • • · fordert! Mr, Mühlbc,rger meinte, daß die . Nach den Worten des öffentlichen von ihm an Fnl tlhansl rrnf Grund· cler· Anklägers handelt es sich bei den fingierten ,Rezepte o.usgef.olgteri · AngE;klagt en um 11 Kriminelle mit Sachwerte 11 rein cari tati ven Cha-weiß~m Kragen " , die .Volksvermögen ra•k ter hatten 11 , kommerziell aus-angegriffen haben! gedrückt bekam Faltlhansl von sei-Der Staatsanwalt verlangte abnem .Fre.und Mühlbe':rger e.ls Lohg_( ! ) schließend die unbedingte Bestrafung rund 9000. --S und SELchb ezüge in·:· -.. der AngekJa gten ! Das Gericht, v.nter Form von Toilctteartikeln! .... ..• Vorsitz von OLGR.Dr.Fiala, aber Überaus aufschlußreich waren verurteilte Dr.Faltlhansl und Mr. auch die AusführungGn dos rüs Zeu-.Mühlberger lediglich zu je 5 Monaten gen geladenen Dr.Klap~er vom Kon-Kerker bedingt ! trolldienst der Oberösterreichi-Die Aberkennung der akademischen Gebietskrankerikasse!...... sehen Titel erfolgte nicht! We11m aber einem Arbeiter ähnliches passieren sollte, der muß sitzen und ihm wird seine ExistenzgrundlQge genommen! Bei Akademikern dagegen??? KlaAAP.-nin~t:; '7. 11

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2